8 Denkanstöße zum Verhältnis von Bloggern und Journalisten

Puh. Heute mal keine unbeschwertes Sonntagsfrühstück. Nachdem mein letzter Beitrag über meine persönlichen Ansprüche an diesen Blog so intensiv diskutiert wurde, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Es war nämlich interessant zu sehen, wie die Diskussion scheinbar selbstverständlich auf eine größere, allgemeine Ebene abgedriftet ist, was ich, nicht falsch verstehen, gar nicht schlimm finde. Da scheint Gesprächsbedarf zu bestehen. Ich hatte zwar das Gefühl, teilweise missverstanden worden zu sein, aber die Kommentare, die direkt unter dem Beitrag entstanden, waren doch allesamt konstruktiv und haben etwas zur Sache beigetragen. Danke dafür. Unschön fand ich es, dass meine Äußerungen von anderen nicht nur völlig falsch dargestellt, sondern, und das schließt auch die Abschnitte über meine persönlichen Wünsche und Ziele ein, mit Häme bedacht wurden. Das mutet am Rande einer Diskussion, in der er es genau um diese Thematik geht, sehr grotesk an, zeigt aber auch noch etwas Anderes: Der Graben zwischen Bloggern und Journalisten wird größer, der Ton schärfer. Um das zu bemerken reicht es absurderweise schon, nur die Absicht zu äußern, einmal Journalist werden zu wollen. Man kann dementsprechend zum Thema Bloggen und Journalismus kaum etwas sagen, ohne dass es auf diesen „Konflikt“ zurückgeführt wird. Als befänden wir uns im Krieg. Warum ist das so? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Ich drückte auf die Gehirntube und es wurde Senf:

1. Sprecht miteinander, nicht übereinander.

Blogs leben vom Austausch. Blogger freuen sich über Kommentare. Wenn einem etwas, das auf einem Blog steht, sauer aufstößt, sollte man zuallererst die Kommentarfunktion nutzen. Das gilt auch für Journalisten. Diese gibt es übrigens auch bei den meisten journalistischen Erzeugnissen im Netz. Sofern die Kommentarfunktion nicht gesperrt ist (siehe z.B. Kuppler-Debatte), ist das eine Möglichkeit mit der Autorin oder dem Autoren direkt in Kontakt zu treten. Das erspart oft Missverständnisse. Wenn man dann feststellen sollte, dass es Sinn macht, das Ganze an anderer Stelle fortzusetzen, wäre es schön, wenn man sich darauf gemeinsam einigen könnte. Generell sollte auf jeden Fall der Grundsatz gelten: Führt die Diskussion so, dass alle davon profitieren und nicht nur, um euch selbst zu profilieren. Auch wenn der Unterschied scheinbar nur in einem Buchstaben besteht, liegen dazwischen Welten. Außerdem vermeidet man damit, dass sich jemand an den Pranger gestellt fühlt, wie im Fall Krimimimi.

2. Blogger sind Privatpersonen und sollten als solche behandelt werden.

Ich sehe Blogger, wie die Überschrift verdeutlicht, nicht als Personen öffentlichen Interesses. Natürlich suchen Blogger eine Art Öffentlichkeit, diese ist aber so partikulär, dass man sie eher als privates Netzwerk bezeichnen kann. Manchmal erreichen Blogger zwar durchaus eine ganze Menge Leute, trotzdem ist Bloggen in erster Linie Hobby und damit nun mal der Privatsphäre zugehörig. Diese sollte nicht verletzt werden, in dem man eine Person an die Öffentlichkeit zerrt. Das Interesse, dass an den Bloggern besteht, wiegt dies nämlich mitnichten auf. Jetzt könnte man argumentieren, dass sich ja einige, wie ich selbst, durchaus als Journalismus-Asprianten verstehen, und demnach auch nach allgemeingültigen Maßstäben beurteilt werden können. Das ist nicht unbedingt verkehrt, sollte aber eben auch nur dann der Fall sein, wenn die betreffende Person das explizit äußert. Es wäre daher vielleicht nicht schlecht, in der Blogbeschreibung, die ja in den meisten Fällen besteht, den eigenen Anspruch zu formulieren. Nur so ein Gedanke. Sofern das nicht anderweitig formuliert wird, sollte man immer vom bloßen Hobby als Beweggrund für die Beiträge anderer ausgehen und sie auch dementsprechend behandeln.

3. Blogger und Journalisten können ohne Probleme koexistieren.

Dem zu Beginn formulierten „Streit“ Blogger vs. Journalisten liegt ein Missverständnis zugrunde, nämlich die Vorstellung, es gäbe ein umkämpftes Terrain, dass beide Parteien für sich beanspruchen. Das ist Quatsch. Es gibt bei uns eine riesige Zahl journalistischer Angebote, ebenso wie es eine riesige Zahl an Blogs gibt. Gut so! Vielfalt ist in jedem Fall positiv für die Nutzer medialer Angebote. Außerdem sind die Überschneidungen beider Bereiche marginal, ich empfehle hier den Artikel von Caterina Kirsten im Börsenblatt. Die paar Blogs, die sich ausdrücklich auch im Bereich der Literaturkritik bzw. des Literaturjournalismus versuchen, sehen sich, so zumindest mein Eindruck, ebenfalls nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Formaten. Sie stellen eine Ergänzung dar, wollen vielleicht irgendwann Teil davon werden, nicht aber Leser abwerben oder Sonstiges. Auch hierzu gibt es eine interessante Studie aus dem letzten Jahr. Der Leser selbst ist mündig genug, um sich für ein Angebot zu entschieden. Manchen ist der Journalismus zu unpersönlich und trocken, zu theoretisch, anderen ist der Blog zu unbedarft, zu subjektiv, zu persönlich. Außerdem nutzt niemand mehr nur noch ein Medium, um sich zu informieren, völlig unabhängig vom Thema. Schwierig wird es dann bei einem anderen Punkt…

4. Blogger sollten nicht umsonst die Arbeit von Journalisten übernehmen.

Stichwort: Paid Content. Immer wieder lese ich in Branchenzeitschriften Beiträge von Bloggern. Das finde ich erst einmal schön, vor allem weil es zeigt, dass die klassischen Medien durchaus Interesse an dem haben, was sich in diesem Bereich tut. Schwierig wird es dann, wenn Blogger sich für Beiträge nicht bezahlen lassen. Die Zeilenhonorare für Journalisten sinken ohnehin schon ins Bodenlose, bei Lokalzeitungen liegen sie teilweise unter der 20-Cent-Marke für Freischaffende. Wenn jetzt jemand daherkommt, der den Job auch noch für lau macht, hilft das nicht, sondern verstärkt das Problem sogar noch. Also liebe Kolleginnen und Kollegen: Verlangt Geld, wenn mit eurem Namen Content verbreitet wird, an dem eure Auftraggeber verdienen. Das ist nur gerecht. Es ist fadenscheinig, sich über Amazon & Co. aufzuregen, aber dann Journalisten die Artikel vor der Nase wegzuschnappen. Natürlich ist das keine generalisierbare Aussage, das mag im Einzelfall, gerade wenn es um das Thema Bloggen selbst geht, nicht der Fall sein. Bedenkt aber bitte einfach die Folgen eures Handelns und seid euch im Klaren darüber, dass Arbeit jeglicher Form eine gerechte Bezahlung zur folge haben sollte.

5. Journalisten und Bogger können Einiges voneinander lernen.

Das Berufsbild des Journalisten befindet sich im Digitalen Zeitalter stetig im Wandel. Die Blogger besetzen Nischen, von denen Journalisten oft nicht einmal geahnt haben, dass sie existieren. Statt sich also zu zerfleischen, sollte man sich vielmehr fragen: Was können wir uns davon abschauen? Was machen Blogger/Journalisten vielleicht besser? Blogger sind meistens Profis in Sachen Gestaltung, Multichanneling und unkonventioneller Aufbereitung von Themen. Journalisten ordnen Themen meistens besser in den Gesamtzusammenhang ein, haben eine routiniertere Arbeitsweise und recherchieren besser. Statt sich immer auf die negativen Aspekte zu konzentrieren, sollten wir den Fokus darauf legen, was die andere Seite gut kann und daraus Schlüsse für uns selbst ziehen.Im besten Fall sollten Blogger und Journalisten Partner sein, die zusammenarbeiten.

6. Bloggen bedeutet Vernetzung, aber nicht auf Kosten der Integrität.

Ein Blog ist oft nur so gut wie seine Community. Niemand schreibt gerne Beiträge, die keinen interessieren. Die Vernetzung untereinander ist ein Grundsatz des Bloggens und oft die einzige Möglichkeit, wahrgenommen zu werden. Wir machen auf die Beiträge unserer Kolleginnen und Kollegen aufmerksam, verlinken sie auf unserer Seite und erwähnen sie auf unseren Social Media Kanälen. Was aber nicht heißen sollte, dass wir das aus einem reinen Pflichtgefühl heraus tun sollten. Bleibt integer! Wenn euch ein Beitrag nicht gefällt, verlinkt ihn nicht. Wenn euch jemand erwähnt, mit dessen eigenen Beiträgen ihr nichts anfangen könnt, dann erwähnt ihr ihn eben nicht. Eine Gegenleistung sollte nie entgegen der eigenen Überzeugung stattfinden und damit zum reinen Selbstzweck verkommen. Wehrt euch gegen den Gruppenzwang und bleibt Individualisten. Notfalls tretet ihr eben jemandem damit auf die Füße, aber werdet bitte nicht zum Fähnchen im Wind. Eure Leser verlassen sich darauf, dass eure Empfehlungen auch wirklich eure Meinung widerspiegeln, womit wir beim nächsten Punkt angelangt werden.

7. Der Grundsatz der Unbestechlichkeit sollte für uns alle gelten.

Immer mehr Verlage verteilen großzügig Leseexemplare an Bloggerinnen und Blogger. Zuletzt machte die Verlagsgruppe Random House mit ihrer Plattform für Literaturblogs von sich reden. Feine Sache. Interessant ist dabei folgende Formulierung:

Wenn Ihnen ein Titel nicht gefallen hat, und Sie ihn nicht rezensieren möchten, sagen Sie einfach Bescheid: Der richtige Ansprechpartner steht beim Titel.

Erst im FAQ wird dann differenziert:

Natürlich. Wir wollen keinen Einfluss auf den Inhalt Ihrer Rezension nehmen und machen auch den Versand von Rezensionsexemplaren nicht abhängig von Ihren Buchbewertungen. Begründete und sachliche Kritik ist für uns außerdem eine wichtige Rückmeldung. Wir bitten Sie aber, auch im Internet (wie im echten Leben) um einen angemessenen Tonfall: In einem Buch stecken immer viel Liebe, Mühe und Arbeit.

(Da die Zitate dem internen Bereich des Bloggerportals entstammen und somit nicht öffentlich zugänglich sind, kann ich an dieser Stelle leider nicht darauf verlinken.)

So sollte es auch von uns gehandhabt werden. Wenn ein Buch nicht gut ist, dann sagt das. Lasst euch nicht von Verlagsgeschenken beeinflussen. Ein Blog ist nicht der verlängerte Arm des Verlagsmarketings. Wenn Verlage euch nach einer negativen Besprechung (Achtung: Nicht zu vergleichen mit einem Verriss) keine Bücher mehr zur Verfügung stellen, so ist das bedauerlich und sollte thematisiert werden. Die Angst davor darf aber keine Rolle in euren Beiträgen spielen.

8. Blogger und Journalisten sollten respektvoll miteinander umgehen.

Wir sind alles Menschen. Klingt kitschig, ist aber so. Menschen sollten sich gegenseitig mit Respekt behandeln. Eine Kommunikation, die nicht auf Augenhöhe stattfindet, verdient diesen Namen nämlich nicht. Das ist der wichtigste Grundsatz überhaupt, er gilt sowohl für den Umgang von Bloggern mit Journalisten und umgekehrt, als auch für den jeweiligen internen Umgang. Kritisiert euch gegenseitig, aber achtet auf den Ton und liefert Argumente anstelle von Seitenhieben. Die lesen sich möglicherweise unterhaltsamer, verhärten aber nur die Fronten und helfen damit niemandem. Belächelt euch nicht, sondern nehmt euch ernst, sonst könnt ihr euch auch gleich völlig ignorieren. Was schade wäre, denn wie gesagt, wir können viel voneinander lernen. Die Medienlandschaft verändert sich sowieso, ob wir wollen oder nicht. Wir können jetzt entscheiden, inwiefern wir diesen Wandel mitgestalten.

So weit mein Versuch, allgemeine Aussagen über das Verhältnis von Bloggern und Journalisten zu treffen. Vielleicht lehne mich mich da stellenweise weit aus dem Fenster, keine Ahnung, aber dafür habe ich ja euch. Diskutiert mit mir, verbessert mich, macht eigene Vorschläge. Ich wünsche mir einen sachlichen, argumentativen Austausch auf Augenhöhe und bin schon gespannt, was euch dazu einfällt.

Euer Schneemann

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12 Gedanken zu “8 Denkanstöße zum Verhältnis von Bloggern und Journalisten

  1. Pingback: “Ja” zu mehr Professionalität | Der Schneemann

  2. Ich möchte keine Namen nennen, aber auf dem ein oder anderen Blog wurde in Bezug auf deinen Beitrag deutlich überreagiert. Geradezu, als wenn man auf einen Anlass gewartet hätte, beleidigt zu sein und gleich das Blog zu schließen. Da habe ich kein Verständnis für, auch wenn es mich nicht wundert, dass einige sich einem potentiellen Shitstorm nicht aussetzen wollen – Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Ich finde es auch sehr bedauerlich, dass es eines meiner liebsten LitBlogs getroffen hat.

    Ich für meinen Teil fand weder an deinem letzten noch diesen Beitrag etwas Schlimmes, auch wenn man den Text so hätte formulieren können, dass nicht KrimiMimi als Aufhänger gedient hätte. Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn jemand gedisst wird.

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    • Ja, mit Krimimimi magst du recht haben, aber mein Gedankengang startete nun mal auch mit dem Beitrag von Wörtche, der eben zulasten Mimis ging. Ich selbst habe mich im Beitrag ja überhaupt nicht wertend dazu geäußert und finde es auch nicht schön, wenn jemand gedisst wird. Das habe ich hier jetzt hoffentlich deutlich machen können.

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    • Nachtrag: Der Blogpost, auf den du anspielst, meinte wohl doch nicht mich. Hatte das auch gedacht, hab jetzt aber das Gegenteil bestätigt bekommen. Das war aber übrigens nicht das, worauf ich in der Einleitung dieses Beitrags angespielt habe 😉

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  3. Danke für dieses schöne Plädoyer, das mir eher Mut macht als mich abschreckt oder gar dazu verleitet, meinen Blog zu schließen. :-/ Man lernt schließlich nie aus und sollte Fehler machen dürfen. Gerade bei Blogs. Mehr als in diesem Beitrag muss eigentlich nicht mehr gesagt werden.

    Gefällt 1 Person

  4. Danke für diese sehr klugen Gedanken und Anregungen – vieles davon hätte ich selbst gerne in meinem Meinungsartikel gesagt, aber der Platz war nun einmal arg begrenzt. 😉 Ich stimme dir in allem zu, vor allem Punkt 3 und 5 scheinen mir wichtig: »Blogger sind meistens Profis in Sachen Gestaltung, Multichanneling und unkonventioneller Aufbereitung von Themen. Journalisten ordnen Themen meistens besser in den Gesamtzusammenhang ein, haben eine routiniertere Arbeitsweise und recherchieren besser.« Das hast du hervorragend herausgearbeitet! Dazu nur noch eine Ergänzung: Blogger und Journalisten können voneinander lernen, sie müssen es aber nicht. Wie du schon sagst: Nicht alle Blogger haben denselben Anspruch. Viele, die meinen Börsenblatt-Artikel teilten, haben bestätigt, dass sie keine Kritiker sein wollen, d.h. Aspekte wie der »Gesamtzusammenhang« sind für sie nebensächlich, sie wollen einfach nur über Leseeindrücke und sich mit anderen darüber unterhalten. Auch das ist legitim. Interessant ist in diesem Kontext deine Anregung, in der Blogbeschreibung den eigenen Anspruch zu formulieren. Das werde ich mir tatsächlich überlegen! Merci nochmals.

    Gefällt 1 Person

  5. Vielen Dank für den sachlichen und differenzierten Beitrag.

    Ich möchte hier ein paar Gedanken ergänzen, die mir zu dem Thema im Kopf herumspuken.

    Im Frühjahr 2014, das haben Sie ja in Ihrem Beitrag erwähnt, gab es eine Studie, die das Verhältnis von Themenblogger (wozu ja auch Literatur- bzw. Buchblogger gehören) und Journalisten untersucht hat. Da ich zu den angeschriebenen Personen gehörte, hatte ich Gelegenheit sowohl die Fragestellung als auch die auf den Antworten resultierenden Ergebnisse zu lesen. Folgendes ist mir dabei aufgefallen:

    1. Die Ansprüche an die eigenen Beiträge variierten, eine recht hohe Anzahl derjenigen, die sich beteiligt haben, orientierten sich jedoch an den Kriterien für Journalismus.
    2. Es wurde festgestellt, dass seitens der Blogger ein angespanntes Verhältnis zum Journalismus wahrgenommen wurde.
    3. Ich selber hatte das Gefühl, dass sich sowohl in der Fragestellung als auch in den Schlüssen, die aus den Antworten gezogen wurden immer wieder eine Art Schubladendenken (Blogger sind soundso, Journalisten dagegen soundso…) bemerkbar machte. Wahrscheinlich unterbewusst (wir sind ja alle Menschen und haben unsere „Vor-Urteile“).

    Ich glaube, und das ist meiner Meinung nach Teil des Problems, dass schon diese Gegenüberstellung Blogger vs. Journalisten nicht richtig ist und einer Lösung im Wege steht.
    Warum? Oder fragen wir mal anders: Was sind eigentlich die Kriterien, nach denen man unterscheiden kann, ob jemand Blogger oder Journalist ist? Ist die Veröffentlichungsplattform ausschlaggebend, das Vorwissen und Anspruch den jemand mitbringt oder, ob Honorar für die Beiträge fließen? Wenn jemand mit einem entsprechenden Studium gegen Honorar vom Websitenbetreiber in einem Medium schreibt, das sich „Blog“ nennt – ist er dann Journalist oder Blogger?
    Die Medienlandschaft ist im Umbruch. Natürlich fühlen sich viele Journalisten davon bedroht und vielleicht reagieren sie manchmal deswegen auch etwas scharf auf die vermeintliche Konkurrenz durch Blogger, besonders auch, wenn dadurch die Honorare noch weiter sinken oder ihnen vermeintlich jemand die Arbeit wegnimmt. Und natürlich reagieren Blogger pikiert, wenn Journalisten ihnen gegenüber herablassend reagieren – ist ja nur menschlich. Aber wenn man versucht unvoreingenommen und jenseits von Schubladendenken auf die Veränderungen zu schauen, kann man eben auch viele Mischformen entdecken: Blogger, die journalistische Ansprüche an sich stellen und Journalisten, die auch die Möglichkeiten der Neuen Medien nutzen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
    Zu akzeptieren und willkommen zu heißen, dass es nicht einfach nur zwei Blöcke gibt, die einander verfeindet gegenüber stehen, sondern dass es zwischen dem privaten Blogger und dem Journalist in den Klassischen Medien unzählige Zwischenstufen gibt und dass jede diese Formen ihre Daseinsberechtigung hat (und hin und wieder Fehler macht), ist meiner Meinung nach der erste, wichtige Schritt, der eine Lösung ermöglichen kann. Wie weit wir davon noch entfernt sind, zeigt auch diese Debatte. Aber sie ermöglicht eben auch ein Aufweichen des Schubladendenkens…

    Gefällt 3 Personen

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