Vorschau 2015: Teil 1

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Das Jahr ist schon fast rum, und es wird langsam Zeit, nach vorne zu schauen. Bevor auch ich mich in einem obligatorischen Jahresrückblick den besten Büchern aus 2014 widme, möchte ich daher einen kleinen Blick in die Zukunft wagen: Was kommt da auf uns zu? Wie ist das einzuschätzen? Und vor allem: Warum sollte ich das lesen?

Thomas Raab | Still

raab stukk

© Droemer

Das sagt der Verlag: Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert.

Das sage ich: Thomas Raab dürfte Krimilesern vielleicht durch die etwas schräge „Metzger“-Reihe ein Begriff sein. Der Wiener Autor scheint hier einen sehr intensiven Krimi abgeliefert zu haben, der die Geschichte mehrerer Morde aus der Sicht des Mörders erzählt. Eine eher ungewöhnliche Perspektive. Ich habe bereits reingelesen und bin gespannt. Den Leser erwartet eine besondere Sprache und eine dichte Atmosphäre, die man förmlich mit dem Messer schneiden kann.

Erscheinungstermin: 14. Januar

Greg Iles | Natchez Burning

iles natchez burning

© Rütten & Loening

Das sagt der Verlag:  Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist mit Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.

Das sage ich: Die Kritiker überschlagen sich förmlich. die TIMES nennt ihn sogar den besten Thriller der letzten zehn Jahre. Nach „Regengötter“, den ich wohl noch am Wochenende beenden werde, habe ich richtig Lust, bald wieder ein amerikanisches Epos zu lesen. Anders kann man diesen 912 (!) Seiten starken Schinken wohl kaum bezeichnen. Lustig außerdem: Der Autor ist in Stuttgart geboren.

Erscheinungstermin: 13. Februar

Mike Nicol | Bad Cop

nicol bad cop

© btb

Das sagt der Verlag: False Bay, Südafrika: Dämmerlicht auf den Bergen vor Kapstadt, eine zwei Meter hohe Welle – Fish Pescado surft. Für ihn ist hier das Paradies. Hätte er nur einen Job. Ein wenig Geld auf dem Konto. Doch plötzlich steht Vicki Kahn vor ihm. Untertags Anwältin, nachts Pokerqueen. Klug, charmant, gerissen. Die spannendste Frau, mit der er je zusammen war. Und sie hat einen Auftrag für ihn. Den Mistkerl zu finden, der bei einem illegealen Autorennen einen Zuschauer über den Haufen gefahren hat. Nicht ganz einfach. Immerhin hat der Gesuchte beste Verbindungen nach oben. Nach ganz oben. Zum Polizeipräsidenten. Und der hat nicht nur ein Auge auf Vicky geworfen …

Das sage ich: Mike Nicol ist einer der spannendsten Krimiautoren zurzeit. Seine Krimis sind rasant, hart und erzählen von einem Land, zu dem den meisten Menschen nur die Stichworte „Fussball-WM“, „Apartheid“ und „Nelson Mandela“ einfallen. Wer ihn nicht kennt, dem sei die „Rache-Trilogie“ wärmstens empfohlen.

Erscheinungstermin: 9. Februar

Ryan David Jahn | Der letzte Morgen

jahn letzte morgen

© Heyne

Das sagt der Verlag: Los Angeles. Zwei Morde in derselben Nacht bringen den Unterweltboss James Manning in Bedrängnis. Ein Sündenbock muss her. Eugene Dahl, ein einfacher Mann, der morgens Milch ausliefert und abends Barhocker wärmt, ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Doch er weigert sich, zum Spielball des organisierten Verbrechens zu werden. Um seine Haut zu retten, wird er Dinge tun müssen, die weit schlimmer sind als alles, was man ihm vorwirft.

Das sage ich: Ryan David Jahn wird viel gelobt. Ich habe mir dieses Jahr „Der Cop“ von ihm besorgt, um mir ein eigenes Urteil zu bilden. Mir hat es überhaupt nicht gefallen. Ein relativ platter Krimi, der fast ausschließlich über Brutalität und Ekel funktioniert hat, dem ich aber darüber hinaus nicht viel abgewinnen konnte. Trotzdem bin ich geneigt, dem guten Mann noch einmal eine Chance einzuräumen. Denn wie ich an andere Stelle schon einmal erwähnt habe: Heyne Hardcore ist eine Reihe, bei der man nie weiß, ob man jetzt Schund bekommt, oder das nächste große Ding. Abwarten.

Erscheinungstermin: 30. März

So, ich hoffe es waren schon mal ein paar Anregungen dabei, ich mache mich jetzt mal wieder an den Burke. Aber noch eine kleine Info am Rande: Bei diaphanes soll noch dieses Jahr eine Werkausgabe von Jerome Charyn erscheinen. Zumindest wurde die in der physischen Vorschau noch angekündigt. In der Online-Vorschau komischerweise nicht mehr. Angeblich arbeiten sie aber unter Hochdruck an der Fertigstellung. Ich kann es kaum erwarten, zumal es eine Sonderausgabe mit fantastischen Kunstdrucken des Artworks geben soll. Aber ich glaube das alles erst, wenn ich es in den Händen halte. Dann bin ich wohl für einen Monat nicht ansprechbar.

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6 Gedanken zu “Vorschau 2015: Teil 1

  1. So ist es, lieber DER SCHNEEMANN! Ryan David Jahn – nichts von ihm gelesen, nichts (bis gestern) von ihm gehört. Bei ca. 3.000 Neuerscheinungen im Jahr – im Printbereich ohne Selfpublisher – in den Segmenten Krimi/Thriller rutscht einiges durch!

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  2. Pingback: Vorschau 2015 | Teil 2 | Der Schneemann

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