Vorschau 2015: Teil 11

Gattis Straßen der Wut    © S. Fischer    Burgess Cops    Slaughter Cop Town

Sobald die vermeintliche Trennlinie zwischen Staatsgewalt und Kriminalität verpufft, schlägt mein Herz höher. Vermutlich ist James Ellroy daran schuld. Oder „The Wire„. Korrupte Polizisten, moralisch flexible Kommissare, das Böse in Uniform – immer her damit. Oft benötigt es wenigstens einen guten Cop, der den Laden vom Kopf auf die Füße stellt, aber meistens kann man auch darauf verzichten. Worauf ich allerdings nicht verzichten kann, ist mir die folgenden vier Bücher ganz besonders genau anzuschauen:

Ryan Gattis | In den Straßen die Wut

Gattis Straßen der Wut

© Rowohlt

Das sagt der Verlag: Sechs Tage im Jahr 1992. Los Angeles explodiert: Straßenschlachten, überall brennt es; der Tod triumphiert mitten im Herzen der westlichen Welt. Was passiert, wenn die Polizei eine Stadt den Armeen der Gangs überlässt? Rechnungen werden beglichen, noch und noch. Am Anfang ein unmenschlicher Mord: Erzählt wird er vom Opfer. Dann kommen andere zu Wort: skrupellose und weniger skrupellose Gangster, rassistische Polizisten, Krankenschwestern, Junkies, junge Mitläufer. Und es entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der der Stärkere den Schwächeren frisst und die sich im Ausnahmezustand gänzlich enthüllt.

Das sage ich: Ryan Gattis ist ein ganz besonderer Schriftsteller. Nicht nur, weil er von allen möglichen Autoren, auch außerhalb des Genres, hymnisch gefeiert wird. Nein, er hat etwas, das seinen Romanen höchstmögliche Authentizität verleiht: Eine Quelle. Genauer gesagt einen Bandenchef, der ihn beim Schreiben berät. Angeblich hat Gattis‘ Tochter den Kontakt hergestellt, indem sie diesem Mann ein paar von seinen Büchern empfohlen hat. „Sourced Fiction“ nennt Gattis das Ergebnis. Und darauf bin ich schon sehr gespannt.

Erscheinungsdatum: 22. Januar 2016

Richard Price | Die Unantastbaren

© S. Fischer

© S. Fischer

Das sagt der Verlag: Billy Graves ist ein ruheloser Cop in New York City. Energy-Drinks und Zigaretten halten ihn wach, während er in den frühen Morgenstunden die Blocks abfährt. Wie seine vier Kollegen hat auch er einen »Unantastbaren«, einen skrupellosen Mörder, den er nie dingfest machen konnte. Als einer der Unantastbaren tot aufgefunden wird, beginnt Billy, seine engsten Vertrauten zu verdächtigen.

Das sage ich: Wie war das noch gleich mit „The Wire“? Alleine der Umstand, das Richard Price sich für eine meiner Lieblingsserien verantwortlich zeichnet, sollte schon ausreichen, um mich für dieses Buch einzunehmen. Ob Obama es wohl im Urlaub gelesen hat? Ein Beitrag von Alf Mayer im CrimeMag hat meine Vorfreude dann aber nochmal ins Unermessliche gesteigert. Der hat nämlich das Buch, das im Original „The Whites“ heißt und unter dem Pseudonym Harry Brandt veröffentlicht wurde, schon gelesen. Aber seht selbst.

Erscheinungsdatum: 22. Oktober

Matt Burgess | Cops

Burgess Cops

© Suhrkamp

Das sagt der Verlag: Janice Itwaru arbeitet als Undercover-Cop in Queens, New York. Jeden Morgen geht sie als Junkie getarnt auf die Straße und versucht, vermeintliche Dealer dazu zu bringen, ihr Drogen zu verkaufen. Wenn sie Erfolg hat, schlagen ihre Kollegen zu. Hat sie keinen, machen ihre Vorgesetzten Druck. Hat sie richtig Pech, dann war’s der letzte Tag im Leben von Janice Itwaru. Diesen Job will niemand freiwillig machen. Doch wenn Janice achtzehn Monate durchhält, wartet eine Beförderung auf sie. Der Weg dahin ist hart: Die Kollegen sind die Pest, die Vorgesetzten stellen völlig unrealistische Zielvorgaben, und ständig drohen interne Ermittlungen gegen die Abteilung. Als die Fangquote erhöht wird und Janice immer seltener Erfolge vorzuweisen hat, geht sie volles Risiko – auch wenn sie befürchten muss, dass ein fieser Gangster, der noch eine Rechnung mit ihr offen hat, hinter ihr her ist.

Das sage ich: Da der Verlag so ausführlich auf das Buch eingeht, mache ich es kurz. Klingt gut, Autor ist mir unbekannt, Richard Price ist Fan und irgendwie klingt das alles auch so, als könnte es von ihm selbst stammen. Ich werde reinlesen.

Erscheinungsdatum: 6. September

Karin Slaughter | Cop Town

Slaughter Cop Town

© Blanvalet

Das sagt der Verlag: Atlanta, 1974: Kate Murphy fürchtet, dass ihr erster Tag beim Police Department gleichzeitig ihr letzter sein könnte. Denn ein Killer terrorisiert die Stadt – seine Opfer sind ausschließlich Cops. Und als würde das nicht reichen, machen auch Kates männliche Kollegen ihr den Job zur Hölle: Eine weibliche Polizistin zählt in ihren Augen keinen Cent. Zum Glück ist Kate nicht allein. Auch ihre Partnerin Maggie Lawson spürt, wie die Stimmung unter den männlichen Kollegen kippt. Ihnen ist jedes Mittel recht, um den Killer zur Strecke zu bringen. Und plötzlich befindet sich Atlanta im Ausnahmezustand – denn die Cops beginnen eine brutale Menschenjagd und werden so gefährlich wie der Killer selbst.

Das sage ich: Puh. Karin Slaughter ist eigentlich ja so gar nicht mein Fall. Aber die Geschichte klingt einfach viel zu spannend, um nicht doch ein Auge zu riskieren. Außerdem haben viele Autorinnen und Autoren abseits ihrer Reihe plötzlich angefangen, richtig gute Bücher zu schreiben. Ich werde „Cop Town“ wohl lesen müssen, um mir selbst ein Bild zu machen. Die Kritiker aus den USA helfen mir da nämlich auch nicht weiter, die scheinen sich bei diesem Buch ganz besonders uneinig zu sein.

Erscheinungsdatum: 9. November

Jetzt musste ich irgendwie an Cop Land denken. Und an End of Watch. Dadurch wurde ich wiederum daran erinnert, dass ich in letzter Zeit zwei bis drei richtig gute Filme gesehen habe, die hier noch besprochen werden wollen. Die Rubrik leidet ein wenig. Ich gelobe hiermit Besserung. Die Verlagsvorschauen sind übrigens mittlerweile so gut wie alle raus, es kann also bald mit Teil 12 weitergehen. Es kommen noch einige Hochkaräter auf uns zu, wartet nur ab.

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