Sheriff’s back in town

James Lee Burke

© James Lee Burke

Wir befinden uns kurz vor dem Ende des texanischen Unabhängigkeitskrieges: Am 27. März 1836 statuiert der mexikanische General Santa Ana an 342 Gefangenen aus Texas ein Exempel. Nur wenige können dieser Hinrichtung entkommen, die später als das „Massaker von Goliad“ in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Einer von ihnen ist William Burke. Dem Ur-Ur-Großvater des Autors James Lee Burke gelingt mit der Hilfe einer mexikanischen Prostituierten die Flucht zurück zu den eigenen Truppen. Die Texaner gewinnen die entscheidende Schlacht und General Santa Ana findet den Tod. William Burke überlebt auch diesmal. Weiterlesen

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Kiss Your Ass Good-Bye

Charles Willeford

© Vice

Charles Willeford wird am 2. Januar 1919 als Charles Ray Willeford III in Little Rock, Arkansas geboren. Bereits drei Jahre nach der Geburt stirbt sein Vater an Tuberkulose, Charles‘ Mutter folgt ihrem Ehemann nur fünf Jahre später mit der gleichen Diagnose nach. Die Großmutter, die im Süden von Los Angeles wohnt, nimmt den Waisenjungen bei sich auf. Doch angesichts der Wirtschaftskrise, der sogenannten „Großen Depression“, fällt es ihr zusehends schwer, für ihn zu sorgen. Bis er 1932, im Alter von gerade mal dreizehn Jahren, Los Angeles verlässt und in einen Zug steigt, um sich entlang der mexikanischen Grenze als jugendlicher Landstreicher mit gefälschter Identität durchzuschlagen. Weiterlesen

Die Bielefeld Connection

Es gibt immer noch Leute da draußen, die ernsthaft glauben, dass Bielefeld nicht existiert. Gut, dass das nicht stimmt. In Bielefeld ist nämlich der Pendragon-Verlag beheimatet, der Anfang der Achtziger als One-Man-Show des Verlegers Günter Butkus seinen Anfang nahm. Der gelernte Erzieher und damalige Literaturwissenschaftsstudent wagte den Sprung ins kalte Wasser, ausgestattet mit wenig Vorwissen, aber vielen Kontakten in die Verlagswelt und, was noch wichtiger ist, jeder Menge Spaß am Buch. Angefangen hat alles mit Lyrik. Heute kennt und liebt man Pendragon vor allem für das Krimiprogramm. Weiterlesen

Sicher durch das Krimi-Labyrinth

Schwarze Krimis, die in jede Tasche passen. Explosive Stoffe, die das bestehende Weltbild in Frage stellen. Immer wieder aufs Neue, immer am Puls der Zeit, seit über fünfundzwanzig Jahren. Die Rede ist natürlich von der Reihe „Ariadne Krimis“, die die Soziologin Frigga Haug im Jahr 1988 ins Leben rief. Sie erscheint bis heute im Argument Verlag, den sie zusammen mit ihrem zukünftigen Ehemann, dem Philosophen Wolfgang Fritz Haug, Ende der 50er gegründet hatte. Einem Verlag, der eigentlich für seine linken Wissenschafts- und wissenschaftskritischen Bücher bekannt ist. Doch es handelt sich ja auch nicht um irgendeine dahergelaufene Krimireihe. Nein, das würde nicht ins Verlagsprofil passen. Es handelt sich vielmehr um die logische Weiterentwicklung eines der wichtigsten Verlagssegmente, den Büchern zur feministischen Theorie. Bei Ariadne schreiben ausschließlich Frauen. Weiterlesen

Der Unsichtbare

ulf miehe1940 wird  Ulf Miehe in Wusterhausen/Brandenburg geboren. Er verbringt seine Kindheit und Jugend in Berlin und zieht später nach Bielefeld, um dort eine Ausbildung zum Buchhändler zu machen. Nachdem er seine Lehre beendet hat, wird Miehe Lektor beim frisch gegründeten Sigbert Mohn Verlag, einem Imprint von Bertelsmann für schöngeistige Literatur. Weiterlesen

„Ich bin ein unverbesserlicher Intellektueller“

Jean-Patrick Manchette

© Jean-Paul Gratias

Jean Patrick-Manchette wird am 19. Dezember 1942 in Marseille geboren. Es herrscht Krieg. Als die deutschen Truppen Frankreich wenige Jahre später verlassen, zieht er mit seiner Familie nach Malokoff, einer kleine Gemeinden südlich von Paris. Bei seiner Großmutter, einer gebürtigen Schottin,  kommt der junge Manchette zum ersten Mal mit Kriminalliteratur in Kontakt. Es sind vor allem englischsprachige Autoren, die es ihm angetan haben. Während seiner Gymnasialzeit verschlingt er die Série Noire des Verlags Gallimard. 1960 beginnt er ein Anglistik-Studium, um Englischlehrer werden zu können. Ein Beruf, den seine Mutter sich immer schon für ihren Sohn gewünscht hat. Weiterlesen

Die unbeugsame Kraft des menschlichen Willens

Sam MillarSam Millar wird 1955 in der nordirischen Hauptstadt Belfast geboren. Sein Vater, ein Protestant, verliebt sich in eine Katholikin, die darauf besteht, die gemeinsamen Kinder im katholischen Glauben zu erziehen. Als er acht Jahre alt ist, verschwindet sie, und lässt ihren Mann mit Sam und dessen Bruder zurück. Davor hatte sie bereits mehrmals versucht sich umzubringen. Mit fünfzehn Jahren schließt Sam die Schule ab und beginnt kurz darauf in einem Schlachthof zu arbeiten. Währenddessen probt im ganzen Land die irisch-stämmige, katholische Bevölkerung den Aufstand gegen die britische Regierung. Weiterlesen

Der Dostojewski des Groschenromans

jim thompson

© Diogenes

James Meyer Thompson, genannt Jim, wird am 27. September 1906 in Anadarko, Oklahoma geboren. Sein Vater, der Sherriff der Stadt, ist zu dieser Zeit extrem spielsüchtig. Als er der Veruntreuung von Staatsgeldern wegen angeklagt wird, wandert er mitsamt seiner Familie nach Mexiko aus. Nach einiger Zeit kehren die Thompsons wieder in die USA zurück. Jims Vater nimmt einen Job auf den Ölfeldern von Texas an. Es ist die Zeit der großen Wirtschaftskrise. Das Leben ist rauh, karg und unbarmherzig und der mittlerweile zum Teenager herangewachsene Jim Thompson flüchtet sich ins Schreiben. Weiterlesen