CrimeMag 12/2016

sechzger

Den ganzen Morgen habe ich aufs Handydisplay gestarrt, alle halbe Stunde den Browser aktualisiert, und gegen 11 Uhr war es dann soweit – das neue CrimeMag ging online. Wolf Haas würde wahrscheinlich sagen: „Warten auf’s Christkind nichts dagegen.“ Nun kann ich euch nämlich endlich wieder neue Beiträge präsentieren.

Besonders lange habe ich diesmal mit „Der anatolische Panther“ von André Pilz verbracht, einem Buch, das mir überaus gut gefiel, bei dem ich aber lange nicht die richtigen Worte fand. Irgendwann rutschten mir dann folgende Sätze aus der Tastatur:

Der anatolische Panther ist nicht einfach nur ein spannender, authentischer Kriminalroman, dem das seltene Kunststück gelingt, den Finger auf die Stelle zu legen, an der man den Puls der Zeit tatsächlich fühlen kann. André Pilz‘ Roman ist vor allem ein Plädoyer für eine freie, offene Gesellschaft als einzigen Weg des friedlichen Miteinanders. Denn solange wir den Menschen in unserer Mitte, die sich durch ihre Herkunft, ihre Hautfarbe, ihre sexuelle Orientierung oder was-auch-immer vom Großteil der restlichen Bevölkerung unterscheiden, nicht die gleichen Chancen einräumen, solange wir einzelne Menschen wegen dem, was andere Menschen getan haben, vorverurteilen, werden wir weiterhin selbst schaffen, wovor wir uns fürchten.“

Wie ich zu diesem Schluss kam, könnt ihr hier nachlesen. Ursprünglich hatte ich geplant, die Kritik als offenen Brief an Eva Erdmann zu schreiben, die eine etwas krude Kritik zum Roman im Freitag veröffentlicht hatte, aber ich konnte es mir dann doch verkneifen. Eins würde ich dann aber doch gerne wissen. Wie kommt Frau Erdmann zu der Behauptung, dass „die Obergrenze der eingesetzten Vulgarismen etwa bei ‚fuck-o-mio‘ erreicht ist“? Ich zitiere mal eine Passage des Romans frei aus dem Gedächtnis: „Gott kackt euren Müttern auf die Fotzen, dafür, dass sie euch geboren haben.“ Fuck-o-mio, in der Tat. Vielleicht spreche ich einfach nicht gut genug italienisch.

Weiter geht’s mit einem Comic. Als ich vor ein paar Wochen gesehen habe, dass der Verlag Hard Case Crime sich jetzt auch an diesem Medium versucht, war klar, dass ich mir das anschauen muss. Zwei Reihen standen zur Auswahl. Ich entschied mich gegen die Prohibitions-Mobster-Story „Triggerman“ und für das wesentlich aufregender wirkende „Peepland“ von Christa Faust, Gary Phillips und Andrea Camerini.

„Peepland ist eine Ode an den Times Square Mitte der 80er, mit seinen Neonlichtern, die damals vor allem die schäbigen und weniger schäbigen Nachtclubs anpriesen, eine Ode an den Ort und die Zeit, die Christa Faust ihrer eigenen Aussage nach zu der Person formten, die sie heute ist. Es liegt ihr daher fern, romantisch zu verklären. Das sex business wird im Comic als ermüdend alltägliches Geschäft dargestellt. Wenn leicht bekleidete Frauen gelangweilt Dildo-Shows ankündigen und blöd grinsende Männer vor mit diversen Körperflüssigkeiten verklebten Plexiglasscheiben geifernd masturbieren, bleibt die Erotik zwangsläufig auf der Strecke.“

Neugierig? Hier gibt es den ganzen Text.

hatchet

 Dem Hackebeil zum Opfer fielen diesmal Martin Rebhandl, dessen „Der König der Schweine“ ich absolut nicht weiterempfehlen würde, und „The Dry“, das Debüt der Australierin Jane Harper, bei dem ich mir das schon eher vorstellen kann.

Am 24. Dezember – logisch – kommt ein ganz besonderes Geschenk auf euch zu. Unter dem digitalen Baum liegt dann der große (riesige!) CulturMag-Jahresrückblick, inklusive der CrimeMag-Jahresbestenliste des gesamten Teams. Und auch das neue Jahr bietet bereits Grund zur Freude: Lee Child höchstpersönlich wird einen Beitrag beisteuern. Wer sich sonst noch so angekündigt hat, und welche weiteren, spannenden Beiträge ihr im aktuellen CrimeMag findet, könnt ihr im Editorial nachlesen. Viel Spaß damit!

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