Thema: Cyberpunk meets Crime Fiction

Cyberpunk

© pixabay (CC0 Public Domain)

Als „Der Schneemann“ noch im Radio lief, habe ich gerne Sendungen mit thematischem Schwerpunkt gemacht. Zu irischen Krimis, zum organisierten Verbrechen, dem Country Noir oder Indie-Verlagen. Seit ich „Bios“ von Daniel Suarez gelesen habe, spiele ich mit dem Gedanken, diese Tradition wieder aufleben zu lassen – in geschriebener Form natürlich. Der Start von „Altered Carbon“ auf Netflix hat mich darin bestätigt: In den nächsten Monaten werde ich hier einige Bücher vorstellen, in denen Cyberpunk und Crime Fiction miteinander verbunden werden. Da der Cyberpunk stark im Noir verhaftet ist, trifft diese Beschreibung auf etwa 90 Prozent der Romane innerhalb dieses Genres zu, und somit wird mir der Lesestoff nicht so schnell ausgehen. Weiterlesen

Advertisements

ZVW-Krimi des Monats: Gravesend

Boyle Gravesend

© Polar Verlag

Wie sicherlich schon einige von euch bereits mitbekommen haben, arbeite ich seit drei Monaten als Crossmedia-Volontär beim Zeitungsverlag Waiblingen. Dort werde ich ab sofort jeden letzten Mittwoch im Monat den „Krimi des Monats“ küren. Den Anfang macht im Januar William Boyles „Gravesend“.

„Am Anfang steht, wie so oft, ein Verbrechen: Ray Boy Calabrese und seine Freunde lauern ihrem homosexuellen Mitschüler Duncan auf. Sie treten und schlagen auf den Jungen ein, er reißt sich los, rennt auf die Straße und wird von einem Auto überrollt. Er stirbt.“

Den Rest der Rezension findet ihr hier.

Westerngroteske? Wundertüte!

Smonk

© Pulp Master

„Smonk“ ist so ein Buch, über das man wahnsinnig viel schreiben könnte. Darüber, dass Tom Franklins Roman dermaßen southern gothic ist, dass Kommentare wie „… also gelesen hab‘ ich das jetzt nicht, ist mir zu persönlich zu abgedreht, aber soll ja sehr gut sein“ schon beim bloßen Anfassen durch den Gehörgang geistern. Darüber, dass sich das liest, als hätte Cormac McCarthy „Die Morgenröte im Westen“ bis in die Haarspitzen zugekokst in einem Pornokino geschrieben. Darüber, was uns ein Autor mitteilen möchte, der das Tier im Menschen auf das amerikanischste aller Genres loslässt und damit einen Körperflüssigkeiten-Tsunami entfesselt. Muss aber alles gar nicht sein. Auch ohne jede Form der Einordnung ist Smonk ein Höllenspaß. Ach was – das Wort „Höllenspaß“ wurde eigens für diesen Roman erfunden. Weiterlesen

Interview mit Krimiscout

DSC01335bearbeitet-1

© Jens Ole Huerkamp

2017 war nicht gerade mein Lieblingsjahr. Wer den Blog verfolgt hat, dem ist sicher aufgefallen, dass es trotz mehrerer Anläufe kaum neue Beiträge gegeben hat. 2018 soll sich das wieder ändern. Außerdem wird es einige Neuerungen geben, manche kleiner, manche größer, die wieder stärker zur ursprünglichen Ausrichtung der Radiosendung zurückführen werden. Weiterlesen

Müder Abklatsch

Heuchert Dunkels Gesetz

© Ullstein

Ein Country Noir. Auf Deutsch. Als ich „Dunkels Gesetz“ von Sven Heuchert in der Buchhandlung meines Vertrauens liegen sah, war ich erstmal platt. Seit einiger Zeit denke ich bereits darüber nach, wie so etwas funktionieren könnte, wie man die formalen und inhaltlichen Kriterien dieses Subgenres den Gegebenheiten hierzulande anpassen müsste, und dann versucht sich ausgerechnet ein Autor daran, dessen Kurzgeschichten mir in der Vergangenheit viel Freude bereitet haben. Eigentlich konnte nichts mehr schiefgehen. Doch der Konjunktiv ist des Hoffnungsvollen größter Feind und am Ende quälte ich mich gelangweilt dem großen Finale entgegen. Eines muss man Heuchert und den ihn feiernden Kritikerinnen und Kritikern lassen: Der Impuls, der war wichtig. Leider ist „Dunkels Gesetz“ keine Adaption amerikanischer Vorbilder, ja nicht mal eine gut gemachte Hommage. Es ist schlicht eine uninspirierte Kopie. Weiterlesen

Kurzer Brief zum langen Abschied

Nicht gleich erschrecken.

Wie ihr sicherlich alle gemerkt habt, ist es hier etwas ruhig geworden. Das liegt daran, dass ich momentan an meiner Bachelorarbeit sitze, die sich als widerspenstiger erwies, als ich zu Beginn angenommen hatte. Deshalb werden auch in den nächsten Wochen erst einmal keine neuen Beiträge auf diesem Blog erscheinen.

Sobald ich meinen Kopf aus den Bergen von Fachliteratur herausgezogen habe – was etwas Mitte Juni der Fall sein dürfte – beschäftige ich mich dann wieder mit dem Kriminalroman. Es gibt einiges nachzuholen. So viel sei schon mal verraten: Mit einer schnöden Rezension werde ich mich nicht zurückmelden. Stattdessen ist etwas Besonderes geplant, und ich freue mich jetzt schon darauf, es mit euch zu teilen.

Auf ein baldiges Wiederlesen,

Euer Schneemann

 

„I wish I was in Carrickfergus“

mckinty-rain-dogs

© Suhrkamp

Wenn man von Belfast aus auf dem M5 Richtung Norden fährt, und die Irische See zur Rechten irgendwann von einer Tankstelle, einer Autowerkstatt und einem Brautmodengeschäft abgelöst wird, dann hat man nur noch einige hundert Meter vor sich, bis es in Sichtweite kommt: Carrickfergus Castle. Grauer Stein, runde Türme, über achthundert Jahre irische Geschichte vor der schäumenden Gischt des Belfast Lough. Hätte ich im März letzten Jahres schon gewusst, dass der Mann, wegen dem ich in die Stadt gekommen war, bald ein Buch schreiben würde, das teilweise innerhalb dieser Mauern spielt, hätte ich vielleicht die fünf Pfund für den Eintritt locker gemacht. Hätte das massive Fallgitter begutachtet. Hätte mir das Mörderloch etwas genauer angesehen. Hätte nach dem Kerker gefragt. Und ganz sicher hätte ich überlegt, ob es einen Möglichkeit gibt bei geschlossenem Tor aus dieser Festung zu entkommen. Wie heißt es so schön: Hätte, hätte, Beweismittelkette. Weiterlesen