Schneemann goes #fbm16: Der Donnerstag

Erster Termin des Tages: Elmar Krekeler interveiwt Friedrich Ani am Stand der WELT. Es geht um sein neues Buch „Der nackte Mann, der brennt„. Ein Wasserglas taucht vor dem Autor im Bob Dylan T-Shirt auf, er schaut es irritiert an und meint süffisant zu seinem Gastgeber: „Wenn ich solange stehen muss, hätte ich eigentlich lieber ein Bier.“ Der sagt natürlich: „Kein Problem„, aber plötzlich will der Autor doch keines mehr, und so ähnlich läuft dann auch der Rest des Gespräches ab. Elmar Krekeler fragt, Friedrich Ani tänzelt um die Fragen herum, weicht den allzu persönlichen aus und lässt dabei Sätze vom Stapel, die das Publikum aufhorchen lassen. „Ich wollte den Dörfern in Oberbayern ein Denkmal setzen„, beschreibt er zum Beispiel die Arbeit an seinem Roman, nur um kurz darauf zu spezifizieren, was für ihn so ein oberbayrisches Dorf ausmacht: „Kirche, Fußball, Kindesmissbrauch.“ Den Titel habe er dem Song „Naked Man Burning“ entnommen. „Kann man nicht googlen, weil der ist von mir und ich hab ihn nicht veröffentlicht – zurecht.“ Weiterlesen

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Schnemann goes #fbm16: Der Mittwoch

Messe ist, wenn alle an einem vorbeilaufen. Schon in meiner ersten Stunde auf dem Gelände, die ich traditionell bei den Kleinverlagen in Halle 4.1 verbringe, konnte ich nur knapp Kollisionen mit Friedrich Ani, Melanie Raabe, Thomas Wörtche und Zoë Beck vermeiden. Da ich von Letzterer bereits im Vorjahr für einen Messe-Mitarbeiter gehalten wurde, ging ich kurz darauf erst einmal zum Stand von CulturBooks, um zu schauen, ob sie sich noch an mich erinnert. In bester Besucher-Manier stand ich also vor den Neuerscheinungen herum und blätterte. Hatte zum ersten Mal die gedruckte Version von „Cops in the City“ in der Hand. Grinste bei Sätzen von Carlo Schäfer. Entweder wurde es Zoë dann zu eng am kleinen Stand, oder sie wollte mich nur als potentiellen Leser nicht verlieren, jedenfalls drückte sie mir ein Verlagsprogramm in die Hand. Es war der Beginn eines Spiels ohne RegelnWeiterlesen

Es ist was faul im Sunshine State

wileford miami blues

© Alexander Verlag

Der Anfang von Charles WillefordsMiami Blues“ ist mittlerweile schon legendär: Der frisch aus der Haft entlassene Kleinganove Frederick J. Frenger Junior, genannt Junior, bricht einem bettelnden Hare Krishna am Flughafen von Miami ein paar Finger. Der Mann stirbt noch an Ort und Stelle an den Folgen des Schocks. Hoke Moseley vom Miami Police Department, ein Cop mit falschen Zähnen und einer Vorliebe für Cognac, den er meistens aus einem Zahnputzbecher trinkt, soll sich der Sache annehmen. Währenddessen spaziert Junior nichtsahnend ins nächstbeste Hotel, wo er sich vom zwielichtigen Hotelpagen Pablo ein Mädchen aufs Zimmer schicken lässt. „Pepper“ – oder Susan, wie sie im echten Leben heißt – ist ebenso hübsch wie unterbelichtet. Und ganz nebenbei ist ihr Bruder auch noch ein Hare Krishna. Oder besser gesagt: War es. Weiterlesen

Kiss Your Ass Good-Bye

Charles Willeford

© Vice

Charles Willeford wird am 2. Januar 1919 als Charles Ray Willeford III in Little Rock, Arkansas geboren. Bereits drei Jahre nach der Geburt stirbt sein Vater an Tuberkulose, Charles‘ Mutter folgt ihrem Ehemann nur fünf Jahre später mit der gleichen Diagnose nach. Die Großmutter, die im Süden von Los Angeles wohnt, nimmt den Waisenjungen bei sich auf. Doch angesichts der Wirtschaftskrise, der sogenannten „Großen Depression“, fällt es ihr zusehends schwer, für ihn zu sorgen. Bis er 1932, im Alter von gerade mal dreizehn Jahren, Los Angeles verlässt und in einen Zug steigt, um sich entlang der mexikanischen Grenze als jugendlicher Landstreicher mit gefälschter Identität durchzuschlagen. Weiterlesen

Sendung vom 12.07.2015

Im Juli ging es vom regnerischen London über den „Sunshine State“ Florida in ein lyncheskes Berlin. Es gab ein Porträt von Charles Willeford, einem der größten Pechvögel der Kriminalliteratur, ein Interview mit den Herausgebern Simone Salitter und Gunter Blank sowie das (vielleicht) erste umgekehrte Gewinnspiel der Welt, eine Hommage an die Neuausgabe von „Miami Blues“. Aber keine Angst: So richtig konsequent umgekehrt ist es nicht, ihr müsst mir jetzt kein Buch schenken. Der Gewinn geht immer noch an euch. Was ihr tun müsst? Scrollt euch durch!  Weiterlesen