Country Noir – Versuch einer Annäherung

Alles begann mit einem Missverständnis. Um der Einordnung in bestehende Genre-Schubladen zu entgehen, veröffentlichte Daniel Woodrell 1996 seinen Roman „Give Us A Kiss“ („Stoff ohne Ende“) mit dem Zusatz „A Country Noir“. Einer Bezeichnung, von der er sich später distanzierte, als ihm bewusst wurde, was er da losgetreten hatte. Doch wie es in einem alten schottischen Sprichwort so schön heißt: „Du bist Herr deiner Worte, doch einmal ausgesprochen beherrschen sie dich.“ Woodrell drückte nicht nur seinem eigenen, sondern gleich einer Vielzahl von Büchern verschiedenster Autoren einen Stempel auf, der bis heute ein ganzes Subgenre bezeichnet. Country Noir wurde zum geflügelten Wort, später sogar zum Verkaufsargument. Grund genug also sich zu fragen, was es damit auf sich hat. Weiterlesen