Vorschau 2016: Teil 3

Larson Zero One Dewey    Mackay Der Killer hat genug    Platzgumer Am Rand    Criaco Schwarze Seelen

Die abschließenden Bände einer Reihe üben immer schon eine ganz besondere Magie auf mich aus, entscheiden sie doch zu einem erheblichen Teil darüber, ob man die sich über Jahre angelesene Geschichte in guter oder schlechter Erinnerung behalten wird. Umso gespannter bin ich auf die zwei ersten Bücher, die ich heute vorstellen möchte. Und damit es für jene, welche die ersten zwei Teile verpasst haben nicht zu langweilig wird, schiebe ich noch zwei Stand-Alones hinterher. 

Nathan Larson | Zero One Dewey

Larson Zero One Dewey

© Polar

Das sagt der Verlag: New York nach 2/14, den Börsencrashs, den Bombenanschlägen, der Super-Flu-Epidemie, dem fast völligen Zusammenbruch. Dewey Decimal bewegt sich zwischen Ruinen. Menschlichen und solchen aus Stein. Ein Mann ohne Zukunft und Vergangenheit. Er ist aus der Zeit gefallen und hat überlebt. Einfach so weitermachen wie bisher oder sich der Erinnerung stellen? Die Frage treibt Decimal im letzten Teil der Trilogie um einen in sich Wütenden, einen Verlorenen an, der zynisch einem korrupten evangelikalen Senator bei dessen Machenschaften hilft. Larson zeichnet ein zukunftspessimistisches Szenario von New York nach der Katastrophe am Valentinstag. Dewey wird beauftragt, die Aktivitäten einer wachsenden Gruppe von Anarchisten und Hausbesetzern zu stören und gleichzeitig die Mitglieder des saudischen Königshauses zu beschützen. In einer Stadt, in der marodierende Gangs die Straßen kontrollieren.

Das sage ich: Als die Reihe Penser Polar bei diaphanes eingestellt wurde, hatte ich Angst, dass dieses Buch nie erscheinen würde. Unnötigerweise. Die momentan spannendste dystopische Krimireihe findet ein neues Zuhause und damit ein Ende. Nachdem die Geschichte um Dewey Decimal im zweiten Teil schon ein bisschen an Spannung eingebüßt hat (das ständige Desinfizieren der Hände nutzt sich irgendwann ab), hoffe ich, dass wir es hier mit einem würdigen Abschluss zu tun kriegen – und endlich erfahren, was der Biblothekar in seinem früheren Leben eigentlich beruflich gemacht hat.

Erscheinungsdatum: Juni 2016

Malcolm Mackay | Der Killer hat genug vom Töten

Mackay Der Killer hat genug

© Fischer

Das sagt der Verlag: Mit zwei Toten beginnt es: ein Kredithai und ein Informant. Tote, die für Calum MacLean der Anfang vom Ende sein sollen. Denn er hat genug vom Töten. Doch die zwei wichtigsten Organisationen von Glasgow liefern sich gerade einen stillen, tödlichen Verdrängungskampf. Die blutigsten Schachzüge stehen noch aus und Calum gerät zwischen die Fronten…

Das sage ich: Die ersten beiden Teile waren zwar durchwachsen, trotzdem hielt mich irgendetwas bei der Stange. Und scheinbar ging es nicht nur mir so. Während die britischen Kritiker sich überschlagen, ist man in Deutschland etwas zurückhaltender ob der exzessiven Plauderei des Autors, freut sich allerdings mehr oder weniger geschlossen auf das Finale. Vielleicht hat es ja das Zeug dazu, uns alle mit Mackay zu versöhnen. Ich erwarte aber erst einmal nicht viel.

Erscheinungsdatum: 28. Juli 2016

Hans Platzgumer | Am Rand

Platzgumer Am Rand

© Zsolnay

Das sagt der Verlag: Ein Mensch steigt früh am Morgen auf einen Berg. Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten Toten gesehen. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er erlöste seine Mutter vom terrorisierenden Großvater und seinen besten Freund von dessen Leiden. Doch ist er damit zum Mörder geworden? Noch einmal entscheidet sich Gerold gegen das Gesetz und findet so sein eigenes Glück, das ihm der Tod wieder nimmt …

Das sage ich: Warum ich mich darauf freue? Nun, das klingt doch verdächtig nach „Still“ und wurde obendrein ebenfalls von einem Österreicher geschrieben. Wenn es jetzt noch annähernd die gleiche Qualität hat, bin ich mehr als zufrieden. In jedem Fall wird sich Hans Platzgumer mit Thomas Raab messen lassen müssen und schon in zwei Wochen erfahren wir, wie das ausgeht.

Erscheinungsdatum: 1. Februar 2016

Gioacchino Criaco | Schwarze Seelen

Criaco Schwarze Seelen

© Folio

Das sagt der Verlag: Armut, archaische Riten, organisiertes Verbrechen – eine Geschichte aus dem gottverlassenen Süden Italiens: Drei Freunde aus dem Bergdorf Africo in Kalabrien wollen sich weder dem Schicksal noch den lokalen Paten ergeben. Die Söhne armer Ziegenhirten, die bereits als Kinder reiche entführte Industrielle aus dem Norden in den dichten Wäldern des Aspromonte-Gebirges bewachten, wollen dem Kreislauf von Tradition und Not entkommen. Beginnend mit kleinen Diebstählen steigen sie in das internationale Drogengeschäft Mailands ein – und werden zum Spielball undurchdringlicher Mächte.

Das sage ich: Der österreichische Folio Verlag ist eine Instanz, wenn es um Krimis aus dem Nachbarland Italien geht. Da kann man eigentlich blind zugreifen. Zudem hätte das Cover alleine wahrscheinlich schon ausgereicht, um mich für das Buch einzunehmen.

Erscheinungsdatum: 1. März 2016

Zum Abschluss noch eine sehr gute Nachricht für alle Fans von Garry Disher (mehr zu ihm in der nächsten Vorschau). Auch wenn das für 2016 wohl leider keine Rolle mehr spielen wird:

Neuer Wyatt

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3 Gedanken zu “Vorschau 2016: Teil 3

  1. Beim letztjährigen Filmfest München lieft die Verfilmung von „Schwarze Seelen“ und hat mich sehr begeistert. Deshalb freue ich mich auch schon sehr auf das Buch – und der Film wird auch hierzulande ins Kino kommen. Vermutlich nur mit sehr wenigen Kopien, aber er ist sehr sehenswert.

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  2. Der dritte teil der Dewey-Decimal-Reihe erwarte ich sehnsüchtig. Der zweite Teil erschien mir schwächer.
    Besonders deshalb, weil das „Stadtbild“ sich nicht wesentlich gegenüber Nr.1 geändert hatte, aber immer wieder ausführlich beschrieben wurde. Zudem kannte ich die Macken von Dewey Decimal recht genau. Diese ständig wieder zu beschreiben – wie das Desinfizieren der Hände -, nimmt dem Roman viel Spannung.

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  3. Pingback: Vorschau 2016: Teil 4 | Der Schneemann

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