Leseprojekt: Dumont Noir

Dumont Noir

Bei unseren Vorfahren war es wohl noch klar getrennt: Die einen waren Jäger, die anderen Sammler. Heute ist das nicht mehr ganz so einfach. Ich bin zum Beispiel beides. Ich stelle mir wahnsinnig gerne neue Bücher ins Regal, und sollte es die mal nicht mehr geben, mache ich mich eben auf die Jagd. Der Sieger des Gewinnspiels meiner ersten Sendung, Lothar, hat in diesem Fall, um die Metapher weiterzuspinnen, den Köder ausgelegt. Als ich ihm seinen Gewinn vorbeibrachte, hat er mir netterweise zwei Bücher geschenkt. Außerdem lieh er mir zwei Bände der Reihe „Dumont Noir“, die, herausgegeben von Martin Compart, ab 1999 erschienen war und nach 23 Bänden eingestellt wurde. Hier eine Übersicht. Mein erster Gedanke: 23 Bände? Klingt machbar. Seitdem bin ich erfolgreich auf der Jagd.

Damit ihr Leser auch was davon habt, möchte ich in unregelmäßigen Abständen ab sofort Bände aus dieser Reihe vorstellen. Im Idealfall alle – sofern ich sie auftreiben kann. Dieses „Leseprojekt“ ist alleine vom Umfang her schon nicht mit dem Konzept meiner Themensendungen zu vergleichen, es gibt auch noch einen anderen, wesentlichen Unterschied: Ich empfehle hier sonst Bücher, damit ihr, sofern sie euch denn ansprechen, sie selbst lesen könnt. Die Bücher sind noch erhältlich. Hier ist das schon etwas schwieriger, man kann in den meisten Fällen nicht einfach in die Buchhandlung gehen oder sie im Internet bestellen. Vereinzelt wurden die Romane zwar anderweitig wieder veröffentlicht (z.B. „Laidlaw“ von McIlvanney), den Großteil bekommt man aber nur gebraucht und das auch nicht an jeder Ecke.

Warum sollte euch das also interessieren? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen ist es ja nicht unmöglich, sich diese Bücher tatsächlich noch zu besorgen. Sie werden zu günstigen bis moderaten Preisen angeboten. Außerdem haben die Autoren, deren Bücher in dieser Reihe veröffentlicht wurden, oft noch mehr geschrieben. Man kann sich über eine Rezension also auch  einen Eindruck verschaffen, in welche Richtung das geht. Und dann soll es ja noch Leute geben, die das Thema Krimi so spannend finden, dass sie einfach nur alles darüber wissen möchten, was sie an Information in die Finger bekommen. Ich zähle mich zu den Letztgenannten. Man kann zwar nicht alles lesen, was in diesem Genre erschienen ist und noch erscheinen wird, aber man kann es versuchen. Oder anderen zuhören, die einem einen Teil davon abnehmen. Ich hab jedenfalls Blut geleckt (zurück zur Metapher!) und halte euch auf dem Laufenden.

Übersicht der bereits rezensierten Bücher:

  • Band 01: Derek Raymond – Die verdeckten Dateien
  • Band 02: Russell James – Underground
  • Band 03: Jonathan Gash – Lovejoys Duell
  • Band 04: Harry Whittington – Im Netz
  • Band 05: Ulf Miehe – Puma
  • Band 06: George P. Pelecanos – Das große Umlegen
  • Band 07: James Sallis – Deine Augen hat der Tod
  • Band 08: Jonathan Gash – Lovejoys Gold
  • Band 09: Russell James – Payback. Floyd Carters Rückkehr
  • Band 10: Robert J. Janes – Salamander
  • Band 11: James Sallis – Die langbeinige Fliege
  • Band 12: Harry Whittington – Du bist als Nächster dran!
  • Band 13: Jonathan Gash – Lovejoys Gral
  • Band 14: Armitage Trail – Scarface
  • Band 15: William McIlvanney – Laidlaw
  • Band 16: George P. Pelecanos – King Suckerman
  • Band 17: Max A. Collins – Blut und Donner
  • Band 18: Robert J. Janes – Stonekiller
  • Band 19: Russell James – Schlachtmusik
  • Band 20: James Sallis – Nachtfalter
  • Band 21: Harry Whittington – Vergib mir, Killer
  • Band 22: Martin Compart (Hrsg.) – Noir 2000. Ein Reader
  • Band 23: Joe R. Lansdale – Schlechtes Chilli

unterstrichen = bereits in meinem Besitz

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4 Gedanken zu “Leseprojekt: Dumont Noir

  1. Ein wirklich interessantes Leseprojekt! Die Reihe wollte ich auch schon immer mal lesen. Dann kamen mangelnde Zeit und andere Projekte dazwischen. Ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen jetzt nicht mehr, denn nun gibt es ja dich. Wunderbar! 🙂

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