CrimeMag 4/2016

Der Vollständigkeit halber möchte ich knapp zwei Wochen vor Erscheinen des neuen CrimeMag nochmal darauf aufmerksam machen, dass ich auch im April wieder mit zwei Texten vertreten war. Mein Blogbeitrag zur französischen Cop-Serie „Braquo“ hat dort ebenso Platz gefunden, wie eine kurze Besprechung zu dem country noir Familiendrama „Bull Mountain“ von Brian Panowich. Und die klingt so: Weiterlesen

Verlorene Illusionen

Braquo 10

© Canal+

Wer hat sie zuerst gefickt, du oder dein Kumpel?“, fragt Polizist Max den zitternden Mann, der in Unterhose vor ihm im Verhörraum kniet. Es geht um die Vergewaltigung einer schwangeren Frau. Die Frage bleibt in der Luft hängen, unbeantwortet, der Täter zeigt keine Reue, möchte den Komplizen nicht nennen und verhöhnt sein Gegenüber. Bei Max brennen alle Sicherungen durch. Er steckt sich eine Zigarette an, bläst dem Vergewaltiger den Rauch ins Gesicht – und rammt ihm dann ohne Vorwarnung einen Kugelschreiber durchs Auge. Schnitt. Nächste Szene. Wieder ein halbnackter Typ, diesmal bei SM-Spielchen mit einer Prostituierten. Peitschenhiebe knallen, als das Zimmer von einer Gruppe Maskierter gestürmt wird. Wie sich herausstellt, ist der halbnackte Typ ein hochrangiger Politiker, der kein Interesse daran hat, dass seine sexuellen Vorlieben an die Öffentlichkeit gelangen – und das werden sie, wenn er nicht tut, was die Eindringlinge von ihm verlangen. Schnitt. Nächste Szene. Ein Gebäude, das irgendwie an eine Garage erinnert. Eine alte Fabrikhalle in desolatem Zustand, rote Backsteine, der Geruch von Gewerkschaft. Die Gruppe von eben, eine Frau, drei Männer, immer noch in voller Montur, Lederjacken, Knarren – nur die Sturmhauben, welche die Verbrecher-Garderobe komplettierten, sind nicht mehr da. Weiterlesen