Vorschau 2017: Teil 2

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Ein alter Bekannter, ein Preisträger, ein Debüt und der Start einer Krimireihe – so sieht die Auswahl meiner zweiten Vorschau für diese Jahr aus. Es geht vom zerrütten Port-au-Prince ins brandgefährliche Kingston, von einem Dubliner Waisenhaus in den Knast von Chicago und wieder hinaus. Dabei geben sich ein ständig betrunkener Inspektor, Bob Marley, ein Dreamteam aus Hippie und Schauspielerin sowie – im weitesten Sinne – eine Putzkraft, die auf Kugeln als Putzmittel schwört und bei dem Wort „Mob“ nicht zuerst ans Wischen denkt, die Ehre. Das kann ja heiter werden. Weiterlesen

Schneemann goes #fbm16: Der Donnerstag

Erster Termin des Tages: Elmar Krekeler interveiwt Friedrich Ani am Stand der WELT. Es geht um sein neues Buch „Der nackte Mann, der brennt„. Ein Wasserglas taucht vor dem Autor im Bob Dylan T-Shirt auf, er schaut es irritiert an und meint süffisant zu seinem Gastgeber: „Wenn ich solange stehen muss, hätte ich eigentlich lieber ein Bier.“ Der sagt natürlich: „Kein Problem„, aber plötzlich will der Autor doch keines mehr, und so ähnlich läuft dann auch der Rest des Gespräches ab. Elmar Krekeler fragt, Friedrich Ani tänzelt um die Fragen herum, weicht den allzu persönlichen aus und lässt dabei Sätze vom Stapel, die das Publikum aufhorchen lassen. „Ich wollte den Dörfern in Oberbayern ein Denkmal setzen„, beschreibt er zum Beispiel die Arbeit an seinem Roman, nur um kurz darauf zu spezifizieren, was für ihn so ein oberbayrisches Dorf ausmacht: „Kirche, Fußball, Kindesmissbrauch.“ Den Titel habe er dem Song „Naked Man Burning“ entnommen. „Kann man nicht googlen, weil der ist von mir und ich hab ihn nicht veröffentlicht – zurecht.“ Weiterlesen

Vorschau 2016: Teil 15

Torreck Fest de Finsternis    Borrmann Trümmerkind    Juretzka Bis zum Hals    Pilz Der anatolische Panther

Das Finale der Fußball-Europameisterschaft findet heute ja bekanntlich ohne das deutsche Team statt, aber das ist kein Grund, gleich den Kopf in den Sand zu stecken. Es gibt noch so viele Disziplinen, in denen unser Land sich beweisen kann. Was das Schreiben von Kriminalromanen angeht haben wir beispielsweise einen vielversprechenden Kader aus Veteranen und neuen Talenten vorzuweisen: Weiterlesen

CrimeMag 12/2015

Einige von euch werden es sicher schon gesehen haben: Das neue CrimeMag ist da. Auch ich bin wieder mit dabei, diesmal zwar nur mit einem Krimi in der Kategorie „Bloody Chops„, dafür aber mit meinem ersten längeren Beitrag. Gehackt wurde „Die Unantastbaren“ von Richard Price, zu „Glut und Asche“ von James Lee Burke habe ich eine Wall of Text produziert, die auch Teile meines Autorenporträts enthält. Hier ein kleiner Teaser:  Weiterlesen

Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Lansdale Kälte im Juli

© Heyne

Wo bekommen Schriftsteller eigentlich ihre Ideen her? Als der texanische Autor und Genre-Grenzgänger Joe R. Lansdale mit seiner Familie ein Haus besichtigt, bemerkt er  ein Einschussloch. Der Makler versichert ihm, dass es dem keine Schießerei oder gar einen Mord zugrunde liegt, aber Lansdales Fantasie hat sich zu diesem Zeitpunkt schon längst selbstständig gemacht. Er kauft das Haus zwar nicht, aber das Einschussloch bleibt ihm erhalten. Es verfolgt ihn bis in den Schlaf. Innerhalb einer Nacht will er die komplette Geschichte von „Die Kälte im Juli“ (Hierzulande erstmals 1997 unter dem Titel „Kalt brennt die Sonne über Texas“ bei Rowohlt erschienen) geträumt haben – inklusiver aller Nebenfiguren. Das muss ein Alptraum gewesen sein. Weiterlesen

Der ewige Kampf

thompson die verdammten

© Heyne

Tom Lord ist der Marshall von Pardee, einer texanischen Kleinstadt, in der jeder jeden kennt. Eigentlich hatte er Arzt werden wollen, wie sein Vater vor ihm, aber das sollte nicht sein. Ironischerweise wurde sein Vater nämlich schwer krank. Tom, der sich bereits mitten im Medizin-Studium befand, musste abbrechen, um ihn zu Hause pflegen zu können. Die Geschichte, die uns Pulp-Großmeister Jim Thompson in „Die Verdammten“ erzählt, setzt ein, als Tom Lord zusammen mit seiner Freundin, einer ehemaligen Prostituierten, einen Ausflug macht. Irgendetwas scheint mit dem Wagen nicht zu stimmen. Er entscheidet, an einem Ölbohrturm Halt zu machen, um nach dem Wagen zu sehen und ihn gegebenenfalls zu reparieren. Angeblich. Weiterlesen

Der Dostojewski des Groschenromans

jim thompson

© Diogenes

James Meyer Thompson, genannt Jim, wird am 27. September 1906 in Anadarko, Oklahoma geboren. Sein Vater, der Sherriff der Stadt, ist zu dieser Zeit extrem spielsüchtig. Als er der Veruntreuung von Staatsgeldern wegen angeklagt wird, wandert er mitsamt seiner Familie nach Mexiko aus. Nach einiger Zeit kehren die Thompsons wieder in die USA zurück. Jims Vater nimmt einen Job auf den Ölfeldern von Texas an. Es ist die Zeit der großen Wirtschaftskrise. Das Leben ist rauh, karg und unbarmherzig und der mittlerweile zum Teenager herangewachsene Jim Thompson flüchtet sich ins Schreiben. Weiterlesen

A Country for Old Men

james-lee-burke-regengoetter-heyne-hc

© Heyne

Jetzt haben ja wirklich schon alle diesen Roman besprochen. Die Kritiker überschlagen sich quasi seit Erscheinen und versichern sich gegenseitig, schon lange auf die Übersetzung eines neuen James Lee Burke gewartet zu haben. Was stimmen mag. Ich persönlich gehöre nicht dazu. Vielleicht weil ich bei Erscheinen des letzten Burke in unserer Sprache noch gar keine Krimis gelesen habe, vielleicht aber auch weil ich noch nicht lange genug in diesem Genre unterwegs bin. Trotzdem, das ganze Lob macht natürlich neugierig, und nachdem ich „Regengötter“ nun endlich beendet habe, kann ich mich der Euphorie nur anschließen. Aber der Reihe nach. Weiterlesen