Unwahrscheinlich (gut)

pb

© Nautilus

Declan Burke hat es nicht so mit einfachen Plots. Schon die Handlung von „Absolute Zero Cool“ war derart wirr, dass selbst seine Protagonisten ab und an den Überblick verloren, aber was er sich mit „The Big O“ geleistet hat, dürfte als Albtraum aller Klappentexter durchgehen. Und zwar deshalb: Der Schönheitschirurg Frank hat Geldsorgen. Er will seine Ex-Frau Madge entführen lassen, um bei der Versicherung Lösegeld kassieren zu können, und heuert Ray für die Drecksarbeit an. Ray wiederum streicht hauptberuflich Kinderzimmer, wenn er nicht gerade Ex-Frauen entführt – oder in einen Überfall gerät. Hinter besagtem Überfall steckt Karen. Ray verliebt sich sofort in die junge Frau, die, was für ein Zufall, die Sprechstundenhilfe von Frank und zudem die beste Freundin von Madge ist. Das führt bei Ray natürlich zu einem Interessenkonflikt. Als wäre das nicht Chaos genug, steckt Burke noch einem kleinen, von Egoproblemen geplagten Italiener namens Rossi die „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Karte zu. Und der hat nichts anderes im Kopf, als sich an seiner Ex zu rächen: Karen.  Weiterlesen

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Vorschau 2016: Teil 12

Effenhauser Brand    Järvelä Weiss für Wut    Carter Des einen Freund    Jäger Der Schnee

Zwei Bekannte, zwei Unbekannte – so lässt sich die zwölfte Ausgabe meiner Jahresvorschau ganz gut zusammenfassen. Außerdem gibt es diesmal zu entdecken:

  • Einen reisewütigen deutschen Ermittler
  • Eine zornige 19-Jährige auf den Spuren von Banksy
  • Einen asiatischen Australier, der mal wieder mit toten Tieren zu tun hat
  • … und einen Historiker, der tatsächlich „Schreiber“ mit Nachnamen heißt

Wer könnte da widerstehen? Weiterlesen

Vorschau 2016: Teil 7

Westlake Fünf schräge Vögel    pb    Greene Der dritte Mann    Ambler Die Maske des Dimitrios

Wenn es einen Trend in den letzten Jahren gab, dann den, Klassiker neu zu entdecken„, schrieb ich letztes Jahr in meiner Vorschau. Daran hat sich auch 2016 nicht viel geändert und erfreulicherweise wird ein immer breiteres Spektrum an Autoren neu übersetzt. Ich bin überzeugt davon, dass man als (Krimi-)Verlag auf diese Art langfristig Leserinnen und Leser binden kann, weil man sie durch die pure Auswahl und die damit verbundene Kontextualisierung für mehr als nur den Text eines Werkes, sondern für die Materie selbst, den großen, vielfältigen Krimi-Kosmos, begeistern kann. Die Betonung liegt natürlich auf „kann“. Von elementarer Bedeutung ist daher das Vorwort – eine der unterschätztesten literarischen Gattungen überhaupt. Weiterlesen

Vorschau 2015: Teil 14

einzlkind Billy     Stroud Der Aufbruch     Colize Back Up     Ortuno Die Verbrannten

Jetzt ist tatsächlich schon wieder ein Monat vergangen seit Teil 13 meiner Jahresvorschau. Dabei gibt es immer noch einige Bücher, die ich noch nicht erwähnt habe, bei denen ich aber beim Durchblättern der Verlagsvorschauen hängen geblieben bin. Trotzdem, irgendwann muss Schluss sein. Diese Rubrik wird heute mit einem letzten Post geschlossen. Bei der Fülle an qualitativem Material kommt man mit dem Lesen ohnehin nicht hinterher. Weiterlesen

Mord in der Stadt der Hoffnung

carter prime cut

© Nautilus

Das Buch beginnt mit einer Rückblende. Wir schreiben den 5. Mai 1973, der Ort des Geschehens ist Sunderland, England. Tausende sitzen gebannt vor den Fernsehgeräten, als Ian Porterfield ihren geliebten AFC in der 31. Spielminute in Führung bringt. Die gegnerische Fußballmannschaft aus Leeds erholt sich nicht mehr davon. Sunderland gewinnt den FA Cup, die Stimmung ist gelöst, überall auf den Straßen feiern die Menschen. In diesem Trubel tötet ein Mann unbemerkt seine Frau und das gemeinsame Kind. Beide haben eine Wunde am Kopf, die durch einen stumpfen Gegenstand verursacht wurde. Die Todesursache. Wieso hat der Ehemann sie also zusätzlich noch starken Stromschlägen ausgesetzt? Der zuständige Polizeibeamte, Stuart Miller, ist sprachlos angesichts dieser Tat. Weiterlesen