Vorschau 2016: Teil 4

Erik Krieg In The Pines    Max Annas Die Mauer    Garry Disher Bitter Wash Road    Rodrigo Rey Rosa Die Gehörlosen

Es müssen nicht immer Romane sein. Ich weiß gar nicht, wie lange ich letztes Jahr in „meiner“ Buchhandlung um Hans Hillmanns Graphic Novel „Fliegenpapier“ rumgeschlichen bin, bis sie dann irgendein entscheidungsfreudigerer Käufer eingesackt hat. Dieses Jahr soll mir das jedenfalls nicht mehr passieren. Zudem lesen sich die bebilderten Storys deutlich schneller als Romane, was mir momentan gut in den Kram passen würde. Statt die Neuerscheinungen zu lesen verbringe ich meine Zeit nämlich mit Klausurvorbereitungen. Aber bald werde ich mich auf folgende Bücher stürzen:

Erik Kriek | In The Pines: Murder Ballads

Erik Krieg In The Pines

© avant

Das sagt der Verlag: Seit langem gelten die „Murder Ballads“ als Herzstück der amerikanischen Folkmusik. Traditionell bewegen sich diese Songs zwischen Fiktion und Wirklichkeit, erzählen von Verbrechen, Mord und ähnlichen Gräueltaten. Diese rohen Erzählungen von Liebe und Verrat, von Rache und Tod, werden von Generation zu Generation weitergetragen. Sie sind wie dunkle Shortstories im Gewand populärer Musik – unter anderem interpretiert von Johnny Cash oder Nick Cave. Der ideale Ausgangspunkt für eine Sammlung von Horror-Comics.

Das sage ich: Nick Caves „Murder Ballads“ gehört zu den besten Platten, die ich je in mein Regal einsortieren durfte – und die Kombination von Literatur und Musik gefällt mir nicht erst seit meiner Radiosendung. Außerdem ist der Zeichner mir positiv in Erinnerung geblieben: 2013 hat er bereits einige Erzählungen von H.P. Lovecraft zu neuem Lebem erweckt.

Erscheinungsdatum: 19. März 2016

Max Annas | Die Mauer

Max Annas Die Mauer

© Rowohlt

Das sagt der Verlag: Kameras. Drei Menschen auf der Flucht. Security, die sich beweisen muss. Polizisten, die das «Problem lösen» wollen. Notfalls mit Gewalt. Moses möchte nur eins: Nach Hause. Raus aus der sengenden Hitze, raus aus dem verlassenen Vorort, in dem gerade sein alter Toyota liegen geblieben ist. Zu Freundin Sandi und einem kühlen Bier. Aber die Straßen sind wie leergefegt, niemand ist in Sicht. Moses hofft, in der nahe gelegenen Gated Community Hilfe zu finden. Dort, in der Welt der Weißen, ist schließlich alles geregelt. Doch: Dort drinnen ist er erst recht ein Außenseiter. Und er begeht einen Fehler … Zur selben Zeit sind auch Nozipho und Thembi innerhalb der Mauern unterwegs, sie verdienen ihren Unterhalt mit Diebstählen. Was sie nicht wissen: Ausgerechnet in dem Haus, in dem sie Beute zu machen hoffen, wurde gerade erst ein weit größeres Verbrechen verübt …

Das sage ich: Eine meiner ersten Reviews überhaupt schrieb ich zu „Die Farm“ von Max Annas, einem virtuos konstruierten Hochgeschwindigkeitsthriller mit einem Geniestreich von Plot. Wenn „Die Mauer“ auch nur annähernd so gut wird – und davon gehe ich einfach mal aus – dann erwartet uns hier eines der Highlights des Krimijahres.

Erscheinungsdatum: 21. Mai 2016

Garry Disher | Bitter Wash Road

Garry Disher Bitter Wash Road

© Unionsverlag

Das sagt der Verlag: In der Nähe von Tiverton, einer Kleinstadt in Australiens Nirgendwo, wird ein Mädchen tot am Straßenrand gefunden. Constable Paul Hirschhausen, genannt Hirsch, übernimmt den Fall. Er glaubt nicht an einen Unfall mit Fahrerflucht. Einsam und isoliert durchquert der Constable die unwirtliche Landschaft, vorbei an mageren Schafen, schäbigen Höfen, stellt unbeirrt seine Fragen und lernt eine Kleinstadt kennen, unter deren Oberfläche Enttäuschung und Wut, Rassismus und Sexismus brodeln. Hirsch rüttelt an der trügerischen Stille und wirbelt nicht nur den Staub der ausgedörrten Straßen auf.

Das sage ich: Im letzten Teil der Vorschau habe ich mich noch darüber gefreut, dass bald ein neuer Wyatt-Roman des Australiers übersetzt wird. Die Zwischenzeit werde ich wohl mit „Bitter Wash Road“ überbrücken, das, wie man momentan so hört, zwar etwas konventionell daherkommt, sich jedoch trotzdem lohnt. Mein Arbeitskollege ist jedenfalls überzeugt von dem Buch – und der weiß für gewöhnlich was er tut.

Erscheinungsdatum: 15. Februar 2016

Rodrigo Rey Rosa | Die Gehörlosen

Rodrigo Rey Rosa Die Gehörlosen

© Septime

Das sagt der Verlag: In den Bergen Guatemalas verschwindet ein gehörloser Maya-Junge und in Guatemala-Stadt verschwindet zur selben Zeit Clara, die Tochter eines reichen Bankers, einen Tag nachdem sie eine Benefizparty gegeben hat. Alle Bemühungen, Clara zu finden, laufen ins Leere. Stattdessen erhält die Familie seltsame Anrufe der Verschwundenen und Wochen später sogar eine Lösegeldforderung. Cayetano, Claras junger, naiver Leibwächter vom Lande, der dank seiner Chefin das Leben in der Großstadt kennengelernt und sich offensichtlich in die schöne Frau verliebt hat, gibt den Plan, seine Chefin ausfindig zu machen, nicht auf. Er ist davon überzeugt, dass Javier, Claras Liebhaber, ihr Entführer ist. Trotz aller Ungereimtheiten und der Widerstände der Familie der Verschwundenen verfolgt er jede Spur und wird dabei selbst zum Täter.

Das sage ich: Der viel zu jung verstorbene Roberto Bolaño gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Wenn er ein Buch empfiehlt, werde ich sofort hellhörig. Ob das am Ende viel mit einem Krimi zu tun hat wage ich zwar zu bezweifeln, doch aufgrund des Ritterschlags aus Chile werde ich nicht darum herumkommen, mir „die Gehörlosen“ genauer anzuschauen. Der Septime Verlag veröffentlicht in den letzten Jahren sowieso derart interessante Bücher, dass man nur anerkennend den Geldbeutel zücken kann.

Erscheinungsdatum: 15. Februar 2016

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