Auf eine Wurst mit Handke

Ani Der namenlose Tag

© Suhrkamp

Ludwig Winther will nicht glauben, dass sich seine siebzehnjährige Tochter einfach so umgebracht haben soll. Auch zwanzig Jahre danach nicht. Deshalb klingelt er bei Jakob Franck, dem Beamten, der seiner mittlerweile ebenfalls verstorbenen Frau damals die traurige Nachricht vom Tod ihres Kindes überbrachte. Franck ist zwar mittlerweile in Rente, verspricht aber bei einem langen Gespräch und ein paar Schnäpsen sich die Sache noch einmal genauer anzuschauen. Und während der pensionierte Polizist in die Vergangenheit aufbricht, vernimmt der aufmerksame Leser noch eine weitere, kindliche Stimme. Ein kleiner Junge schildert wie ein Streit zwischen seinen Eltern eskaliert und seine Mutter leblos zu Boden sackt, erschlagen vom eigenen Mann. Wie er zusammengekauert hinter der Couch sitzt und lauscht, mucksmäuschenstill, als wäre er gar nicht wirklich dort.  Man ahnt es schon: Diese beiden Fälle stehen auf irgendeine Weise in Verbindung. Nur auf welche? Weiterlesen