50 Shades of Rain

Nakamura Dieb

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Nishimura verdient sich seinen Unterhalt durch Stehlen. Wenn er durch die Einkaufsstraßen Tokios oder eine prall gefüllte U-Bahn streunert, sind seine schlanken Hände nur einen unachtsamen Augenblick davon entfernt, auf artistische Art und Weise in die Hand- oder Manteltaschen seiner Mitmenschen zu gleiten. Dabei ist er jedoch stets darauf bedacht nur diejenigen zu beklauen, die ihm wohlhabend oder sonst irgendwie unsympathisch erscheinen. Auf seinen Streifzügen hält er außerdem nach seinem Freund und ehemaligem Mentor und Partner-in-Crime Ishikawa Ausschau. Vor einigen Jahren hatten sie ein letztes großes Ding gedreht, das sie finanziell absichern sollte. Der Yakuza-Boss Kizaki rekrutierte sie für einen Raubüberfall auf einen Politiker, bei dem in Wahrheit brisante Dokumente erbeutet werden sollten. Am Ende lief alles anders als geplant und Nishimura musste seine Heimat für eine Weile hinter sich lassen. Doch nun ist er wieder in der Stadt und jagt seiner Vergangenheit hinter – nur dass diese ihm schon längst hämisch lachend im Nacken sitzt. Weiterlesen

Der Dostojewski des Groschenromans

jim thompson

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James Meyer Thompson, genannt Jim, wird am 27. September 1906 in Anadarko, Oklahoma geboren. Sein Vater, der Sherriff der Stadt, ist zu dieser Zeit extrem spielsüchtig. Als er der Veruntreuung von Staatsgeldern wegen angeklagt wird, wandert er mitsamt seiner Familie nach Mexiko aus. Nach einiger Zeit kehren die Thompsons wieder in die USA zurück. Jims Vater nimmt einen Job auf den Ölfeldern von Texas an. Es ist die Zeit der großen Wirtschaftskrise. Das Leben ist rauh, karg und unbarmherzig und der mittlerweile zum Teenager herangewachsene Jim Thompson flüchtet sich ins Schreiben. Weiterlesen

Heimlichtuerei im Hinterzimmer

lehane bargeld

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Es ist noch nicht so lange her, da hat der Münchner Kunstmann-Verlag einen der ganz großen amerikanischen Krimiautor exhumiert: George Vincent Higgins. Ein fantastischer Erzähler, der uns mitnimmt in die Hinterzimmer der Bostoner Unterwelt, wo die Kleinganoven unter sich sind, und die Waffen Worten weichen müssen. Seitdem ich das Dialogfeuerwerk „Die Freunde des Eddie Coyle“ gelesen habe, ist „Reservoir Dogs“ von Tarantino für mich nur noch eine Hommage. Wenn auch eine großartige. So ging es mir über einige Seiten auch mit „The Drop – Bargeld“, dem neuen Roman von Dennis Lehane.   Weiterlesen