Vorschau 2015: Teil 5

mckkinty schwestern     Varenne Sieben Leben     Barry Stadt Bohane      Lansdale Kälte im Juli

Das dürfte dann jetzt der wohl (vor?)letzte Post in diesem Jahr werden. Ich habe mich noch mal ein bisschen durch die Verlagsvorschauen gewühlt, und siehe da, ich komme im Leben nicht mit meinen sechs Ausgaben dieser Rubrik hier hin. Ich versuche mich aber auf sieben zu beschränken. Versprochen. Denn wie auch dieses Jahr, stellt sich mir wohl 2015 wieder die Frage: Wer soll das alles bezahlen und wann soll ich das lesen?

Adrian McKinty | Die verlorenen Schwestern

mckkinty schwestern

© Suhrkamp

Das sagt der Verlag: Nordirland, 1983. Als an einem Septembertag 38 IRA-Terroristen aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausbrechen, herrscht höchste Alarmbereitschaft: Unter den Flüchtlingen befindet sich der in Libyen ausgebildete Bombenspezialist Dermot McCann. Inspector Sergeant Sean Duffy drückte mit McCann die Schulbank, weshalb mit einem Mal der MI5 vor seiner Tür steht. Duffy soll McCann finden. Er weiß: Jeden Moment könnten Bomben hochgehen, doch McCann bleibt von der Bildfläche verschwunden. Plötzlich wendet sich McCanns Ex-Schwiegermutter an Duffy. Sie will ihm helfen, allerdings nur unter einer Bedingung: Zuerst muss er das Rätsel um den Tod ihrer Tochter lösen. Vier Jahre zuvor war die Leiche der jungen Frau in einem von innen verriegelten Pub gefunden worden. Alles deutete auf einen Unfall hin, und doch ist die Mutter überzeugt, dass es Mord war. Aber wie sollte der Täter entwischt sein – bei verschlossenen Türen? Duffy ist ratlos, und die Uhr tickt …

Das sage ich: Wer Sean Duffy noch nicht kennt, dem sei an dieser Stelle eine unbedingte Empfehlung ausgesprochen. Bei „Die verlorenen Schwestern“ handelt es sich um den dritten Band der als Trilogie geplanten Reihe, die laut McKinty aber demnächst in die Verlängerung gehen wird. „Der katholische Bulle“ gehört zu den besten Krimis, die ich in diesem Jahr gelesen habe – so atmosphärisch und dicht, ich hätte bestimmt wochenlang unter meinem Auto nach Bomben Ausschau gehalten. Wenn ich denn eines besitzen würde. Blöd nur, dass Suhrkamp hier ähnlich vorgeht, wie btb es bereits mit Mike Nicol getan hat. Hier werden munter die Formate gewechselt. Nachdem die ersten zwei Teile als Hardcover vorlagen wird es hiervon nur ein Premium-Taschenbuch geben. Doof für die Sammler, gut für die Sparfüchse.

Erscheinungstermin: 8. März

Antonin Varenne | Die sieben Leben des Arthur Bowman

Varenne Sieben Leben

© C. Bertelsmann

Das sagt der Verlag: 1852: Arthur Bowman, einer der härtesten Söldner der Ostindienkompanie in Birma, hat eine gefährliche Expedition tief in indigenes Gebiet geführt; ein Himmelfahrtskommando, das mit der Gefangensetzung der zehn Überlebenden endet. Sechs Jahre später ist er ein gebrochener Mann im viktorianischen London während der Jahrhunderthitze. Alkohol- und opiumsüchtig verdingt er sich als Polizist. Da wird in der Kanalisation eine verstümmelte Leiche entdeckt – und Bowman des Mordes verdächtigt. Denn der Tote trägt Narben wie er – Folge der Folter in Birma. Also bricht er auf, die neun Mitinhaftierten zu finden. Die Suche führt ihn in den Wilden Westen, wo weitere bestialische Morde geschehen. Bis er den Mörder findet, hat er sich durch seine Erlebnisse und die Liebe einer Frau zu einem geläuterten Menschen gewandelt …

Das sage ich: Der Western erlebt gerade seine Renaissance in der Kriminalliteratur. Dementsprechend bin ich gespannt, ob auch dieses Buch hier die Qualität der letzten Veröffentlichungen in diesem Sektor halten kann. Zumal es hier nicht allzu „klassisch“ zuzugehen scheint. Einen opiumsüchtigen Ermittler hatte ich glaube ich noch nie in einem Roman. In Frankreich ist der Autor bereits mehrfach für seine Werke ausgezeichnet worden, mir war er bisher unbekannt, aber ich mache ja gerne neue Bekanntschaften. Nur mit Titel und Cover will ich nicht so recht warm werden, aber am Ende zählt sowieso nur der Inhalt.

Erscheinungsdatum: 18. Mai

Kevin Barry | Dunkle Stadt Bohane

Barry Stadt Bohane

© Tropen/Klett-Cotta

Das sagt der Verlag: Die einst bedeutende Stadt Bohane an der irischen Westküste liegt darnieder. Es herrschen Gewalt und Chaos, die Clans sind gespalten. Auch wenn noch ein wenig vom alten Glanz geblieben ist, findet das eigentliche Leben in den Slums und verwahrlosten Wohnblocks von Smoketown statt. Scheinbar seit Ewigkeiten steht alles unter der Kontrolle von Logan Hartnett, dem adretten Paten der Hartnett-Fancy-Gang. Aber es liegt Ärger in der Luft. Gerüchte gehen um, dass Logans Erzfeind Gant Broderick nach fünfundzwanzig Jahren zurück in der Stadt ist, und seine Schergen entwickeln auf einmal ihren ganz eigenen Ehrgeiz. Logans bessere Hälfte drängt ihn, alles aufzugeben und sich zurückzuziehen. Doch da kennt die Missus ihren Langen Lulatsch schlecht.

Das sage ich: Ein Debut! Und schon wieder ein Ire! Ich muss mir dringend die englische Ausgabe besorgen, immerhin mache ich im Februar eine Irland-Themensendung, und das wird etwas knapp mit dem Erscheinungstermin. Der Tropen Verlag steht jedes Jahr für hochqualitative Kriminalliteratur und entdeckt regelmäßig echte Perlen fürs deutsche Publikum. Dementsprechend bin ich höchst optimistisch. Warum Iren aber immer gleich mit Joyce verglichen werden müssen ist mir ein Rätsel. Vielleicht, weil den jeder kennt. Auf jeden Fall heißt es im Pressetext zur Originalausgabe: „As if Joyce had sat down and written Sin City.“ Aha.

Erscheinungstermin: 21. Februar

Joe R. Lansdale | Die Kälte im Juli

Lansdale Kälte im Juli

© Heyne

Das sagt der Verlag: Richard Dane ist ein anständiger Bürger und Familienvater. Doch eines Nachts ändert sich sein Leben von Grund auf. Richard stellt einen Einbrecher und erschießt ihn. Für die Polizei ist der Fall klar: Notwehr. Doch als der Vater des Erschossenen beschließt, Rache für seinen Sohn zu nehmen, wird eine Kette von blutigen Ereignissen in Gang gesetzt. Um seine Familie zu schützen, greift Richard zu extremen Mitteln …

Das sage ich: „Cold in July“ wird nicht zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt (der Titel lautete damals „Kalt brennt die Sonne über Texas“), ich gehe mal davon aus, dass das Release irgendwie mit der Verfilmung zusammenhängt. Dumm nur, das es für Deutschland noch gar keine Termin für einen Kinostart gibt. Hoffentlich bekommen wir wenigstens die DVD, der Trailer sah nämlich relativ stimmig aus. Zu Lansdale selbst muss man denke ich nichts mehr sagen. Er ist und bleibt der König des düsteren Südstaatenkrimis. Da ich den Roman noch nicht kenne, freue ich mich sehr über diese Neuübersetzung.

Erscheinungstermin: 9. März

Jetzt habe ich doch tatsächlich über die Feiertage eine Pause eingelegt. Dafür hatte ich auf mehreren Bus- und Zugfahrten die Chance, einige Bücher, die sich ganz bestimmt in meinen Jahrescharts befinden werden, zu Ende zu lesen. Noch ein Buch, dann gebe ich für 2014 auf. Ob meine Bestenliste noch in diesem Jahr fertig werden wird, kann ich jetzt noch nicht genau sagen. Eine Review zu „Regengötter“ habe ich auch begonnen. Es wird hier also nicht langweilig werden. Und außerdem: Es schneit!

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3 Gedanken zu “Vorschau 2015: Teil 5

  1. Betr.: Lansdale
    Ich vermute, dass hier auf den Lansdale-Hype, der derzeit herrscht, dieses Buch noch draufgesetzt werden soll. Scheint ähnlich zu sein wie bei Simon Beckett. Als der mit „Chemie des Todes“ und „Kalte Asche“ die großen Erfolge hatte in Deutschland hatte, wurden die alten Ladenhüter, die bei uns wenig Erfolg hatten, ausgegraben, überarbeitet und unter neuen Titeln wieder auf den Markt gebracht – und im Sog der David-Hunter-Reihe erfolgreich vermarktet.

    Gefällt 1 Person

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