Die Geißel der Genre-Literatur

Seibold Spritztour

© Piper

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Meine Arbeit für den Zeitungsverlag Waiblingen bringt es mit sich, dass ich ab und zu einen Krimi rezensieren darf. Das kommt mir natürlich sehr gelegen. Die schlechte Nachricht: Vor zwei Wochen meinte mein Kollege, ich könnte mir doch mal den neuen Roman von Jürgen Seibold anschauen. Der ist immerhin eine lokale Größe. Ich habe mich tatsächlich darauf gefreut, zur Abwechslung mal wieder einen Regionalkrimi zwischen die Finger zu bekommen.

Warum dieses Gefühl nicht lange anhielt, und man Seibolds „Spritztour“ exemplarisch für fast alles heranziehen kann, was im Regionalkrimi meiner Meinung nach schief läuft, lest ihr im Beitrag: Weiterlesen

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Gegen den Strom

Campbell Stromschnellen

© Piper

Margaret Louise Crane, Spitzname „Margo“, lebt mit ihren Eltern am Stark River. Kurz nach ihrem vierzehnten Geburtstag wird sie von ihrer Mutter verlassen, die sowohl das einfache Leben am Fluss als auch ihren Ehemann satt hat. Es ist außerdem das Jahr, in dem Margos geliebter Großvater stirbt und sie während eines Festes ihre erste sexuelle Erfahrung macht – mit ihrem Onkel Cal. Cal will hinterher von nichts wissen, und auch wenn Margo zu diesem Thema beharrlich schweigt, nagt die Geschichte an ihrem Vater. Als er zwei Jahre später der aufgestauten Wut freien Lauf lässt und die Konfrontation sucht, überschlagen sich die Ereignisse: Schüsse fallen, und der Mann, den sie überall in der Gegend nur „Crane“ nennen, liegt am Ende leblos auf dem Steg. Margo flieht und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Immer weiter lässt sie sich vom Fluss treiben, hinein in ein neues Leben, ein Leben in der Wildnis Michigans. Von ihrem Vater hat sie gelernt, sich von den Tieren, vom Obst und Gemüse des Landes zu ernähren. Dass man nicht jedem Menschen vertrauen sollte, dem man auf seinen Reisen begegnet, lernt sie dagegen auf die harte Tour. Weiterlesen