Vorschau 2015: Teil 8

burke glut asche    kanon leaving berlin    nisbet welt ohne skrupel    mccabe unfehlbar

Ich habe nicht mal einen Bruchteil der interessanten Krimis gelesen, die im Lauf dieses Jahres bereits erschienen sind, und schon kündigen die Verlage für den Herbst eine weitere Flut Neuerscheinungen an. Ich konnte natürlich nicht anders als einen Blick hineinzuwerfen. Meine Einkaufsliste ist dementsprechend wieder etwas länger geworden, mittlerweile entspricht das Geld, das zum Kauf aller Wunschbücher nötig wäre, in etwa meinem Monatsgehalt. Falls mein Vermieter das hier lesen sollte: Schauen Sie sich doch mal diese Bücher an, die muss man doch haben? Wie wäre es statt einem „meatless monday“ mal mit einem mietfreien Monat? Ich bin sowieso Vegetarier.

James Lee Burke | Glut und Asche

burke glut asche

© Heyne

Das sagt der Verlag: »Vielleicht würde er eines Tages die Angst vergessen, die in jenen fünfzehn Minuten einen anderen Menschen aus ihm gemacht hatte.« Danny Boy Lorca ist das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, als er sich ins Büro von Sheri Hackberry Holland schleppt. In der Wüste nahe der texanisch-mexikanischen Grenze wurde er Zeuge eines brutalen Mordes. Von einem zweiten Gefangenen fehlt jede Spur. Hackberry Holland hat erneut alle Hände voll zu tun, um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Das sage ich: „Die machen jetzt Ernst“, meinte ein Kollege hinsichtlich dieser Veröffentlichung vor ein paar Tagen zu mir. Schon wieder ein Burke. „Sturm über New Orleans“ habe ich immer noch nicht gelesen, aber der alte Sheriff Hackberry Holland hat es mir schon in „Regengötter“ so sehr angetan, dass ich um diesen erneuten Wälzer (704 Seiten) wohl nicht herumkomme.

Erscheinungstermin: 14. September

Joseph Kanon – Leaving Berlin

kanon leaving berlin

© C. Bertelsmann

Das sagt der Verlag: Berlin 1949: Die Stadt liegt immer noch in Trümmern. Der Kalte Krieg hat begonnen, der Westteil der Stadt kann nur noch durch eine Luftbrücke versorgt werden. Im Ostteil formiert sich die DDR als sozialistischer Staat. Schwarzmarkt und Spionage sind an der Tagesordnung. Selbst die Kultur ist zu einem ideologischen Schlachtfeld geworden. Der Schriftsteller Alex Meier war 1933 vor den Nazis in die USA geflohen und hat dort Fuß gefasst. Doch das McCarthy-Regime hat seine politische Vergangenheit durchleuchtet und ihn aus den USA ausgewiesen. Er geht nach Ostberlin, wo sich auch Bertolt Brecht, Helene Weigel und Ruth Berlau niedergelassen haben. Die CIA bietet ihm die Chance auf eine Rückkehr in die USA, wenn er seine Schriftstellerkollegen ausspioniert. Doch die Sache läuft aus dem Ruder, als Alex erfährt, dass er die Frau verraten soll, die er einst über alle Maßen geliebt hat und in Deutschland zurücklassen musste …

Das sage ich: Der Vorgänger „Die Istanbul-Passage“ war 2014 in etlichen Bestenlisten zu finden. Ich persönlich habe noch nichts von ihm gelesen, da Spionage-Romane eigentlich nicht meine Tasse Tee sind, genauso wenig wie die nicht abreißende Flut von Berlin-Nachkriegszeit-Romanen. Mich reizt das Buch aber trotzdem. Das mag daran liegen, dass ich immer über gefeierte Autoren Bescheid wissen möchte (Kanon gehört vielleicht bald schon zu selbigem, wer weiß?), oder aber, und das halte ich für wahrscheinlicher, an der Tatsache, dass es um Schriftstellerei geht.

Erscheinungsdatum: 12. Oktober

Jim Nisbet | Welt ohne Skrupel

nisbet welt ohne skrupel

© Pulp Master

Das sagt der Verlag: Klinger hat schon einiges durchgemacht und hängt am liebsten unter seinesgleichen in den lausigsten Kaschemmen San Franciscos ab. Mit Kaffee, Zigaretten und ein paar Drinks durch den Tag zu kommen und eine Bleibe für die Nacht zu finden sind sein Ansporn, sich als Kleinkrimineller seinen Pflichtanteil am Leben zu ergaunern. Doch als er einen Betrunkenen aufs Korn nimmt, der sich als wichtiger App-Entwickler entpuppt, schnallt Klinger, dass sich mit einem glimmenden Smartphone oder einem Börsengang weitaus mehr absahnen lässt als mit den kleinen Gaunereien der Nacht.

Das sage ich: Jim Nisbet ist ein Mann der guten Einfälle. In „Die Krake auf meinem Kopf“ gibt es beispielsweise eine Figur – wer es gelesen hat, weiß welche ich meine – die so unvermittelt erscheint und so nachhaltig beeindruckt, dass ich bis heute ein schlechtes Gefühl habe, wenn ich Pfefferminz-Bonbons esse. An „Welt ohne Skrupel“ interessiert mich vor allem der letzte Satz der Inhaltsbeschreibung. So gerne ich über Kleinkriminelle lese, so bewusst bin ich mir auch, wie und wo die wirklich kriminellen Dinge vonstatten gehen. Umso spannender also, wenn der Autor zwei Welten aufeinander treffen lässt.

Erscheinungsdatum: November

Bruce McCabe | Unfehlbar

mccabe unfehlbar

© Blanvalet

Das sagt der Verlag: San Francisco in der nahen Zukunft: Eine Technologiefirma hat Roboter entwickelt, die sich von echten Menschen kaum unterscheiden und ein scheinbar normales Leben führen. Eine wachsende Zahl religiöser und politischer Gruppen verteufelt diesen Fortschritt. Als ein Bombenanschlag die Stadt erschüttert, wird Daniel Madsen beauftragt, den Attentäter zu finden. Er gehört einer kleinen Eliteeinheit des FBI an, die mit neuesten Technologien ermittelt. Madsen bleibt nicht viel Zeit, denn der Täter kann jederzeit erneut zuschlagen. Und er muss abtauchen in eine düstere Welt aus Gewalt, Sex und Korruption …

Das sage ich: Mein erster Gedanke: Blade Runner. Einer meiner Lieblingsbücher/-filme und nicht nur nach Meinung von Adrian McKinty dem Genre „Noir“ zuzuordnen. Das mir die Verbindung von Science Fiction und Krimi darüber hinaus sowieso gut gefällt, dürfte den aufmerksamen Lesern dieses Blogs ja mittlerweile bekannt sein. „Unfehlbar“ kommt genau richtig, um mir die Wartezeit auf den dritten Dewey-Decimal-Roman zu verkürzen. Es ist der erste Roman von Bruce McCabe, der früher im Bereich der Technologie gearbeitet hat. Solange ich nicht mit seitenlangen Ausschweifungen über uninteressante Einzelheiten gelangweilt werde, kann, was mich angeht, nicht mehr viel schief gehen. Wenn es nur nicht noch so lange hin wäre.

Erscheinungsdatum: 18. Januar 2016 (!)

Von vielen Verlagen gibt es natürlich zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Vorschau, weshalb ich diesmal nicht in der gleichen Frequenz wie beim letzten Mal nachlegen werde. Aber wer weiß, vielleicht denken sich die Verlage jetzt ja auch: Mist, der Schneemann hat schon angefangen mit seinem Vorschau-Marathon, jetzt müssen wir uns langsam beeilen. Ich würde gerne glauben, dass es so ist.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Vorschau 2015: Teil 8

  1. Als ich die Überschrift las, dachte ich nur – „oh nein, er hat schon alle Vorschauen durchgesehen und sogar verbloggt!“, aber nun bin ich etwas beruhigt. Ich bin ja jedes Jahr wieder überrascht, wie früh die ersten Herbstprogramme eintrudeln, aber gut, das gehört dazu. Auf den Nisbet freue ich mich auch schon sehr, ebenso auf die Fortsetzung von „Regengötter“.

    Gefällt 1 Person

Diesen Artikel kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s