Vorschau 2016: Teil 8

Lee Child Die Gejagten    Sara Gran Come Closer    Koryta Die mir den Tod wünschen    Martinez Geschichte der Gewalt

Die wirklich guten Filme mit Tom Hanks Cruise in der Hauptrolle lassen sich an einer Hand abzählen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich seit Jahren keinen mehr von ihnen gesehen habe – was sich demnächst vielleicht ändert. Denn dass der kleine Scientologe mit den unnatürlich weißen Zähnen bereits einmal Lee Childs Ermittler Jack Reacher auf der Leinwand verkörperte, habe ich noch irgendwie ignorieren können. Dass er es jetzt zum zweiten Mal tut, bricht aus unerklärlichen Gründen meinen inneren Widerstand. Aversion hin oder her – ich bin schlicht zu neugierig, um nicht doch einen Blick darauf zu riskieren.

Lee Child | Die Gejagten

Lee Child Die Gejagten

© Blanvalet

Das sagt der Verlag: Jack Reacher betritt den Stützpunkt seiner ehemaligen Einheit bei der Militärpolizei, und ahnt nicht, was ihm bevorsteht. Er ist nach Virginia gereist, um seine Nachfolgerin Major Susan Turner kennenzulernen. Doch wenig später wird klar, was für ein großer Fehler es war, einen Militärstützpunkt zu betreten. Denn wie jeder ehemalige Soldat der USA ist Reacher Reservist. Prompt erhält er seinen Einberufungsbefehl und wird außerdem des Mordes angeklagt und verhaftet. Reacher gelingt die Flucht aus dem Gefängnis, doch seine wichtigste Frage bleibt zunächst ungeklärt: Wer versucht ihn auf diese Weise kaltzustellen?

Das sage ich: Wie bereits angedeutet kommt im November der dazugehörige Kinofilm. Ich persönlich finde es immer spannend, Adaption und Vorlage zu vergleichen, weshalb ich mir den Roman sicherlich lesen werde, bevor ich Popcorn kauend in den Klapsessel plumpse. Zumal sich Child, dessen Reihe zwischenzeitlich ein paar Durchhänger hatte, seit ein paar Büchern wieder auf hohem Niveau bewegt  – zumindest wenn man denen glauben schenken mag, die seine Reacher-Romane noch aktiv verfolgen. Ich selbst gehöre nicht mehr dazu, habe momentan aber wieder richtig Lust darauf, mich diesen treuen Leserinnen und Lesern anzuschließen.Vor allem wegen dieser Review.

Erscheinungsdatum: 27. Juni 2016

Sara Gran | Come Closer

Sara Gran Come Closer

© Droemer

Das sagt der Verlag: Noch einen Wimpernschlag zuvor schien Amandas Leben völlig in Ordnung: ein verlässlicher Ehemann, ein interessanter Job in einem Architekturbüro, ein schönes Loft in einer angesagten Gegend von New York City. Doch dann geschehen seltsame Dinge: In ihren Entwürfen tauchen obszöne Schmierereien auf. Amanda fühlt sich von einer Frau verfolgt. In ihrer Wohnung hört sie ein unerklärliches Pochen und Knarren, und sie verspürt auf einmal das dringende Bedürfnis, Menschen zu verletzen. Jemand scheint von Amanda Besitz zu ergreifen. Jemand, der stärker ist als sie – und sehr grausam …

Das sage ich: Bisher hat mir jedes Buch von Sara Gran gefallen, weshalb ich auch die Neuausgabe ihres Debüts mit großer Vorfreude erwarte. Das ist zwar bereits vor Jahren mal bei Fischer unter dem Titel „Komm näher“ erschienen, doch im Hause Droemer will man scheinbar all ihre Bücher unter einem Dach versammeln. Gut so. Stutzig machen mich nur die Inhaltsangabe und das Cover. Beide lassen auf einen Psychothriller schließen – ein Genre, mit dem ich Gran bisher nicht in Verbindung brachte. Umso gespannter bin ich, wie es sich in die Reihe hervorragender Krimis aus ihrer Feder einfügt.

Erscheinungsdatum: 2. Mai 2016

Michael Koryta | Die mir den Tod wünschen

Koryta Die mir den Tod wünschen

© Heyne

Das sagt der Verlag: An einem stürmischen Tag wird der vierzehnjährige Jace Zeuge eines brutalen Mordes. Jace kann entkommen – doch er weiß, dass die Verbrecher ihn gesehen haben. Die Blackwell-Brüder, ein psychopathisches Killer-Duo, wollen seinen Tod. Jace kann niemandem mehr vertrauen. Unter neuer Identität soll er in Montana Zuflucht finden. Ethan Serbin, ein erfahrener Überlebensspezialist, steht ihm in der gnadenlosen Bergwelt zur Seite. Derweil bahnen sich die beiden Killer ihren blutigen Weg und kreisen ihre Opfer immer weiter ein. Für Ethan und Jace beginnt ein furioser Höllenritt …

Das sage ich: Die bisher übersetzten Bücher von Michael Koryta habe ich nach dem Überfliegen der jeweiligen Inhaltsangabe allesamt liegen lassen. Diesmal ist es anders. Die Story klingt sehr verlockend: Psychopathische Killer waren schon immer mein Ding, und die Berge von Montana habe ich spätestens seit Kim Zupans „Die rechte Hand des Teufels“ ins Herz geschlossen. Mit Daniel Woodrell und Donald Ray Pollock hat Koryta außerdem zwei Fürsprecher für sich gewinnen können, die mir Hoffnung auf ein Highlight machen. Wir werden sehen.

Erscheinungsdatum: 11. April 2016

Óscar Martínez | Eine Geschichte der Gewalt

Martinez Geschichte der Gewalt

© Kunstmann

Das sagt der Verlag: In den Staaten Zentralamerikas herrscht das organisierte Verbrechen. Die strategische Lage hat Länder wie Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua zu wichtigen Transitländern des internationalen Drogenhandels gemacht und ihnen die höchsten Mordraten der Welt gebracht. Das staatliche Machtvakuum in diesen Ländern haben längst organisierte Banden wie die Mara Salvatrucha oder Barrio 18 besetzt hier herrscht das Gesetz von Klingen und Kugeln. Óscar Martínez preisgekrönte Reportagen führen uns direkt in das Chaos Zentralamerikas er berichtet von Brunnen, die sich mit Leichen füllen, von Kronzeugen, die der Staat vergessen hat, von jugendlichen Killern, die für einen Beutel Gras töten und von dem profitablen Geschäft der internationalen Kartelle mit Kokain und Migranten. Er schreibt über die Sisyphusarbeit des einzigen Gerichtsmediziners in El Salvador, über die Herren der Grenzen im Dschungel Guatemalas, über mexikanische Bordelle, in denen die zentralamerikanischen Flüchtlinge verkauft werden. Das Bild, das sich aus seinen Reportagen ergibt, ist erschreckend: eine Region, die von Angst und Perspektivlosigkeit beherrscht wird und aus der die Menschen zu Millionen fliehen.

Das sage ich: Zentralmerika. So weit weg scheint es, so entfernt von allem, dass man sich in den Nachrichtenstudios der Republik weitestgehend darüber aussschweigt, was dort „unten“ eigentlich vorgeht. Der Kunstmann Verlag setzte sich bereits letztes Jahr dafür ein, dass der deutsche Leser nicht in seiner Uninformiertheit verharrt. Mit „¡Es reicht!“ und „Die Verbrannten“ erschienen gleich zwei Titel, die zwar beide vor allem Mexiko in den Fokus rückten, sich aber auf unterschiedliche Weise auch zentralamerikanischen Problemen annahmen. Nun geht es direkt dorthin. Martínez ist ein herausragender Journalist, dessen Reportagen wahrscheinlich jedem schon einmal begegnet sind, der sich auch nur im Entferntesten mit dem Thema beschäftigt. Ein ganzes Buch voll davon – das wird bestimmt keine angenehme Lektüre. Hauptsache, seine Sätze dringen durch.

Erscheinungsdatum: 16. März

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2 Gedanken zu “Vorschau 2016: Teil 8

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