Vorschau 2016: Teil 2

Mike Nicol Power Play     Zahler Die Toten der North Ganson Street     Chloe Hopper Der große Mann     Ani Der einsame Engel

Während ich immer noch verzweifelt versuche, die letzten Spitzentitel aus 2015 zu lesen, geht die Vorschau-Welle unaufhörlich weiter. Neues Material wird schließlich immer gebraucht. Diesmal bekommt ihr es mit zwei Autoren zu tun, die in dieser Rubrik eigentlich immer gesetzt sind, sowie zwei Titeln, die ich zwar noch nicht so ganz einschätzen kann, von denen ich mir aber viel erhoffe.

Mike Nicol | Power Play

Mike Nicol Power Play

© btb

Das sagt der Verlag: Kapstadt, Südafrika: Krista Bishop – jung, tough, unerschrocken – leitet eine der besten Sicherheitsagenturen. Nur für Frauen. Bis sie eines Tages einen Auftrag vom Geheimdienst bekommt, den sie nicht ablehnen kann. Sie soll zwei chinesische Geschäftsmänner bewachen. Was Krista nicht weiß: Die Chinesen wollen den lokalen Schwarzhandel mit Seeohren aufmischen, riesige Meeresschnecken mit einer perlmuttreichen Schale. Ein Plan, den drei berüchtigte Bandenchefs in Kapstadt nicht für gut heißen können. Wenn sie ihren luxuriösen Lebenstil weiterführen wollen. Und außerdem bedeutet Bandenkrieg Gefahr. Titus Anders, einer der Chefs, fürchtet um das Leben seiner Tochter. Er will sie beschützen lassen. Und dafür braucht er Krista …

Das sage ich: Seit seiner Rache-Trilogie gilt Mike Nicol als der Gottvater des südafrikanischen Kriminalromans. Seinen diesjährigen Wurf, „Bad Cop“ habe ich versäumt zu lesen, was mich spätestens wurmt, seit er in der Jahresbestenliste des CrimeMag aufgetaucht ist. „Power Play“ klingt aber ehrlich gesagt interessanter, zumal wir es zum ersten Mal mit einer weiblichen Protagonistin zu tun bekommen. Mal schauen, ob Krista es mit Figuren wie der ihr zumindest phonetisch nahestehenden Crissa Stone aufnehmen kann.

Erscheinungsdatum: 13. Juni 2016

S. Craig Zahler | Die Toten der North Ganson Street

Zahler Die Toten der North Ganson Street

© Suhrkamp

Das sagt der Verlag: Weil seine Vorgesetzten ihn für den Selbstmord eines Geschäftsmannes verantwortlich machen, muss Jules Bettinger das sonnige Arizona verlassen und mit seiner Familie ins eiskalte Missouri ziehen. Sein neuer Einsatzort ist Victory, doch die Stadt ist alles andere als ein Gewinn. Die Polizeibehörde ist sträflich unterbesetzt, auf jeden Ermittler kommen gefühlt siebenhundert Straftäter. Dennoch wird Bettinger von den neuen Kollegen alles andere als willkommen geheißen. Um mit ihnen warmzuwerden, bleibt ihm allerdings kaum Zeit: Einer nach dem anderen wird auf grausame Art ermordet …

Das sage ich: Eine Geschichte, die in einer Stadt spielt, die von ihren eigenen Bewohnern „Shitopia“ genannt wird – das klingt nach herrlichem Krimistoff. Zudem ist Herr Zahler auch noch Regisseur und Drehbuchschreiber und lieferte mit „Bone Thomahawk“ dieses Jahr eine filmgewordene Blaupause des weird west ab. Bin mal gespannt, ob er auch Bücher kann.

Erscheinungsdatum: 8. August 2016

Chloe Hopper | Der große Mann

Chloe Hopper Der große Mann

© Liebeskind

Das sagt der Verlag: Am 19. November 2004 wird auf Palm Island der Aborigine Cameron Doomadgee festgenommen, weil er angeblich einen Polizisten beschimpft hat. Vierzig Minuten später liegt er tot in seiner Zelle. Laut Polizeiangaben war er über eine Stufe gestolpert – doch sein Leichnam weist schwere innere Verletzungen auf. Als Hauptverdächtiger gilt der groß gewachsene, charismatische Polizeibeamte Christopher Hurley. Seit Jahren schon arbeitet er auf Palm Island, einem der gefährlichsten Orte Australiens, und auch die Aborigines schätzen ihn. Nun aber muss er sich als erster Polizist des Landes für einen Todesfall in Polizeigewahrsam vor Gericht verantworten …

Das sage ich: Gibt es jetzt eigentlich einen Konsens darüber, welches Land die Schwedenkrimis abgelöst hat? Ist es nun Österreich oder doch Australien? Naja, sei’s drum, ich bin jedenfalls gespannt auf den großen Mann und hoffe die Autorin versteht es ebenso gut, Mythen und Legenden der Ureinwohner ihres Landes mit aktuellen Themen zu verbinden, wie das 2015 ihrem Kollegen Gary Victor für Haiti gelungen ist. Gelesen habe ich von ihr bisher nichts, daher bleibt nur mutig sein und es herausfinden.

Erscheinungsdatum: 22. Februar 2016

Friedrich Ani | Der einsame Engel

Ani Der einsame Engel

© Droemer

Das sagt der Verlag: Erneut übertrifft Friedrich Ani in diesem Süden-Roman sich selbst. „Der einsame Engel“ ist ein scharfsinniger und gefühlvoller Krimi über das Fremdsein in der Liebe und im Leben an sich. Im Mittelpunkt steht ein Geschäftsmann, der unversehens verschwindet. Bei seinen Ermittlungen stößt Süden auf Hinweise, dass der Verschollene Affären mit Frauen jeden Alters hatte – und dabei doch immer einsam blieb.

Das sage ich: Zusammengefasst – der Verlag hat außer Lobhudelei kaum Details über das, was im neusten Krimi mit Tabor Süden passieren wird. Und wenn, dann rückt er sie nicht raus. Nach dem grandiosen „M“ und dem ebenfalls sehr gelungenen Seitensprung erscheint nun also ein weiterer Roman mit Anis faszinierendster Figur. Kann man, denke ich, getrost blind kaufen. Der madige Infotext lässt einem ja sowieso keine andere Wahl. Schon in ein paar Wochen wissen wir mehr.

Erscheinungsdatum: 1. Februar 2016

Weiter mit der Jahresvorschau geht es dann voraussichtlich erst im neuen Jahr. Kommt gut rein und gebt nicht das ganze Weihnachtsgeld schon im Dezember aus, da kommt noch Einiges auf uns zu.

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2 Gedanken zu “Vorschau 2016: Teil 2

  1. Pingback: Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2016 | SchöneSeiten

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