Vorschau 2015: Teil 13

Panowich Bull Mountain    Hamilton Das zweite Leben    Mendelson Die Unschuld stirbt    pb

Wusstet ihr, dass die Furcht vor der Zahl 13 „Triskaidekaphobie“ genannt wird? In Paris gab es früher sogar den „Quatorzième“, den „Vierzehnten“, eine Person, die sich, oft gegen Bezahlung, irgendwelche Tischgesellschaften anschloss, damit diese nicht aus 13 Personen bestanden. Verrückte Welt. Die Angst vor dieser Zahl scheint bei mir glücklicherweise überhaupt nicht vorhanden zu sein, trotzdem werde ich sicherheitshalber noch einen vierzehnten Teil meiner Jahresvorschau schreiben, man weiß ja nie. Jetzt aber erstmal zur heutigen Auslese:

Brian Panowich | Bull Mountain

Panowich Bull Mountain

© Suhrkamp

Das sagt der Verlag: Der Burroughs-Clan ist der größte Anbieter von Schwarzgebranntem, Hasch und Crystal Meth in Georgia und Umgebung. Seit Generationen hat er Bull Mountain fest im Griff. Und er verteidigt seine Stellung mit allen Mitteln. Um sich aus diesem Familiensumpf zu ziehen, wurde Clayton Burroughs Sheriff. Doch er weiß, dass er und Bull Mountain erst dann Frieden gefunden haben werden, wenn es ihm gelingt, seinen Brüdern endgültig das Handwerk zu legen. Schon einige Male haben das FBI und die Drogenbehörde versucht, die Burroughs-Brüder hinter Schloss und Riegel zu bringen. Nie ist es ihnen gelungen. Jetzt scheint ein junger, ehrgeiziger Agent den perfekten Plan zu haben. Doch er braucht Clayton Burroughs‘ Hilfe. Damit bricht ein Kampf los, an dessen Ende es nur einen Sieger geben kann – und viele Tote.

Das sage ich: Ich habe eine Schwäche für Bücher, die man im Allgemeinen unter dem Label „Country Noir“ zusammenfasst. Hierbei handelt es sich um ein Debüt, der Autor erhält Lob von Kollegen wie James Ellroy und, was in diesem Fall fast noch mehr Gewicht hat, von einem der Urväter dieses Sub-Genres, Tom Franklin. „Smonk“ soll übrigens demnächst auch wieder aufgelegt werden, natürlich bei Pulp Master. Schade, dass beide Bücher wohl nicht mehr rechtzeitig zu meiner „Country Noir“-Themensendung kommen.

Erscheinungsdatum: 8. Februar 2016

Steve Hamilton | Das zweite Leben des Nick Mason

Hamilton Das zweite Leben

© Droemer

Das sagt der Verlag: Nick Mason war immer ein sauberer Gangster. Bis einer seiner Kumpels einen verdeckten Ermittler erschoss. Nick hielt sich an den Ehrenkodex, verriet seinen Komplizen nicht und ging in den Bau. Totschlag, Mindeststrafe: 25 Jahre. Im Gefängnis wird Darius Cole, der Pate von Chicago, auf ihn aufmerksam und macht ihm ein verlockendes Angebot: Nick soll Coles Mann für besondere Aufgaben werden, sein Ausputzer. Und so ist Nick nach fünf Jahren wieder raus. Eigentlich könnte er jetzt sein Leben in Freiheit genießen. Wenn da nicht dieses Handy wäre, das man ihm bei der Rückkehr nach Chicago überreicht hat. Wann wird es das erste Mal klingeln?

Das sage ich: Steve Hamilton dürfte einigen von euch wegen seiner Alex McKnight-Reihe ein Begriff sein. Die Story klingt spannend, ich bin sowieso großer Fan von Knastgeschichten und schreiben kann der Mann auch. Trotzdem bleibt das Buch schwierig einzuschätzen, aber bei der Qualität, die momentan aus dem Hause Droemer Knaur kommt – man denke nur an Linksey, Winslow, Zupan und Gran – kann nicht viel schief gehen.

Erscheinungsdatum: 1. Februar 2016

Léo Malet | Das Leben ist zum Kotzen

pb

© Nautilus

Das sagt der Verlag: Der Roman erzählt von einer Gruppe junger Rebellen, die nach dem Vorbild der Bonnot-Bande Geld für einen Bergarbeiterstreik beschafft. Als die Aktion blutig ausgeht, wird sie vom anarchistischen Komitee verurteilt, und die Gruppe macht auf eigene Rechnung weiter. In der Spirale von Illegalität und Kriminalität gefangen, bricht ihre Gemeinschaft auseinander. Neid entsteht, Einsamkeit, Verrat. Der Held hat ein Leben voller Fehlschläge und Frustrationen hinter sich und keine Perspektive vor sich. Träume und Phantasien von Liebe sind kurze Illusionen. Einziger Ausweg aus seinem Sklavenleben scheint ihm »das Böse«. Sein selbstzerstörerischer Amoklauf ist durch nichts mehr aufzuhalten.

Das sage ich: Bereits 2009 ist die „Schwarze Trilogie“ des französischen Kultautors Léo Malet bei Nautilus erschienen. Zu dieser Zeit habe ich mich noch gar nicht mit dem Genre beschäftigt, weshalb es mich umso mehr freut, dass jetzt eine überarbeitete Neuausgabe des ersten Bandes veröffentlicht wird. Ein Klassiker des Noir, da führt kein Weg daran vorbei. Und mal ehrlich: Ein Autor, der zu Lebzeiten den „Großen Preis des Schwarzen Humors“ verliehen bekam, muss ja was taugen.

Erscheinungsdatum: Ende August

Paul Mendelson | Die Unschuld stirbt, das Böse lebt

Mendelson Die Unschuld stirbt

© Rowohlt

Das sagt der Verlag: 2014 werden die Leichen zweier Halbwüchsiger in einer Müllkippe von Kapstadt gefunden – in Folie gehüllt und nackt. Die Obduktion ergibt: Die Jungen hatten jahrelang keine Sonne gesehen, sie wurden sexuell missbraucht. Senior Superintendent De Vries erkennt sofort die Verbindung zu einem Fall, an dem er seinerzeit fast zerbrach. Damals verschwanden Kinder von Polizisten. Verdächtige finden sich bald, aber De Vries spürt, dass jemand ihn manipuliert. Und ein Mann taucht auf, der schon damals sein Gegner war.

Das sage ich: Sonderlich innovativ klingt der Plot ja nicht. Vom ungelenken Titel ganz zu schweigen. Würde dieser Krimi nicht in Südafrika spielen und sich mit der Apartheid beschäftigen, ich hätte ihn wahrscheinlich links liegen lassen. So werde ich mal einen Blick riskieren, immerhin kommt er, im Gegensatz zu „Bull Mountain“, rechtzeitig zur passenden Themensendung: Im Dezember dreht sich hier nämlich alles um Südafrika.

Erscheinungsdatum: 18. Dezember

Interessante Südafrika-Krimis erscheinen Ende des Jahres auch im Argument Verlag: „Tal des Schweigens“ von Malla Nunn und „Karkloof Blue“ von Charlotte Otter. Damit wäre die Sendung ja schon so gut wie gefüllt. Ihr merkt schon, die Flut an vielversprechenden Krimis reißt nicht ab. Nächstes Mal werde ich wohl zusätzlich zu den üblichen vier Krimis einen kleinen Überblick über die Bücher geben, die Teil einer Reihe sind, alleine damit könnte man nämlich schon mehrere Sendungen füllen.

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2 Gedanken zu “Vorschau 2015: Teil 13

  1. Pingback: Vorschau 2015: Teil 14 | Der Schneemann

  2. Pingback: Vorschau 2017: Teil 2 | Der Schneemann

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