Zwei Morde und der unterkühlte Wahnsinn der Welt

McNamee Blau ist die Nacht

© dtv

Letztes Jahr traf ich Sonja Hartl auf der Frankfurter Buchmesse. Wir sprachen kurz über irische Krimis, und irgendwann – ich weiß nicht mehr, ob ich sie nach einem Geheimtipp gefragt habe, oder sie mir einfach einen Gefallen tun wollte – kam der Name Eoin McNamee ins Spiel. Nie gehört, dachte ich mir damals, klingt aber spannend. Und ehe ich mich versah, war mir der Geheimtipp auch schon in der allgemeinen Informationsüberflutung eines typischen Messetags aus dem Gedächtnis gerutscht. Habe ich zumindest angenommen. Als ich dann vor einigen Wochen vor meinem ehemaligen Arbeitsplatz (also einigen Regalmetern alphabetisch sortierter Krimis) stand, fiel mir „Blau ist die Nacht“ ins Auge. Der Klappentext klang gut, die ersten Seiten klangen besser, der Scanner vertraut und das Geräusch, als mein Geldbeutel sich in die eigens dafür aufgesprungene Kassenschublade entleerte, verdächtig nach Monatsende. Weder Buch noch Wechselgeld hielten solange. Die Erkenntnis aber, dass ich den Autorennamen schon mal irgendwo gehört hatte, und die Überraschung, dass es sich bei „Blau ist die Nacht“ um den letzten Band einer Trilogie handelt, die kamen erst mit dem nächsten Kalenderblatt. In Gestalt eines Artikels von Sonja Hartl. Weiterlesen