Vorschau 2015: Teil 4

miller freedom child     Truc 40 Tage Nacht     Mackay Der Killer     Dazieri - In die Finsternis

So, wie versprochen geht es weiter mit dem Blick auf zukünftige Krimi-Highlights. Nachdem ich es bei Teil 2 und 3 erstaunlicherweise hinbekommen habe, sowas wie einen roten Faden zu finden, verzichte ich ab jetzt wieder darauf. Die Neuerscheinungen lassen sich nämlich nicht so leicht in Grüppchen sortieren, wie man das vielleicht gerne hätte.

Jax Miller | Freedom Child

miller freedom child

© Rowohlt

Das sagt der Verlag: Niemand weiß, dass sie noch lebt. Nicht mal ihre Kinder. Doch die sind nun in höchster Gefahr. Sie raucht, sie flucht, sie trinkt. Und lässt sich von niemanden etwas sagen. Jeder in der Stadt schätzt – oder fürchtet – Freedom Oliver. Keiner kennt ihren wahren Namen, ihr altes Leben: ausgelöscht. Das Leben, in dem sie ihren Mann erschoss, ihren Schwager ans Messer lieferte und ihre Kinder verlor. Das Leben, das sie für das Zeugenschutzprogramm aufgab. Nur abends verfolgt Freedom per Facebook, wie Matt und Rebekah erwachsen werden. Und dann kommt der Tag. Der Tag, an dem ihre Feinde Rache schwören. Und Rebekah verschwindet. Freedom weiß: Sie kann sich nicht länger verstecken, sie muss handeln …

Das sage ich: Eine fluchende, rauchende und trinkende Heldin, da muss ich doch gleich an Lady Bag denken. Freedom scheint zwar etwas jünger und noch mehr in die Gesellschaft integriert zu sein, aber die Leseprobe hat mich dann doch neugierig gemacht. Wenn das so weitergeht erwarten den Leser hier sehr unterhaltsame Dialoge, was die Geschichte selbst so kann wird man abwarten müssen. Der Vorname Freedom geht allerdings gar nicht, liebe Jax Miller. Am Ende kommen Mütter noch auf dumme Ideen.

Erscheinungsdatum: 31. Juli

Oliver Truc | 40 Tage Nacht

Truc 40 Tage Nacht

© Droemer

Das sagt der Verlag: Kautokeino in Lappland am 10. Januar. Eine gletscherkalte Polarnacht. Morgen wird nach vierzig Tagen die Sonne wiedergeboren, zwischen 11.14 und 11.41 Uhr – und die Menschen atmen auf. Morgen aber wird es auch zu den spektakulärsten Verbrechen kommen, die Kommissar Klemet Nago von der samischen Polizei in der verschneiten Tundra je gesehen hat: Eine kostbare samische Trommel, Wahrzeichen des letzten Urvolks Europas, wird aus dem Museum gestohlen. Wenig später findet man den Rentierhirten Mattis brutal ermordet auf. Klemet und seine Partnerin Nina, frisch von der Polizeischule im Süden des Landes, ermitteln – und geraten in politische und menschliche Verwicklungen, die tief in die Geschichte Lapplands zurückreichen.

Das sage ich: Mein erster Gedanke war, dass sich das Phänomen Polarnacht hervorragend für einen Krimi eignet. Mein zweiter Gedanke war, dass eine gestohlene Trommel – und sei sie noch so alt – und ein toter Rentierhirte nicht ganz das sind, was ich unter spektakulär verstehe. Aber vielleicht hat Hollywood mich auch einfach verdorben. Einen Blick werde ich hier allemal riskieren, denn: Oliver Truc macht nicht den Eindruck, als wollte er einen hyperstylishen Stieg Larsson Klon mit der Extra-Portion Blut abliefern. Der Mann ist Skandinavien-Korrespondent für „Le Monde“ und möchte der bedrohten Kultur der Sami mit diesem Krimi ein Denkmal setzen. Preise gab es dafür bereits schon einige. Hoffentlich nicht nur für das Engagement.

Erscheinungsdatum: 2. Februar

Malcom MacKay | Der Killer hat das letzte Wort

Mackay Der Killer

© Fischer

Das sagt der Verlag: Frank MacLeod war der Beste in seinem Fach. Überlegt. Effektiv. Skrupellos. Aber ist er immer noch der Beste? Er bekommt einen neuen Auftrag. Ein Ziel. Aber diesmal wird etwas furchtbar schiefgehen.
Der zweite Thriller nach ›Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter‹ nimmt die Leser mit auf die dunkle Seite von Glasgow. Wer zwischen die Fronten gerät, darf sich keinen Fehler erlauben. Denn Fehler sind tödlich.

Das sage ich: Teil Eins von Malcolm MacKays „Glasgow-Trilogie“, „Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter“, hat mich sehr gut unterhalten. Teilweise etwas zu viel – MacLeod referiert stellenweise über mehrere Seiten in einer Art inneren Monolog über die Regeln seines Handwerks – aber größtenteils gelungen. Für den Krimi hier hat er 2013 den „Scottish Book of the Year“ Award gewonnen, was mich hoffen lässt, dass hier nochmal eine Schippe drauf gelegt wurde. Aber wie bei allen Büchern hat das letzte Wort in dieser Sache nicht etwa der Killer, sondern eben das letzte Wort selbst. Und wenn man eine Reihe schon mal angefangen hat…

Erscheinungsdatum: 26. März

Sandrone Dazieri | In der Finsternis

Dazieri - In die Finsternis

© Piper

Das sagt der Verlag: Dante Torre besitzt eine besondere Gabe. Er kann Menschen lesen. Aber er hat teuer dafür bezahlt. Elf Jahre war er eingesperrt in ein Betonverlies und darauf angewiesen, die kleinste Regung seines Entführers zu deuten. Als Jahre nach seiner Befreiung ein kleiner Junge verschwindet, weiß Dante Torre, dass der Mann, den er Vater nennen musste, dahintersteckt. Doch der Vater gilt längst als tot. Nur Colomba Caselli glaubt Dante. Sie ist jung, gerade vom Dienst suspendiert und hat nichts zu verlieren bei dieser Ermittlung fern von allen Regeln. Dantes Spürsinn bringt die traumatisierte Frau auf eine Fährte: Jahrelang sind unzählige Kinder entführt worden – mit dem Ziel, ihre Erinnerung auszulöschen und sie zu neuen Menschen zu machen. Jetzt wird Colomba Caselli endgültig von ihrer Vergangenheit eingeholt …

Das sage ich: Opfer von Gewalt werden zu Jägern und Rächern, das ist nicht unbedingt ein neues Krimi-Rezept. Sandrone Dazieri ist allerdings einer der wichtigsten Drehbuchautoren für italienische Kriminalfilme, was die Sache etwas interessanter macht. Noch interessanter ist, dass er bereits einige Krimis geschrieben hat, die in Deutschland im grafit-Verlag erschienen sind. und die erahnen lassen, dass „fern von allen Regeln“ hier das bedeutet, was ich mir insgeheim für diese Art von Geschichte wünschen würde: Hard-boiled. Denn mal ehrlich, wer will 2015 noch den nächsten Toskana-Landschaftskrimi oder den x-ten römischen Kommissar, der in ein Bergdorf versetzt wird, in dem komischerweise niemand mit ihm spricht. Dann lieber ab In die Finsternis.

Erscheinungstermin: 9. März

Zusammenfassend lässt sich über die heutige Ausbeute nur sagen: Alles kann, nichts muss. Vielversprechendes Material, das sich schwer einschätzen lässt und jede Menge Konjunktiv. Mal sehen was noch so kommt. Einige Verlage halten sich was das angeht ja noch sehr bedeckt.

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