Auf ein Getränk mit … Ulf Torreck

ulf-torreck-2

© Eric Weiss

Frankfurter Buchmesse 2016. Freitag. Ich treffe Ulf Torreck (vielen besser bekannt als David Gray) am Stand vom Pendragon Verlag. Wir versuchen dem Messegedrängel auszuweichen und pflanzen uns draußen in der Kälte auf eine Bierbank. Bei einer Cola – wir hatten Bier vereinbart, aber kommen stumm überein, das Thema gar nicht erst anzuschneiden – erzählt er mir vom Leben als Autor und von seinem neuen Roman, Fest der Finsternis. In unserem sehr umfangreichen Gespräch erfahre ich außerdem, wer den Literaturnobelpreis hätte gewinnen sollen, warum man sich besser nicht mit einer Mafiadonna anlegt, und wie Lesen uns vor dem Bösen in der Welt schützen kann. Weiterlesen

Schnemann goes #fbm16: Der Mittwoch

Messe ist, wenn alle an einem vorbeilaufen. Schon in meiner ersten Stunde auf dem Gelände, die ich traditionell bei den Kleinverlagen in Halle 4.1 verbringe, konnte ich nur knapp Kollisionen mit Friedrich Ani, Melanie Raabe, Thomas Wörtche und Zoë Beck vermeiden. Da ich von Letzterer bereits im Vorjahr für einen Messe-Mitarbeiter gehalten wurde, ging ich kurz darauf erst einmal zum Stand von CulturBooks, um zu schauen, ob sie sich noch an mich erinnert. In bester Besucher-Manier stand ich also vor den Neuerscheinungen herum und blätterte. Hatte zum ersten Mal die gedruckte Version von „Cops in the City“ in der Hand. Grinste bei Sätzen von Carlo Schäfer. Entweder wurde es Zoë dann zu eng am kleinen Stand, oder sie wollte mich nur als potentiellen Leser nicht verlieren, jedenfalls drückte sie mir ein Verlagsprogramm in die Hand. Es war der Beginn eines Spiels ohne RegelnWeiterlesen

Vorschau 2016: Teil 5

Bruke Mississippi Jam    Smith Henderson Montana    Celste Ng Was ich euch    John Darnielle Wolf in White Van

Ihr glaubt gar nicht, durch wie viele Bücher man sich kämpfen muss, um die paar potentiellen Perlen zu entdecken, die ich hier ab und zu vorstelle. Es ist deprimierend, dreißig Mal einen nahezu identischen Klappentext zu lesen und dazu das gleiche, lieblose Cover serviert zu bekommen. Umso schöner also, wenn man am Ende des Tages bemerkt, welche guten Krimis noch darauf warten, gelesen zu werden. Die momentane Wachstumsrate meines Stapels ungelesener Bücher lässt jedenfalls vermuten, dass demnächst Börsianer vor meiner Tür stehen werden um mit Geldscheinen zu wedeln. Wetten? Weiterlesen

Armdrücken mit den Meistern

stroby kalter schuss herz

© Pendragon

Ihr letzter Auftrag lief nicht wie versprochen, weshalb die Diebin Crissa Stone zunehmend in Geldnot gerät. Sie hat vor, ihren Ehemann Wayne aus seiner Zelle in Texas zu holen, doch die benötigten Anwaltskosten übersteigen alles, was sich in New York und Umgebung mit den üblichen Jobs an Gewinn machen lässt. Zeit, ein Risiko einzugehen. Crissa soll mit zwei alten Bekannten eine Pokerrunde in Fort Lauderdale überfallen und erklärt sich aller Zweifel zum Trotz damit einverstanden. Im Spiel befinden sich laut ihrem Informanten rund eine Million Dollar, Sicherheitsvorkehrungen gibt es so gut wie keine, ein Kinderspiel also. Na klar. Als dann alles schiefgeht und einer ihrer Kollegen die Nerven verliert, muss Crissa plötzlich um ihr Leben bangen. Der Schwiegersohn von Gangsterboss Tino Conte liegt in seinem eigenen Blut und der Ruf nach Vergeltung ist selbst in New York noch zu hören. Conte lässt den frisch aus dem Knast entlassenen, völlig durchgeknallten Eddie Santiago von der Leine. Dieser beschließt, gleich das ganze Trio in die Mangel zu nehmen, um sich die bei dem Überfall erbeutete Kohle unter den Nagel reißen zu können. Weiterlesen

Sheriff’s back in town

James Lee Burke

© James Lee Burke

Wir befinden uns kurz vor dem Ende des texanischen Unabhängigkeitskrieges: Am 27. März 1836 statuiert der mexikanische General Santa Ana an 342 Gefangenen aus Texas ein Exempel. Nur wenige können dieser Hinrichtung entkommen, die später als das „Massaker von Goliad“ in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Einer von ihnen ist William Burke. Dem Ur-Ur-Großvater des Autors James Lee Burke gelingt mit der Hilfe einer mexikanischen Prostituierten die Flucht zurück zu den eigenen Truppen. Die Texaner gewinnen die entscheidende Schlacht und General Santa Ana findet den Tod. William Burke überlebt auch diesmal. Weiterlesen

Die Bielefeld Connection

Es gibt immer noch Leute da draußen, die ernsthaft glauben, dass Bielefeld nicht existiert. Gut, dass das nicht stimmt. In Bielefeld ist nämlich der Pendragon-Verlag beheimatet, der Anfang der Achtziger als One-Man-Show des Verlegers Günter Butkus seinen Anfang nahm. Der gelernte Erzieher und damalige Literaturwissenschaftsstudent wagte den Sprung ins kalte Wasser, ausgestattet mit wenig Vorwissen, aber vielen Kontakten in die Verlagswelt und, was noch wichtiger ist, jeder Menge Spaß am Buch. Angefangen hat alles mit Lyrik. Heute kennt und liebt man Pendragon vor allem für das Krimiprogramm. Weiterlesen