Vorschau 2016: Teil 6

Hallberg City on Fire    Stephen Hunter - Einsame Jäger    Lansdale Rote Rache    Barrett Junge Wölfe

Endlich ist nahezu jede Verlagsvorschau durchgearbeitet, endlich sind alle interessanten Titel notiert. 10 Teile wird dieses Format wohl vorerst umfassen, bis das Herbst-/Winter-Programm wieder neue Titel anspült. In der heutigen Auslese: Ein Roman, den aufgrund seines Umfangs wieder kaum jemand lesen wird (Ellroy lässt grüßen), der vielleicht bekannteste Scharfschütze der Kriminalliteratur, die Fortsetzung einer meiner Lieblingseihen und ein junger irischer Autor, den ich doch tatsächlich beinahe übersehen hätte. 

Garth Risk Hallberg | City on Fire

Hallberg City on Fire

© S. Fischer

Das sagt der Verlag: New York City, Neujahr 1977. Ein Schneesturm zieht über die Stadt, Feuerwerk erleuchtet den Himmel und im Central Park fallen Schüsse. Die Ereignisse der Nacht bringen eine Gruppe unvergesslicher Figuren zusammen: Die schwerreichen Erben William und Regan Hamilton-Sweeney, Mercer, der am großen amerikanischen Roman schreibt, die Punk-Kids Sam und Charlie aus der Vorstadt, den besessenen Magazin-Reporter Richard und den Cop Larry. Sie alle leben und lieben hier, in der großen Stadt, die bankrott und gefährlich ist und zugleich vor Energie platzt. Als dann am 13. Juli 1977 die Lichter ausgehen, gerät New York City in den Ausnahmezustand – und nach dem Stromausfall ist kein Leben wie zuvor.

Das sage ich: Die Presse hyperventiliert förmlich. Kaum eine Bestenliste in den USA kam 2015 ohne dieses Debüt aus, das längst mit allem etikettiert wurde, was die Feuilleton-Floskelkiste so hergibt. Eine great american novel, ein vielstimmiger New-York-Roman, wie er angeblich seit Jahrzehnten nicht mehr zu lesen war, der ganz große Wurf eben. Solch ein Hype macht mich meistens sowohl neugierig als auch misstrauisch, wobei meine Neugier in diesem Fall deutlich mehr auf die Waage bringt. Von der Story erinnert „City on Fire“ nämlich stark an „In den Straßen die Wut“ von Ryan Gattis (das mir gerade den Schlaf raubt) – mit dem Unterschied, dass man bei Hallbergs Buch wahrscheinlich, wie so oft, trefflich über die Zugehörigkeit zu unser aller Lieblingsgenre streiten kann.

Erscheinungsdatum: 10. März 2016

Stephen Hunter | Einsame Jäger

Stephen Hunter - Einsame Jäger

© Festa

Das sagt der Verlag: Als in den Bergen von Idaho ein Mann erschossen und die Frau, die ihn begleitet, tödlich verwundet wird, holt den Kriegsveteranen Bob Lee Swagger seine Vergangenheit ein. Denn der Schütze schien es in Wahrheit auf ihn abgesehen zu haben. Die Suche nach einer Erklärung konfrontiert ihn mit schmerzhaften Erinnerungen an seine Einsätze in Vietnam. Steckt der geheimnisvolle Russe Solaratov dahinter, der schon damals Jagd auf ihn machte? Welche Rolle spielen seine eigene Frau Julie und ihr Ex-Verlobter Donny, für dessen Tod an der Front sich Bob persönlich verantwortlich fühlt? Im Umfeld der US-Friedensbewegung stößt Bob auf eine Verschwörung, die sein Vertrauen in den amerikanischen Militärapparat auf eine harte Probe stellt.

Das sage ich: Warum man Stephen Hunter lesen sollte, kann niemand so gut erklären wie Alf Mayer. Fürs CrimeMag hat er ihm nicht einen, nicht zwei sondern gleich drei äußerst informative Liebesbriefe geschrieben. Auch Bloggerkollege Peter Huber gehört zu seinen eingefleischten Fans. All jene, die bisher noch nichts von Hunter gelesen haben, kennen ihn vielleicht indirekt durch den Film „Shooter“ mit Mark Wahlberg, der auf einer von seinen Bob Lee Swagger Romanen basiert. Großartig, dass mal wieder einer davon übersetzt wird.

Erscheinungsdatum: 26. April 2016

Joe R. Lansdale – Rote Rache

Lansdale Rote Rache

© Golkonda

Das sagt der Verlag: Endlich dürfen Hap und Leonard ihren ersten richtigen Auftrag für Marvin Hansons Privatdetektei übernehmen: Sie sollen einen Doppelmord aufklären, der allerdings schon Jahre zurückliegt. Bei ihrer Recherche stoßen sie auf eine bluttrinkende Vampirclique, noch mehr Morde – und überall die rote Teufelsfratze. Tatkräftig unterstützt von einem umtriebigen Reporter und einem Computerprofi müssen sie allmählich erkennen, dass der Fall immer größere Kreise zieht und der Killer von damals jederzeit wieder zuschlagen kann …
»Dann fangen wir mal an zu ermitteln
»Du meinst, ihr fangt an durch die Gegend zu stolpern und hofft, über irgendwas drüberzufallen
»Ja, kommt ungefähr hin

Das sage ich: Hap und Leonard sind Kult – das werden hoffentlich bald auch unsere bücherscheuen Mitbürger erfahren. Die Macher der Lansdale-Adaption „Cold in July“ bringen die Jungs nämlich ins amerikanische Fernsehen, von wo aus sie, so hoffe ich, die Bildschirme dieser Welt erobern werden. Wahrscheinlich werde ich in einem der nächsten Beiträge mal ausführlicher auf das eingehen, was da auf uns zu kommt. So lange kann man sich die Zeit wunderbar mit dem mittlerweile achten Band dieser äußerst empfehlenswerten Reihe vertreiben.

Erscheinungsdatum: 15. März 2016

Colin Barret | Junge Wölfe

Barrett Junge Wölfe

© Steidl

Das sagt der Verlag: Die Stadt ist ihr Revier, hier streifen sie umher, die jungen Leute dieser von der Wirtschaftskrise gebeutelten Gegend im äußersten Westen Irlands. Stets auf dem Sprung, stets bereit zu einer Schlägerei, dem rettenden Rausch oder der schnellen Nummer, ohne echtes Ziel, aber immer auf der Suche. Sie sind Türsteher, Kleinkriminelle oder Tankwarte, sie sind so rücksichtslos wie weichherzig, doch wenn es um Gefühle geht, lassen sie lieber Taten sprechen. Jungs wie Jimmy, der seine Liebeserklärung auf das umgeworfene Auto seines Rivalen malt, wie Tug, der Schrecken der Stadt, dem das Schicksal eines vermissten kleinen Jungen nicht aus dem Kopf geht. Oder wie die Gangster Arm und Dympna, deren Schicksal besiegelt ist, als sie einen Job so richtig vermasseln.

Das sage ich: Kurzgeschichten habe ich sonst ja eher weniger in meiner Jahresvorschau, aber hier juckt es mich einfach – zumal ich bekanntermaßen ein großer Irland-Fan bin. Außerdem wundert es mich über alle Maßen, dass ein derart genreaffiner Erzählband beim Steidl-Verlag erscheint, der sonst ebenfalls nie einen Platz in diesem Format gefunden hat. Nach der Lektüre werde ich dann hoffentlich wissen, ob ich mir diesen Schriftsteller, der gerade fleißig an seinem Debütroman arbeitet, für die Zukunft merken sollte.

Erscheinungsdatum: 31. März 2016

Advertisements

2 Gedanken zu “Vorschau 2016: Teil 6

  1. Pingback: Vorschau 2016: Teil 18 | Der Schneemann

Diesen Artikel kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s