„Es ist eine große Tötungslust in uns“

Lehmann Allesfresser

© Argument

Vegan sein ist trendy. In den Regalen der Buchhandlungen und Zeitschriftenläden stirbt eine Idee, die ursprünglich mal dazu gedacht war, die Welt zu verändern. Was bleibt ist nicht mehr als eine weitere Form von Gegenkultur, die sich vom mainstream einverleibt und damit entzaubert wurde, nur eine weitere Diät auf dem Weg zur perfekten Figur. Wie „Detox“ und „Paleo“, nur eben mit ganzheitlichem Ansatz. Dabei fallen die Argumente, die für oder gegen eine vegane Lebensweise sprechen, gar nicht mehr ins Gewicht. Warum auch? Es geht hier schließlich um Selbstoptimierung und Lifestyle, also Dinge, denen jede Art von Reflexion zuwider läuft. Gut, dass wir Christine Lehmann haben. Die Stuttgarter Autorin, die sich all diese Blättchen und Ratgeberchen wahrscheinlich maximal zu Recherchezwecken ins Haus holt, hat ihren Scheinwerferblick auf das Thema geworfen – und es von oben bis unten durchleuchtet. Weiterlesen

Sicher durch das Krimi-Labyrinth

Schwarze Krimis, die in jede Tasche passen. Explosive Stoffe, die das bestehende Weltbild in Frage stellen. Immer wieder aufs Neue, immer am Puls der Zeit, seit über fünfundzwanzig Jahren. Die Rede ist natürlich von der Reihe „Ariadne Krimis“, die die Soziologin Frigga Haug im Jahr 1988 ins Leben rief. Sie erscheint bis heute im Argument Verlag, den sie zusammen mit ihrem zukünftigen Ehemann, dem Philosophen Wolfgang Fritz Haug, Ende der 50er gegründet hatte. Einem Verlag, der eigentlich für seine linken Wissenschafts- und wissenschaftskritischen Bücher bekannt ist. Doch es handelt sich ja auch nicht um irgendeine dahergelaufene Krimireihe. Nein, das würde nicht ins Verlagsprofil passen. Es handelt sich vielmehr um die logische Weiterentwicklung eines der wichtigsten Verlagssegmente, den Büchern zur feministischen Theorie. Bei Ariadne schreiben ausschließlich Frauen. Weiterlesen