Vorschau 2017: Teil 2

gary-victor-suff-und-suhne    marlon-james-sieben-morden    tess-kidd-der-freund-der-toten    hamilton-das-zweite-leben-2

Ein alter Bekannter, ein Preisträger, ein Debüt und der Start einer Krimireihe – so sieht die Auswahl meiner zweiten Vorschau für diese Jahr aus. Es geht vom zerrütten Port-au-Prince ins brandgefährliche Kingston, von einem Dubliner Waisenhaus in den Knast von Chicago und wieder hinaus. Dabei geben sich ein ständig betrunkener Inspektor, Bob Marley, ein Dreamteam aus Hippie und Schauspielerin sowie – im weitesten Sinne – eine Putzkraft, die auf Kugeln als Putzmittel schwört und bei dem Wort „Mob“ nicht zuerst ans Wischen denkt, die Ehre. Das kann ja heiter werden. Weiterlesen

„Ha! Ha! Said the Clown“

ani-nackter-man

© Suhrkamp

Dass hinter der gestriegelten Fassade amerikanischer Kleinstädte und Dörfer das Böse lauert, wissen wir alle. Stephen King hat es uns erzählt. Jim Thompson. Carsten Stroud. David Lynch hat auf dieser Erkenntnis aufbauend gar das Medium Fernsehserie revolutioniert. Und in Deutschland? Friede, Freude, Eierkuchen. Hier haben wir Regionalkrimis, die den Status Quo glasieren, damit die Fassade umso schöner glänzt. In diesen Büchern sind die Menschen nicht böse, nur ein bisschen eigen, und das auf so eine harmlos-liebenswürdige Art, dass man sie am liebsten mit der NS-Vergangenheit ihrer (Groß-)Eltern konfrontieren möchte, nur um eine authentische Gefühlsregung zu provozieren. So realitätsfern diese Art von Literatur auf den ersten Blick auch wirken mag, so realitätsnah erscheint sie auf den zweiten. Dort wo jeder jeden kennt und man sich ständig über den Weg läuft, ist man irgendwann zu der stillen Übereinkunft gekommen, Kuschel- statt Konfrontationskurs zu fahren. Was hinter verschlossenen Türen und an abgelegenen Plätzen passiert, geht niemanden etwas an. Friedrich Ani zerrt es in „Nackter Mann, der brennt“ ans Tageslicht. Weiterlesen

Vorschau 2017: Teil 1

hill-die-letzte-stunde    axat-mysterium    hawker-grausames-erbe    mckinty-rain-dogs

Den ersten Monat des neuen Jahres habe ich irgendwie verpasst. Zu viel zu tun. Über die vielen guten Bücher, die im Januar erschienen sind, habt ihr euch bestimmt schon anderweitig informiert, weshalb ich direkt mit dem Februar einsteigen werde – gerade noch rechtzeitig. Dafür gibt es am Ende etwas Musik.  Weiterlesen

Auf ein Getränk mit … Ulf Torreck

ulf-torreck-2

© Eric Weiss

Frankfurter Buchmesse 2016. Freitag. Ich treffe Ulf Torreck (vielen besser bekannt als David Gray) am Stand vom Pendragon Verlag. Wir versuchen dem Messegedrängel auszuweichen und pflanzen uns draußen in der Kälte auf eine Bierbank. Bei einer Cola – wir hatten Bier vereinbart, aber kommen stumm überein, das Thema gar nicht erst anzuschneiden – erzählt er mir vom Leben als Autor und von seinem neuen Roman, Fest der Finsternis. In unserem sehr umfangreichen Gespräch erfahre ich außerdem, wer den Literaturnobelpreis hätte gewinnen sollen, warum man sich besser nicht mit einer Mafiadonna anlegt, und wie Lesen uns vor dem Bösen in der Welt schützen kann. Weiterlesen