Jäger des verlorenen Schatzes

Goehre_Mayer_Cops_unplugged

© CulturBooks

Ein Themenblock über Polizeiromane ohne Ed McBain? Unmöglich. Der US-amerikanische Autor, der seinen Geburtsnamen Salvatore Lombino für eine Schriftstellerkarriere als Evan Hunter ablegte, schrieb unter diesem Pseudonym 54 cop novels und revolutionierte damit das Krimigenre. Grund genug für Frank Göhre und Alf Mayer, sich dessen Mammutwerk anzunehmen. In „Cops in the City. Ed McBain und das 87. Polizeirevier. Ein Report“ entführen sie uns ins pulsierende Isola (ital.: Insel), „das McBain erfunden hat, weil die Polizeivorschriften der Stadt New York sich zu oft änderten und weil der Autor sich auf eine stabilere Realität stützen wollte“ (Jean-Patrick Manchette), und stecken uns Seite um Seite mehr mit ihrer unverhohlenen Begeisterung an. Selten hat Sekundärliteratur stilistisch so sehr den Geist der Vorlage transportiert, selten hat sie so viel Spaß gemacht wie hier. Und das hat Gründe. Weiterlesen

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Mind your Manners!

bruen kaliber

© Polar

Der Mörder in mir“ von Jim Thompson zählt wahrscheinlich zu meinen Top Five of All Time was Kriminalliteratur angeht. Die Geschichte über den Kleinstadtsheriff Lou Ford, einem Marke tragenden Psychopathen und Killer, ist an Abgründigkeit kaum zu überbieten. Der irische Autor Ken Bruen, den die meisten sicherlich durch seine Jack Taylor Reihe kennen, hat diesem Meisterwerk nun ein Denkmal gesetzt. Und was für eins! Es hört auf den Namen „Kaliber“ und ist neben James Ellroys Epos „Perfidia“ vielleicht der dreckigste Polizeiroman, den man dieses Jahr zu Lesen kriegen wird. Als hätte Ed McBains fieser Zwillingsbruder den Versuch gestartet, das legendäre 87. Polizeirevier ins größtmögliche Unheil zu stürzen. Weiterlesen