Literarisches Leinwandflimmern

Augusto Cruz Um Mitternacht

© Suhrkamp

Ein reicher Exzentriker beauftragt den ehemaligen FBI Agenten Scott McKenzie eine Kopie des Vampir-Stummfilms Um Mitternacht aufzutreiben. Er hat nicht mehr lange zu leben und möchte unbedingt noch einmal einen Blick auf diesen vergessenen Klassiker werfen, der ihn als Kind so über alle Maßen beeindruckt hat. Doch die Aufgabe ist nicht so einfach zu bewältigen: Alle, die sich bisher auf die Suche nach dem verschollenen Zelluloid aufgemacht haben, verschwanden spurlos, kamen zu Schaden oder gar ums Leben. McKenzie, der mit Filmen nichts am Hut hat, glaubt nicht an solchen Unfug. Bewaffnet mit jede Menge Berufserfahrung und den letzten Worten seines alten Freundes und ehemaligen Chefs, John Edgar Hoover, macht er sich daran, zwischen verstaubten Requisiten aus Jahrzehnten der Filmkunst nach Antworten zu suchen. Und während er durch die Gegend reist um ehemalige Schauspieler und fanatische Sammler zu befragen, lässt ihn das Gefühl nicht los, jemand wäre ihm auf den Fersen. Weiterlesen

Die hässliche Fratze des Kapitalismus

nightcrawler 2Noch nie hat mir ein Film über einen längeren Zeitraum körperliche Schmerzen bereitet. Heute aber, in einem riesigen, annähernd leeren Kinosaal, war es so weit. Während der Rest der Kinogänger sich wahrscheinlich gegenseitig für die Entscheidung beglückwünschte, den neuen Nolan anzusehen („Diese Bilder!“), durchlitt ich mit meiner Freundin und einer Hand voll weiterer Menschen eine zweistündigeTortur. Der neue Film von Dan Gilroy („The Fall“, „Das Bourne Vermächtnis“) ist Szene für Szene ein einziger, sich immer weiter steigernder Alptraum.

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