„Es ist eine große Tötungslust in uns“

Lehmann Allesfresser

© Argument

Vegan sein ist trendy. In den Regalen der Buchhandlungen und Zeitschriftenläden stirbt eine Idee, die ursprünglich mal dazu gedacht war, die Welt zu verändern. Was bleibt ist nicht mehr als eine weitere Form von Gegenkultur, die sich vom mainstream einverleibt und damit entzaubert wurde, nur eine weitere Diät auf dem Weg zur perfekten Figur. Wie „Detox“ und „Paleo“, nur eben mit ganzheitlichem Ansatz. Dabei fallen die Argumente, die für oder gegen eine vegane Lebensweise sprechen, gar nicht mehr ins Gewicht. Warum auch? Es geht hier schließlich um Selbstoptimierung und Lifestyle, also Dinge, denen jede Art von Reflexion zuwider läuft. Gut, dass wir Christine Lehmann haben. Die Stuttgarter Autorin, die sich all diese Blättchen und Ratgeberchen wahrscheinlich maximal zu Recherchezwecken ins Haus holt, hat ihren Scheinwerferblick auf das Thema geworfen – und es von oben bis unten durchleuchtet. Weiterlesen

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Im Zoo

Lehmann Affen von Cannstatt

© Argument

Camilla Feh ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, weil ihre Mutter eine mit internationalem Haftbefehl gesuchte Kindsmörderin ist. Eine mehrfache Kindsmörderin, die vier ihrer eigenen Kinder getötet und beim örtlichen Friedhof verscharrt hat. Die Tat ihrer Mutter lastet wie ein Fluch auf der mittlerweile erwachsenen Frau, die als einziges Kind weiterleben durfte. Jetzt sitzt Camilla im Gefängnis. Sie soll ihren Ex-Freund und Chef Till Deutschbein ermordet haben. Er wurde im Stuttgarter Zoo von Bonobo-Affen getötet, nachdem ihn jemand dort nachts im Gehege zurückgelassen hat. Camilla hatte diese Tiere vor einigen Jahren für längere Zeit beobachtet und erforscht. Und nicht nur das: Sie war wahrscheinlich auch die letzte Person, die ihren ebenfalls verstorbenen Soziologieprofessor lebend gesehen hat – den Professor, der ihre Arbeit über die Bonobos nicht annehmen wollte. Weiterlesen