Vorschau 2016: Teil 10

Wangersky Walt    Blank book cover w clipping path    Ken Bruen Füchsin    Iles Die Toten von Natchez

Noch eine letztes Mal Vorschau, dann heißt es ran ans Regel und her mit den heiß ersehenten Büchern! Wie jedes Jahr wird es auch 2016 wieder darauf hinauslaufen, dass ich nur einen Bruchteil der Bücher schaffen werde, die ich hier Woche für Woche so vorstelle. Doch zum Glück bin ich ja nicht alleine auf der Welt – und wenn ich durch meine (auf gefährlichem Halbwissend basierenden) Prognosen euch, meinen Leserinnen und Lesern, ein paar schöne Stunden beschere, dann ist doch auch schon viel gewonnen. Jeder verbessert die Welt eben so, wie er kann. 

Russell Wangersky | Walt

Wangersky Walt

© Knaur

Das sagt der Verlag: Hi, ich bin Walt. Ich sammle weggeworfene Einkaufslisten. Das klingt vielleicht ein bisschen schräg, aber Sie ahnen ja nicht, was man auf diese Weise alles über jemanden erfährt! Das ist fast, als wäre ich selbst Teil der Familie. Ich gebe zu, ich bin einsam, seit meine Frau Mary mich vor ein paar Jahren verlassen hat. Kaum jemand gönnt mir einen zweiten Blick – als wäre ich unsichtbar. Besonders gern sammle ich die Zettel von Alisha. Sie ist noch so jung, jemand sollte auf sie Acht geben, finde ich. Ich mache das gern, auch wenn sie nicht mal ahnt, dass ich existiere …

Das sage ich: Der erste Klappentext aus der Ich-Perspektive, der mir auf meiner Suche nach vielversprechenden Neuerscheinungen dieses Jahr begegnet. Das waren auch mal mehr. Die Idee mit den Zetteln ist jedenfalls grandios, und für alles, was sich vom Einheitsbrei abhebt, interessiere ich mich schon mal grundsätzlich. Vom Autor habe ich noch nie etwas gehört, die Kritiken, die mir bisher begegnet sind, lesen sich aber leider eher durchwachsen. Trotzdem: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wangersky hat sich getraut, mal was Neues zu versuchen, und ich werde seinen Mut mit einem Blick aufs Endergebnis würdigen. Das ist ja wohl das Mindeste.

Erscheinungsdatum: 1. August 2016

Dominique Manotti | Schwarzes Gold

Blank book cover w clipping path

© Argument

Das sagt der Verlag: März 1973: Nach der Auflösung der French Connection tobt in Marseille ein blutiger Bandenkrieg um die Nachfolge von Mafiaboss Antoine Guérini. In dieser aufgeheizten Atmosphäre wird der dynamische Geschäftsmann Maxime Piéri vor dem Casino von Nizza mit zehn Kugeln hingerichtet. Der Held der Résistance, vormals rechte Hand der Guérini-Brüder und dann zum Frachtreeder konvertiert, scheint seiner Mafiavergangenheit erlegen zu sein. So jedenfalls die bevorzugte Version von Polizei und Justiz, wo man an einer echten Untersuchung nicht interessiert ist. Mit dem Fall betraut wird der unerfahrene Commissaire Théodore Daquin, der in Marseille seinen ersten Posten antritt. Er stößt auf dubiose Aktivitäten von Piéris Frachtern im Mittelmeer, die offenbar nicht nur Erz und Getreide transportieren. Und in Zusammenarbeit mit einem anonymen Partner schien der Reeder sich soeben für den Einstieg in ein heiß umkämpftes neues Geschäftsfeld zu rüsten. Daquin bleiben genau fünfzehn Tage, die ihm im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens für seine Ermittlung zustehen, um sich in das Labyrinth der lokalen Geheimnisse, des Seefrachtgeschäfts und der internationalen Finanzkreisläufe einzuarbeiten. Eine Herkulesaufgabe im Angesicht einer undurchsich­tigen Gemengelage und einer ihm fremden, bedrohlichen Stadt.

Das sage ich: Uff, ganz schön viel Text. Doch seit ich letztes Jahr das erste Mal von diesem Buch erfahren habe, möchte ich es in den Händen halten. Wenn nämlich stimmt, was man so hört, dann hat Manotti sich mit ihrem neusten Werk nochmal selbst übertroffen. Kein Wunder – Noir und Erdöl, das passt ja auch wie die Faust aufs Auge.

Erscheinungsdatum: 12. Mai 2016

Ken Bruen | Füchsin

Ken Bruen Füchsin

© Polar

Das sagt der Verlag: Angie, kaltschnäuzig und herzlos, manipuliert sie Männer wie Frauen, um sie für ihre Pläne einzusetzen. Auch wenn die erste Bombe im Paradise Cinema nicht explodiert, hält sie die Southeast London Police Squad um Inspector Brand mit weiteren Bombenankündigungen und Erpressungen in Atem. Als sinnlichste, verrückteste Serienmörderin überhaupt terrorisiert sie die Straßen Londons. Ist unberechenbar, wild, wütend. Ganz wie Inspector Brant, der für seine knochenbrecherischen Methoden berüchtigt ist und sich wenig um politische Korrektheit schert.

Das sage ich: Letztes Jahr, während der Lektüre von „Kaliber„, habe ich mich in die Reihe um Detective Sergeant Tom Brant und Chief Inspector James Roberts verliebt. Logisch, dass ich mir den neuen Band auf gar keinen Fall entgehen lassen werde. Auch diejenigen unter euch, die mit Bruens Jack Taylor nichts anfangen können, sollten hierauf ein Auge werfen. Bitterböse, knallharte Kriminalliteratur erwartet euch. Sprich: Balsam für die Seele.

Erscheinungsdatum: 1. April 2016

Greg Iles | Die Toten von Natchez

Iles Die Toten von Natchez

© Rütten & Loening

Das sagt der Verlag: Penn Cage, der Bürgermeister von Natchez, Mississippi, und seine Verlobte, die Chefredakteurin Caitlin Masters, sind einem Anschlag entkommen, hinter dem die Doppeladler stecken, eine rassistische Organisation, die seit den sechziger Jahren ihr Unwesen treibt. Aber die Gefahr ist keineswegs beseitigt. Forrest Knox, ausgerechnet der Chef der State Police, ist der wahre Kopf der Doppeladler. Er will verhindern, dass Penn Beweise vorbringt, welche Morde die Doppeladler begangen haben. Doch Penn hat eine Spur, um die Toten zu finden. Sie führt in die Sümpfe des Mississippi River, zu einem geheimnisvollen Ort, an dem ein ganz besonderer Baum steht.

Das sage ich: Ob Forrest Knox mal in Fort Knox war? … Der 1008-seitige Vorgänger „Die Toten von Natchez“ erhielt ja eher gemischte Kritiken. Greg Iles wurde entweder als der neue Messias gefeiert oder achselzuckend als hochambitionierter Mittelmaß-Schriftsteller abgetan. Dazwischen gab es, zumindest in den USA, so gut wie nichts. Nun kommt der zweite Band seiner Natchez-Trilogie heraus – und hat wieder exakt 1008 Seiten. Chapeau, Rütten & Loeing. Während ich aber nicht mal eine Zeile von diesem Monumentalwerk gelesen habe, hat sich Schauspieler Tobey Maguire bereits die Rechte gesichert und produziert das Ganze demnächst als Serie für Amazon. Ich warte vielleicht einfach auf Band Nummer Drei und ziehe mich dann eine Woche lang mit der vollständigen Reihe zurück. Irgendwohin, wo es weder Internet noch Handyempfang gibt. Also wahrscheinlich in meine Stammkneipe.

Erscheinungsdatum: 18. April 2016

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2 Gedanken zu “Vorschau 2016: Teil 10

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