„Der Mensch ist ein schönes, böses Tier“

Fest der Finsternis von Ulf Torreck

© Heyne

Paris im Jahre 1805: Die Französische Revolution ist vorüber, der Blutdurst der Guillotinen scheint gestillt, die Ordnung wiederhergestellt. Da tauchen in den stinkenden Gassen der Weltmetropole nach und nach die Leichen junger Frauen auf. Inspektor Marais, der hunderte Kilometer weiter westlich, in der pestgeplagten Bretagne den Verlust seiner Frau und seines Sohnes beklagt, wird vom Polizeipräfekten persönlich in die Hauptstadt bestellt,  um sich der mysteriösen Mordfälle anzunehmen. Doch es gibt Dinge, die auch einen erfahrenen Mann wie Marais überfordern. Unterstützung sucht er sich ausgerechnet in der Nervenheilanstalt von Charenton, wo der vielleicht berühmteste, mit Sicherheit aber berüchtigste Schriftsteller Frankreichs festgehalten wird: Der Marquis de Sade. Gemeinsam nehmen die beiden ungleichen Partner die Ermittlungen auf, und es dauert nicht lange, bis sie sich einem Netz aus ungeheuerlichen Geschichten um okkulte Riten und einen geheimen Satanistenorden verfangen haben, das vom Hinterzimmer eines Bordells bis in die höchsten Kreise der Macht reicht. Weiterlesen

Auf ein Getränk mit … Ulf Torreck

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© Eric Weiss

Frankfurter Buchmesse 2016. Freitag. Ich treffe Ulf Torreck (vielen besser bekannt als David Gray) am Stand vom Pendragon Verlag. Wir versuchen dem Messegedrängel auszuweichen und pflanzen uns draußen in der Kälte auf eine Bierbank. Bei einer Cola – wir hatten Bier vereinbart, aber kommen stumm überein, das Thema gar nicht erst anzuschneiden – erzählt er mir vom Leben als Autor und von seinem neuen Roman, Fest der Finsternis. In unserem sehr umfangreichen Gespräch erfahre ich außerdem, wer den Literaturnobelpreis hätte gewinnen sollen, warum man sich besser nicht mit einer Mafiadonna anlegt, und wie Lesen uns vor dem Bösen in der Welt schützen kann. Weiterlesen

Lehrstück in Sachen Dramaturgie

Koryta Die mir den Tod wünschen

© Heyne

Der vierzehnjährige Jace wird Zeuge einer Exekution. Er hat die Täter gesehen, die Täter haben ihn gesehen, es ist klar, was unweigerlich folgen muss: Eine Hetzjagd. Seine Eltern versuchen den Jungen mithilfe der Personenschützerin Jamie Bennett in Sicherheit zu bringen, die dabei sofort an ihren ehemaligen Survial-Trainer denken muss. Ethan Serbin gibt in der Wildnis Montanas Sommerkurse für Problemjugendliche – das perfekte Versteck für einen Jugendlichen mit einem riesigen Problem. Doch während Jace unter falschem Namen lernt, wie man Feuer macht, Spuren liest und in den Bergen überlebt, kommen seine Verfolger ihm täglich ein Stückchen näher. Irgendwann muss er eine Entscheidung treffen: Soll er durch seine Anwesenheit die ganze Gruppe in Gefahr bringen? Oder soll der verängstigte Junge auf edlen Ritter machen und sich alleine durchschlagen? Dreimal dürft ihr raten. Weiterlesen

Vorschau 2016: Teil 9

James Lee Burke Fremdes Land    Thor Kunkel Und Gott    Bernd Cailloux Surabaya Gold    Charlie Stella Johnny Porno

Heute fallen vier Namen. Den einen hat man in letzter Zeit so oft gehört, dass sich bei dem ein oder anderen von euch bestimmt schon Übersättigung eingestellt hat. Die anderen zwei hatte ich zwar auf dem Schirm, aber von dem einen hat man lange nichts mehr gehört, und vom anderen habe ich nicht erwartet, ihm mal in genrenahen Themengebieten wildern zu sehen. Und, last but not least, der vierte Name. Der ist mir ehrlich gesagt noch nie im Leben begegnet. Das Buch, auf dem er steht, weckt allerdings mein Interesse – und das nicht nur, weil da noch ein fünfter Name eine gewisse Rolle spielt… Mist, verzählt. Weiterlesen

Vorschau 2016: Teil 8

Lee Child Die Gejagten    Sara Gran Come Closer    Koryta Die mir den Tod wünschen    Martinez Geschichte der Gewalt

Die wirklich guten Filme mit Tom Hanks Cruise in der Hauptrolle lassen sich an einer Hand abzählen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich seit Jahren keinen mehr von ihnen gesehen habe – was sich demnächst vielleicht ändert. Denn dass der kleine Scientologe mit den unnatürlich weißen Zähnen bereits einmal Lee Childs Ermittler Jack Reacher auf der Leinwand verkörperte, habe ich noch irgendwie ignorieren können. Dass er es jetzt zum zweiten Mal tut, bricht aus unerklärlichen Gründen meinen inneren Widerstand. Aversion hin oder her – ich bin schlicht zu neugierig, um nicht doch einen Blick darauf zu riskieren. Weiterlesen

Schneller als eine Kugel fliegt

Lange Angel Baby

© Heyne

Angel Baby“ von Richard Lange hatte mich bereits vor dem ersten Satz für sich gewonnen. Ich hatte gerade Platz genommen und mich noch nicht einmal vorschriftsmäßig angeschnallt, da war ich schon überzeugt davon, dass mir auf meiner weihnachtlichen Besuchsodyssee nicht langweilig werden würde. Das lag einerseits daran, dass Marcus Müntefering das ganze Jahr über diesen Titel hochgehalten hatte, andererseits daran, dass dem Buch ein Zitat aus einem Song von Smog aka Bill Callahan vorangestellt ist, den ich, man kann es nicht anders sagen, vergöttere. Während sich der Fernbus also in Bewegung setzte, sich gemächlich durch Feiertagsverkehr und Land schleppte, raste ich mit ungleich höherer Geschwindigkeit durch die nicht ganz 350 Seiten von „Angel Baby“. Und mit jeder Seite kamen neue Gründe hinzu, diesen Roman zu lieben. Weiterlesen

Sheriff’s back in town

James Lee Burke

© James Lee Burke

Wir befinden uns kurz vor dem Ende des texanischen Unabhängigkeitskrieges: Am 27. März 1836 statuiert der mexikanische General Santa Ana an 342 Gefangenen aus Texas ein Exempel. Nur wenige können dieser Hinrichtung entkommen, die später als das „Massaker von Goliad“ in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Einer von ihnen ist William Burke. Dem Ur-Ur-Großvater des Autors James Lee Burke gelingt mit der Hilfe einer mexikanischen Prostituierten die Flucht zurück zu den eigenen Truppen. Die Texaner gewinnen die entscheidende Schlacht und General Santa Ana findet den Tod. William Burke überlebt auch diesmal. Weiterlesen