Unwahrscheinlich (gut)

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Declan Burke hat es nicht so mit einfachen Plots. Schon die Handlung von „Absolute Zero Cool“ war derart wirr, dass selbst seine Protagonisten ab und an den Überblick verloren, aber was er sich mit „The Big O“ geleistet hat, dürfte als Albtraum aller Klappentexter durchgehen. Und zwar deshalb: Der Schönheitschirurg Frank hat Geldsorgen. Er will seine Ex-Frau Madge entführen lassen, um bei der Versicherung Lösegeld kassieren zu können, und heuert Ray für die Drecksarbeit an. Ray wiederum streicht hauptberuflich Kinderzimmer, wenn er nicht gerade Ex-Frauen entführt – oder in einen Überfall gerät. Hinter besagtem Überfall steckt Karen. Ray verliebt sich sofort in die junge Frau, die, was für ein Zufall, die Sprechstundenhilfe von Frank und zudem die beste Freundin von Madge ist. Das führt bei Ray natürlich zu einem Interessenkonflikt. Als wäre das nicht Chaos genug, steckt Burke noch einem kleinen, von Egoproblemen geplagten Italiener namens Rossi die „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Karte zu. Und der hat nichts anderes im Kopf, als sich an seiner Ex zu rächen: Karen.  Weiterlesen

Armdrücken mit den Meistern

stroby kalter schuss herz

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Ihr letzter Auftrag lief nicht wie versprochen, weshalb die Diebin Crissa Stone zunehmend in Geldnot gerät. Sie hat vor, ihren Ehemann Wayne aus seiner Zelle in Texas zu holen, doch die benötigten Anwaltskosten übersteigen alles, was sich in New York und Umgebung mit den üblichen Jobs an Gewinn machen lässt. Zeit, ein Risiko einzugehen. Crissa soll mit zwei alten Bekannten eine Pokerrunde in Fort Lauderdale überfallen und erklärt sich aller Zweifel zum Trotz damit einverstanden. Im Spiel befinden sich laut ihrem Informanten rund eine Million Dollar, Sicherheitsvorkehrungen gibt es so gut wie keine, ein Kinderspiel also. Na klar. Als dann alles schiefgeht und einer ihrer Kollegen die Nerven verliert, muss Crissa plötzlich um ihr Leben bangen. Der Schwiegersohn von Gangsterboss Tino Conte liegt in seinem eigenen Blut und der Ruf nach Vergeltung ist selbst in New York noch zu hören. Conte lässt den frisch aus dem Knast entlassenen, völlig durchgeknallten Eddie Santiago von der Leine. Dieser beschließt, gleich das ganze Trio in die Mangel zu nehmen, um sich die bei dem Überfall erbeutete Kohle unter den Nagel reißen zu können. Weiterlesen

Dr. Faust

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Diesen Anfang vergisst man nicht. Ein Mann wimmelt rüde eine Mitfahrgelegenheit ab, steckt sich eine Kippe in  den Mund und spaziert über die George Washington Bridge Richtung Stadt. Sein Name ist Parker. Parker hat etwas an sich, das vorbeifahrende Frauen erzittern lässt, etwas, das Unheil verspricht. Er ist ein skrupelloser Berufsverbrecher, der von seiner eigenen Ehefrau verraten wurde, die letzten Jahre in Gefangenschaft verbrachte und der sich nun an denen rächen will, die dafür verantwortlich sind. Mit allen Mitteln. Ein kurvenreicher, mit gebrochenen Gliedmaßen und leeren Patronenhülsen gepflasterter Weg liegt vor ihm, doch Parker geht ihn mit einer Geradlinigkeit, die dem Leser Magenschmerzen bereitet. Wenn man bemerkt, in was für eine brutale, kompromisslose Geschichte man da hineingeraten ist, ist es längst zu spät. Es gibt kein Entkommen. Weiterlesen