Vorschau 2016: Teil 9

James Lee Burke Fremdes Land    Thor Kunkel Und Gott    Bernd Cailloux Surabaya Gold    Charlie Stella Johnny Porno

Heute fallen vier Namen. Den einen hat man in letzter Zeit so oft gehört, dass sich bei dem ein oder anderen von euch bestimmt schon Übersättigung eingestellt hat. Die anderen zwei hatte ich zwar auf dem Schirm, aber von dem einen hat man lange nichts mehr gehört, und vom anderen habe ich nicht erwartet, ihm mal in genrenahen Themengebieten wildern zu sehen. Und, last but not least, der vierte Name. Der ist mir ehrlich gesagt noch nie im Leben begegnet. Das Buch, auf dem er steht, weckt allerdings mein Interesse – und das nicht nur, weil da noch ein fünfter Name eine gewisse Rolle spielt… Mist, verzählt.

James Lee Burke | Fremdes Land

James Lee Burke Fremdes Land

© Heyne

Das sagt der Verlag: Texas im Jahr 1934: Weldon Holland fristet in der ländlichen Ödnis ein perspektivloses Dasein. Einzig das Gangsterpärchen Bonnie und Clyde, das nach einem Bankraub auf dem Grundstück campiert, durchbricht die Monotonie. Zehn Jahre später überlebt Weldon als Leutnant nur knapp die Ardennenoffensive und rettet die jüdische Kriegsgefangene Rosita Lowenstein vor dem Tod. Zurück in Texas steigt er ins boomende Ölgeschäft ein, wo er bald in ein gefährliches Spiel aus Intrigen, Korruption und Machtstreben verwickelt wird.

Das sage ich: Weldon Holland? Was ist mit Hackberry? In welchem Verhältnis stehen die zwei? Vor diesem Rätsel stand ich bereits, als ich letztes Jahr „Glut und Asche“ fürs CrimeMag besprochen habe. Um es kurz zu machen: Weldon und Hackberry haben den gleichen Großvater. Genauer beschreibt selbst James Lee Burke es nicht, aber viele Möglichkeiten bleiben ja dann auch nicht mehr übrig. Entweder sind die zwei also Brüder, oder Cousins. Ist ja auch egal. Burke erzählt einfach großartige Geschichten, und wenn man mal ehrlich ist (und das Ganze zusätzlich noch ein bisschen vereinfacht), ist sein Protagonist sowieso immer der gleiche. Im positiven Sinne. Blindkauf.

Erscheinungsdatum: 9. Mai 2016

Thor Kunkel | Und Gott sagte nein

Thor Kunkel Und Gott

© Pulp Master

Das sagt der Verlag: Mit Heidi-Land hat Nora Fritjof, auch Fräulein Friedhof genannt, so gar nichts am Hut. Balsthal, Biel, Mogelsberg – bei vielen Fällen von Kirchenraub in der Schweiz hatte sie ihre Finger im Spiel. Doch der neue Auftrag scheint ihre Karriere des Bösen zu krönen: In einem abgelegenen Bergkloster, hoch über dem Lac de Moiry, wird das Thebäische Kreuz in einer Krypta entdeckt. Nora und ihr Partner Luis sollen es im Auftrag eines Hehlers entwenden. Immerhin ist er bereit, für das Kreuz eine halbe Million Franken zu zahlen, ein lukrativer Nebenverdienst für eine fast abstudierte Studentin der Kunstgeschichte und einen Bergführer, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Doch nichts läuft wie geplant, der Raub geht schief, Nora und Luis werden in der verschneiten Wildnis getrennt. Und sie sind nicht allein … Fast zu spät erkennt Nora ihre Verstrickung im Komplott einer satanistischen Sekte.

Das sage ich: Dass mit diesem Roman bereits 2016 der 44. Band des Pulp Master Verlags erscheinen soll, halte ich angesichts der Tatsache, dass die Bände 39-43 noch auf sich warten lassen, für unwahrscheinlich. Dennoch, angekündigt ist er. Und egal, ob nun „Smonk„, „Die Toten schauen zu„, „Welt ohne Skrupel„, „Small Crimes“ oder „Der Vergewaltiger“ als nächstes erscheint – Pulp Master ist einer der wenigen Verlage, bei dem nahezu jeder Titel spannend klingt. Und irgendeiner davon wird dieses Jahr schon kommen.

Erscheinungsdatum: Irgendwann (2016?)

Bernd Cailloux | Surabaya Gold

Bernd Cailloux Surabaya Gold

© Suhrkamp

Das sagt der Verlag: Ein Offizier der Handelsmarine wird aus ehelicher Zuneigung zum Drogenkurier, eine Hamburger Geschäftsfrau kauft sich einen Flughafen und entdeckt ihren hanfgrünen Daumen, ein aufstrebender Kleindealer gerät beim großen Coup mit falschem Stoff an die falschen Leute, und zwei Senioren kreuzen ihre sehr verschiedenen Lebenswege in der Reha zum gemeinsam schöngerauchten Sonnenuntergang … Abseits gängiger Kifferklischees werfen Bernd Caillouxs sanfte Satiren ungewohnte Schlaglichter auf die jugendgefährdende Welt des Haschischs – von der Frühzeit ahnungsloser deutscher Zöllner und der Hochzeit zerebraler Rebellion über den langen Marsch in die Verbürgerlichung bis zum gerade noch so unerlaubten Wellnessjoint der Gegenwart. Vielleicht die letzte Abfahrt vor der Legalisierung und der Mehrwertsteuerpflicht.

Das sage ich: Schon wieder Kurzgeschichten in meiner Vorschau, diesmal sogar zu einem ganz bestimmten Thema. Über den Sinn und Unsinn der Kriminalisierung von Cannabis möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslassen, darüber habe ich einfach schon zu oft geredet und außerdem würde das den Rahmen sprengen. Einem talentierten Autoren wie Bernd Cailloux dabei zuhören, wie er es indirekt in Form von Erzählungen tut – das ist eine andere Sache. Ein großes Lob gebührt jedenfalls schon mal dem Artwork-Team vom Suhrkamp Verlag. Dieses Cover ist pures… nunja, Gold eben.

Erscheinungsdatum: 11. April 2016

Charlie Stella | Johnny Porno

Charlie Stella Johnny Porno

© Suhrkamp

Das sagt der Verlag: John Albano schlägt sich als Geldeinsammler für die New Yorker Cosa Nostra durch. Er kassiert die Tageseinnahmen, die beim Abspielen des von der Mafia produzierten Pornofilms und späteren Welthits Deep Throat in schmuddeligen Hinterzimmern anfallen. Bezahlt wird hauptsächlich mit 5-Dollar-Scheinen, die Johnny Porno (so nennt man den Mann, der diesen Job macht) in seinem Schrottauto durch die Gegend fährt. Das erweckt Begehrlichkeiten, und so sind sie alle hinter Johnny Porno her: korrupte Cops, neurotische Killer, freischaffende Schurken, das FBI und seine sehr gierige Ex-Frau.

Das sage ich: Wie schon bei „Hades“ von Candice Fox lautet der Name des Herausgeber Thomas Wörtche, was alleine bereits Grund genug wäre, ein Auge darauf zu werfen. Doch auch der Titel in Verbindung mit dem Klappentext hätten ausgereicht, um mir dieses Buch schmackhaft zu machen. Die „kleinen Fische“ finde ich als Protagonisten oft interessanter als die großen, unnahbaren Gangsterbosse, und meine letzte Begegnung mit der Porno-Branche habe ich ebenfalls in bester Erinnerung behalten. Also im literarischen Kontext meine ich.

Erscheinungsdatum: 11. Juli 2016

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