Zwei Morde und der unterkühlte Wahnsinn der Welt

McNamee Blau ist die Nacht

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Letztes Jahr traf ich Sonja Hartl auf der Frankfurter Buchmesse. Wir sprachen kurz über irische Krimis, und irgendwann – ich weiß nicht mehr, ob ich sie nach einem Geheimtipp gefragt habe, oder sie mir einfach einen Gefallen tun wollte – kam der Name Eoin McNamee ins Spiel. Nie gehört, dachte ich mir damals, klingt aber spannend. Und ehe ich mich versah, war mir der Geheimtipp auch schon in der allgemeinen Informationsüberflutung eines typischen Messetags aus dem Gedächtnis gerutscht. Habe ich zumindest angenommen. Als ich dann vor einigen Wochen vor meinem ehemaligen Arbeitsplatz (also einigen Regalmetern alphabetisch sortierter Krimis) stand, fiel mir „Blau ist die Nacht“ ins Auge. Der Klappentext klang gut, die ersten Seiten klangen besser, der Scanner vertraut und das Geräusch, als mein Geldbeutel sich in die eigens dafür aufgesprungene Kassenschublade entleerte, verdächtig nach Monatsende. Weder Buch noch Wechselgeld hielten solange. Die Erkenntnis aber, dass ich den Autorennamen schon mal irgendwo gehört hatte, und die Überraschung, dass es sich bei „Blau ist die Nacht“ um den letzten Band einer Trilogie handelt, die kamen erst mit dem nächsten Kalenderblatt. In Gestalt eines Artikels von Sonja Hartl. Weiterlesen

Vorschau 2016: Teil 5

Bruke Mississippi Jam    Smith Henderson Montana    Celste Ng Was ich euch    John Darnielle Wolf in White Van

Ihr glaubt gar nicht, durch wie viele Bücher man sich kämpfen muss, um die paar potentiellen Perlen zu entdecken, die ich hier ab und zu vorstelle. Es ist deprimierend, dreißig Mal einen nahezu identischen Klappentext zu lesen und dazu das gleiche, lieblose Cover serviert zu bekommen. Umso schöner also, wenn man am Ende des Tages bemerkt, welche guten Krimis noch darauf warten, gelesen zu werden. Die momentane Wachstumsrate meines Stapels ungelesener Bücher lässt jedenfalls vermuten, dass demnächst Börsianer vor meiner Tür stehen werden um mit Geldscheinen zu wedeln. Wetten? Weiterlesen

Alkoholisiertes Schlafwandeln

Mennen Schwarze Sonne

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Tobi und Malte spielen mit einer Frisbee im Park. Es ist heiß. Tobi ist nicht ganz bei der Sache, immer wieder wandert sein Blick zu der schönen Fremden, die dort regungslos im Gras liegt. Sein pubertierender Körper scheint irgendwie auf sie zu reagieren. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Scheibe irgendwann an ihm vorbeisegelt. Direkt auf die Frau zu. Erst als sie auch auf die wiederholten Entschuldigungsversuche der beiden nicht reagiert, bemerken sie, dass sie nicht mehr lebt. Hinter der Sonnenbrille steckt ein totes Paar Augen. Die Jungs rufen die Polizei, doch als die Beamten eintreffen, ist die Leiche schon nicht mehr da. Da liegen nur noch ihre Sonnenbrille und ein paar gerauchte Zigaretten. Hat es die mysteriöse Frau gegeben? Oder war alles bloß Einbildung? Und vor allem: Wer lässt am helllichten Tag mitten in Berlin eine Tote verschwinden? Weiterlesen

Sendung vom 12.07.2015

Im Juli ging es vom regnerischen London über den „Sunshine State“ Florida in ein lyncheskes Berlin. Es gab ein Porträt von Charles Willeford, einem der größten Pechvögel der Kriminalliteratur, ein Interview mit den Herausgebern Simone Salitter und Gunter Blank sowie das (vielleicht) erste umgekehrte Gewinnspiel der Welt, eine Hommage an die Neuausgabe von „Miami Blues“. Aber keine Angst: So richtig konsequent umgekehrt ist es nicht, ihr müsst mir jetzt kein Buch schenken. Der Gewinn geht immer noch an euch. Was ihr tun müsst? Scrollt euch durch!  Weiterlesen

Guinness und Galgenhumor

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Weil er dem Innenminister auf die Schnauze haut, muss Jack Taylor Marke und Dienstwaffe abgeben. Das stellt ihn vor ein Dilemma: Wie soll er seinen Alkoholismus finanzieren? Bitte nicht schon wieder ein saufender Privatdetektiv. Wenigstens ist Jack Taylor so konsequent und richtet sein Büro direkt in seinem Lieblingspub ein. Also dem einzigen, in dem er noch kein Hausverbot hat. Weiterlesen