Dr. Faust

Stark_The Hunter_231014.indd

© Zsolnay

Diesen Anfang vergisst man nicht. Ein Mann wimmelt rüde eine Mitfahrgelegenheit ab, steckt sich eine Kippe in  den Mund und spaziert über die George Washington Bridge Richtung Stadt. Sein Name ist Parker. Parker hat etwas an sich, das vorbeifahrende Frauen erzittern lässt, etwas, das Unheil verspricht. Er ist ein skrupelloser Berufsverbrecher, der von seiner eigenen Ehefrau verraten wurde, die letzten Jahre in Gefangenschaft verbrachte und der sich nun an denen rächen will, die dafür verantwortlich sind. Mit allen Mitteln. Ein kurvenreicher, mit gebrochenen Gliedmaßen und leeren Patronenhülsen gepflasterter Weg liegt vor ihm, doch Parker geht ihn mit einer Geradlinigkeit, die dem Leser Magenschmerzen bereitet. Wenn man bemerkt, in was für eine brutale, kompromisslose Geschichte man da hineingeraten ist, ist es längst zu spät. Es gibt kein Entkommen. Weiterlesen

Irgendein Krieg ist immer

Winslow Tage der Toten

© Suhrkamp

Im Jahr 2005 veröffentlichte Don Winslow mit „Tage der Toten“ einen Meilenstein der jüngeren Kriminalliteratur. Sein Buch ist ein Epos über den amerikanischen „War on Drugs“, den „Krieg gegen Drogen“, der bis heute vor allem im direkten Nachbarland Mexiko ausgetragen wird. Seit  2010 ist der über 500 Seiten umfassende Wälzer dank dem Suhrkamp Verlag auch für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich. Chris Hirthe, der für die Übersetzung verantwortlich war, änderte den Originaltitel „The Power oft he Dog“ – eine Anspielung auf den Höllenhund Kerberos, der in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt bewacht – in „Tage der Toten“. Auch hierbei handelt es sich um eine Anspielung, die sich auf den „dia de los muertos“, den mexikanischen Gedenktag für die Verstorbenen bezieht. Die Fortsetzung des Drogenthrillers, „Das Kartell“ ist gerade bei Droemer erschienen. Weiterlesen