CrimeMag 5/2016

Denkmal Lidice

Mai-Ausgabe? Mammut-Ausgabe. „Vermutlich werden Sie uns die nächsten Wochen mehrmals besuchen müssen“, heißt es nicht ohne Grund im Editorial, denn was diesmal im CrimeMag geboten wird, reicht locker aus, um ein paar Tage zu füllen. 

Ich bin auch wieder mit von der Partie, diesmal sogar mit drei Texten – persönlicher Rekord (jetzt wisst ihr auch, warum hier so wenig passiert). Für die Bloody Chops habe ich „Der Mann mit der Bombe“ von Christian Roux und „Kein grosses Ding“ von Stefan B. Meyer besprochen. In einer ausführlicheren Rezension widme ich mich Gerald Kershs großartigem Zeitzeugenroman „Die Toten schauen zu“, was ich an dieser Stelle mal ein wenig anteasern möchte:

Das Dritte Reich ist in der Literatur längst zu einer Mythen- und Sagenwelt geworden. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Romane, die über die Schrecken der NS-Herrschaft geschrieben wurden, das Ergebnis einer jahrzehntelangen Kultur der Aufarbeitung sind; das Ergebnis eines sich aus einer unendlichen Zahl von Texten und Paratexten speisenden Reflexionsprozesses, der es Autorinnen und Autoren erlaubt, sich mit gebührendem Abstand diesem Dämon zu nähern, ohne ihm dabei jemals direkt in die Augen sehen zu müssen. 1943 war das noch nicht möglich. Zu einer Zeit, in der US-amerikanische Flugzeuge Bomben über Hitlerdeutschland abwarfen und die Wehrmacht Niederlage nach Niederlage erlitt, erschien beim traditionsreichen Londoner Heinemann Verlag ein kleines Büchlein mit dem Titel The Dead Look On (Die Toten schauen zu). Mit 70 Jahren Verspätung erscheint der Roman nun erstmalig in deutscher Sprache.

Hier gibt es den Rest. Außerdem in der neuen Ausgabe: Autorin Katja Bohnet („Messertanz“ und Autor Max Annas („Die Mauer“) nehmen sich gemeinsam Manotti und Candice Fox vor. Ihr Schriftstellerkollege Sam Hawken („Kojoten“) lässt einen Text da. David Whish-Wilson  („Perth“) auch. Sonja Hartl prüft die Frauenfiguren in zwei aktuellen deutschen Thrillern auf Herz und Nieren. Eric Ambler wird von gleich fünf Leuten ins Kreuzverhör genommen.  Und und und. Fazit: Lest am besten einfach alles.

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