Yorgos Lanthimos verfilmt Jim Thompsons „Pop. 1280“

Jim Thompson - Pop. 1280

Cover-Ausschnitt der Taschenbuchausgabe aus dem König Verlag (1973). [Foto: Der Schneemann]

The Favourite“ von Yorogs Lanthimos war für stolze zehn Oscars nominiert, darunter „Bester Film“ und „Beste Regie“. Nur in einem Fall wurde auch was draus: Die großartige Olivia Colman („Broadchurch“) hat in der Nacht auf Montag in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ abgeräumt.


Trotzdem: Die beste Nachricht der letzten Tage, in der Lanthimos‘ Name fiel, hat wenig mit goldüberzogenen Männerstatuen zu tun. Sondern mit dem Dostojewski des Groschenromans, Jim Thompson. Dessen „Pop. 1280“ („1280 schwarze Seelen“) will der Grieche laut The Hollywood Reporter verfilmen.

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Vorschau 2015: Teil 14

einzlkind Billy     Stroud Der Aufbruch     Colize Back Up     Ortuno Die Verbrannten

Jetzt ist tatsächlich schon wieder ein Monat vergangen seit Teil 13 meiner Jahresvorschau. Dabei gibt es immer noch einige Bücher, die ich noch nicht erwähnt habe, bei denen ich aber beim Durchblättern der Verlagsvorschauen hängen geblieben bin. Trotzdem, irgendwann muss Schluss sein. Diese Rubrik wird heute mit einem letzten Post geschlossen. Bei der Fülle an qualitativem Material kommt man mit dem Lesen ohnehin nicht hinterher. Weiterlesen

Der ewige Kampf

thompson die verdammten

© Heyne

Tom Lord ist der Marshall von Pardee, einer texanischen Kleinstadt, in der jeder jeden kennt. Eigentlich hatte er Arzt werden wollen, wie sein Vater vor ihm, aber das sollte nicht sein. Ironischerweise wurde sein Vater nämlich schwer krank. Tom, der sich bereits mitten im Medizin-Studium befand, musste abbrechen, um ihn zu Hause pflegen zu können. Die Geschichte, die uns Pulp-Großmeister Jim Thompson in „Die Verdammten“ erzählt, setzt ein, als Tom Lord zusammen mit seiner Freundin, einer ehemaligen Prostituierten, einen Ausflug macht. Irgendetwas scheint mit dem Wagen nicht zu stimmen. Er entscheidet, an einem Ölbohrturm Halt zu machen, um nach dem Wagen zu sehen und ihn gegebenenfalls zu reparieren. Angeblich. Weiterlesen

Der Dostojewski des Groschenromans

jim thompson

© Diogenes

James Meyer Thompson, genannt Jim, wird am 27. September 1906 in Anadarko, Oklahoma geboren. Sein Vater, der Sherriff der Stadt, ist zu dieser Zeit extrem spielsüchtig. Als er der Veruntreuung von Staatsgeldern wegen angeklagt wird, wandert er mitsamt seiner Familie nach Mexiko aus. Nach einiger Zeit kehren die Thompsons wieder in die USA zurück. Jims Vater nimmt einen Job auf den Ölfeldern von Texas an. Es ist die Zeit der großen Wirtschaftskrise. Das Leben ist rauh, karg und unbarmherzig und der mittlerweile zum Teenager herangewachsene Jim Thompson flüchtet sich ins Schreiben. Weiterlesen

Vorschau 2015: Teil 3

wileford miami blues     Thompson Südlich vom Himmel     ellroy perfidia     burke sturm new orleans

Wenn es einen Trend in den letzten Jahren gab, dann den, Klassiker neu zu entdecken. Vor allem der amerikanische Krimi erfreute sich bei den Verlagen großer Beliebtheit: Der Alexander Verlag hat Ross Thomas, Kunstmann hat George V. Higgins, Diogenes hat Ross Macdonald, und da man diese Liste noch lange weiterführen könnte, höre ich hier auf. Ich möchte ja auch nicht die kommenden Titel vorwegnehmen. So viel sei aber verraten: Es kommt wieder ein Ross Thomas („Der Messingdeal“, erster Band einer neuen Reihe), ein Ross Macdonald, („Dornröschen“), aber kein Higgins. Dafür gibt es andere Größen der amerikanischen Literatur zu entdecken: Weiterlesen