„Es ist eine große Tötungslust in uns“

Lehmann Allesfresser

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Vegan sein ist trendy. In den Regalen der Buchhandlungen und Zeitschriftenläden stirbt eine Idee, die ursprünglich mal dazu gedacht war, die Welt zu verändern. Was bleibt ist nicht mehr als eine weitere Form von Gegenkultur, die sich vom mainstream einverleibt und damit entzaubert wurde, nur eine weitere Diät auf dem Weg zur perfekten Figur. Wie „Detox“ und „Paleo“, nur eben mit ganzheitlichem Ansatz. Dabei fallen die Argumente, die für oder gegen eine vegane Lebensweise sprechen, gar nicht mehr ins Gewicht. Warum auch? Es geht hier schließlich um Selbstoptimierung und Lifestyle, also Dinge, denen jede Art von Reflexion zuwider läuft. Gut, dass wir Christine Lehmann haben. Die Stuttgarter Autorin, die sich all diese Blättchen und Ratgeberchen wahrscheinlich maximal zu Recherchezwecken ins Haus holt, hat ihren Scheinwerferblick auf das Thema geworfen – und es von oben bis unten durchleuchtet. Weiterlesen

Vorschau 2016: Teil 17

Johnson Die lachenden Ungeheuer    Nunn Zeit der Finsternis    Schulz Onno Viets Hirsch    Trouillot Yanvalou für Charlie

2016 laufe ich immer nur hinterher. Jetzt ist es schon so weit gekommen, dass ich bei meiner Jahresvorschau das Nachsehen habe, denn eines der vier Bücher, die ich euch heute vorstellen möchte, ist bereits vor ein paar Tagen erschienen. Aber was soll man machen? Wenn der siebzehnte (!) Teil immer noch nur so vor Hochkarätern strotzt, dann hat man es eben mit einem ungewöhnlichen Krimijahr zu tun.  Weiterlesen

Vorschau 2016: Teil 10

Wangersky Walt    Blank book cover w clipping path    Ken Bruen Füchsin    Iles Die Toten von Natchez

Noch eine letztes Mal Vorschau, dann heißt es ran ans Regel und her mit den heiß ersehenten Büchern! Wie jedes Jahr wird es auch 2016 wieder darauf hinauslaufen, dass ich nur einen Bruchteil der Bücher schaffen werde, die ich hier Woche für Woche so vorstelle. Doch zum Glück bin ich ja nicht alleine auf der Welt – und wenn ich durch meine (auf gefährlichem Halbwissend basierenden) Prognosen euch, meinen Leserinnen und Lesern, ein paar schöne Stunden beschere, dann ist doch auch schon viel gewonnen. Jeder verbessert die Welt eben so, wie er kann.  Weiterlesen

Im Zoo

Lehmann Affen von Cannstatt

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Camilla Feh ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, weil ihre Mutter eine mit internationalem Haftbefehl gesuchte Kindsmörderin ist. Eine mehrfache Kindsmörderin, die vier ihrer eigenen Kinder getötet und beim örtlichen Friedhof verscharrt hat. Die Tat ihrer Mutter lastet wie ein Fluch auf der mittlerweile erwachsenen Frau, die als einziges Kind weiterleben durfte. Jetzt sitzt Camilla im Gefängnis. Sie soll ihren Ex-Freund und Chef Till Deutschbein ermordet haben. Er wurde im Stuttgarter Zoo von Bonobo-Affen getötet, nachdem ihn jemand dort nachts im Gehege zurückgelassen hat. Camilla hatte diese Tiere vor einigen Jahren für längere Zeit beobachtet und erforscht. Und nicht nur das: Sie war wahrscheinlich auch die letzte Person, die ihren ebenfalls verstorbenen Soziologieprofessor lebend gesehen hat – den Professor, der ihre Arbeit über die Bonobos nicht annehmen wollte. Weiterlesen

Sicher durch das Krimi-Labyrinth

Schwarze Krimis, die in jede Tasche passen. Explosive Stoffe, die das bestehende Weltbild in Frage stellen. Immer wieder aufs Neue, immer am Puls der Zeit, seit über fünfundzwanzig Jahren. Die Rede ist natürlich von der Reihe „Ariadne Krimis“, die die Soziologin Frigga Haug im Jahr 1988 ins Leben rief. Sie erscheint bis heute im Argument Verlag, den sie zusammen mit ihrem zukünftigen Ehemann, dem Philosophen Wolfgang Fritz Haug, Ende der 50er gegründet hatte. Einem Verlag, der eigentlich für seine linken Wissenschafts- und wissenschaftskritischen Bücher bekannt ist. Doch es handelt sich ja auch nicht um irgendeine dahergelaufene Krimireihe. Nein, das würde nicht ins Verlagsprofil passen. Es handelt sich vielmehr um die logische Weiterentwicklung eines der wichtigsten Verlagssegmente, den Büchern zur feministischen Theorie. Bei Ariadne schreiben ausschließlich Frauen. Weiterlesen

Wenn Welten kollidieren

Kröger Havarie

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Wir alle kennen die Bilder. Verängstigte Flüchtlinge in überfüllten Booten, die über das Mittelmeer schippern. Grenzschützer, Polizisten, Aktivisten, die ihnen die Hand reichen. In Decken gewickelte Frauen, Männer, Jungen und Mädchen. Die trostlosen Lager, in den sie meist vergeblich auf Asyl warten. Unerbittlich zeigen uns die Kameras der Nachrichtenreporter das Elend der Welt. Das Leid anderer ist Teil unseres Medienalltags, wir werden täglich damit konfrontiert und haben längst die Grenzen unserer Empathiefähigkeit erreicht. Dass es sich bei den zweidimensionalen Gestalten auf dem Bildschirm um echte Menschen handelt, Menschen mit einer Geschichte, können wir nicht ohne weiteres verdauen. Es isst sich einfach nicht so gut vor dem Fernseher, wenn Menschen ertrinken. Merle Kröger geht in „Havarie“ auf Kollisionskurs mit unserer Wegschau-MentalitätWeiterlesen

Vorschau: Sendung vom 21.06.2015

IMG_8169Fragt mich nicht, was diesmal passiert ist. Ich weiß es nämlich nicht. Im Januar habe ich mir die Sendetermine aufgeschrieben und ich habe einmal den Fehler gemacht, mir die nicht richtig anzuschauen. Nun habe ich sie mir natürlich drei bis vier Mal angeschaut, um ganz sicher zu sein, dass ich keine Sendung mehr verpasse. Und dann das: Ich hab mir einen Termin entweder von Anfang an falsch abgeschrieben, oder, was ich für unwahrscheinlicher halte, er wurde zwischenzeitlich ohne mein Wissen geändert. So oder so heißt das, dass die Juni-Sendung wieder nur in Form von Podcasts in den Äther gelangen wird. Sorry an alle, die letzte Woche das Radio eingeschaltet haben. Ich kann euch nicht sagen, wie peinlich mir das alles ist. Wieder etwas, woran ich unbedingt arbeiten muss. Die kommenden Termine werden jedenfalls doppelt und dreifach überprüft. Weiterlesen