Bald im TV: Narcos

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© Netflix

Der amerikanische „War on Drugs“ scheint momentan Kino und Fernsehen zu überfluten. Stand bislang noch Steven SoderberghsTraffic“ aus dem Jahr 2000 als einsamer Monolith da, erscheinen in der letzte Zeit immer mehr ernsthafte Konkurrenten auf der Bildfläche. „Sicario“ von Denix Villeneuve zum Beispiel, ein Thriller über eine FBI-Eliteeinheit, der auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes so deplatziert wirkte wie ein lebendiger Wurm in einer Flasche Wodka. Oder „Das Kartell“ von Don Winslow, der sich jetzt wider besseren Wissens doch dazu entschieden hat, zumindest den zweiten Roman seines Drogenkrieg-Epos‘ verfilmen zu lassen. Mit Ridley Scott (Blade Runner, Gladiator) sitzt zwar immerhin ein Könner auf dem Regiestuhl, aber es war nun mal ebenfalls ein Könner, nämlich Michael Mann (Heat, Insider), der ihm damals von der Verfilmung seines Romans „Tage der Toten“ abriet.

Kein Wunder also, dass auch ein gewisser Pablo Emilio Escobar Garivia, besser bekannt als Pablo Escobar wieder auf der Kinoleinwand zu sehen ist. Gunnar von Kaliber.17 und Sonja Hartl von kino-zeit.de haben sich ausführlich mit „Escobar: Paradise Lost“ von Andrea Di Stefano beschäftigt, weshalb ich darüber gar nicht mehr groß etwas erzählen möchte. Viel interessanter finde ich, dass der amerikanische Pay-TV Gigant Netflix Ende August eine ganzen TV-Serie über den kolumbianischen Drogenbaron in den Äther schickt. „Narcos“ von Regisseur José Padilha (RoboCop) und Drehbuchautor Chris Brancato (Hannibal) sieht besser aus als das meiste, was millionenschwere Hollywoodgrößen mit ihrem Einstieg ins TV-Geschäft momentan auf die Beine stellen. Aber überzeugt euch selbst:

Die Serie erzählt vom Aufstieg Pablo Escobars zum großen Drogenmogul, von der Verbreitung des Kokains in den späten 80er Jahren und den Bemühungen der Amerikaner, die Drogenzufuhr ins eigene Land zu kontrollieren, indem sie den Konflikt von den eigenen Straßen in die lateinamerikanischen Nachbarländer verlagern. „We didn’t want to give the Americans too much credit for what they did (during the drug war), it was also about the Colombian effort. They did the dying and the suffering to bring Pablo Escobar down“, erklärte der ausführende Produzent Eric Newman (Children of Men) dem Online-Magazin Deadline.

Unverbrauchte Gesichter – Wagner Moura, der den Kopf des MedellínKartells in der Serie verkörpert, dürfte den meisten allerhöchstens aus Neill Blomkamps „Elysium“ bekannt sein – und jede Menge Action. Der Sommer scheint gerettet. Was noch besser ist: Alle zehn Folgen der ursprünglich als Kinofilm geplanten Serie werden ab dem 28. August auf Netflix verfügbar sein. Übrigens zeitgleich auch auf Deutsch. Sicherlich ein kluger Schachzug, um die Abonnentenzahl zu steigern. Der Rest der Welt muss wohl leider darauf warten, dass sich irgendein Privatsender die Rechte sichert. Was ganz bestimmt passieren wird.

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Ein Gedanke zu “Bald im TV: Narcos

  1. Pingback: Don Winslows “Das Kartell” soll verfilmt werden | crimenoir

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