Izabel Szolc | So dunkel die Nacht

Kurt hat auch den Nachfolgeband von „Ein stiller Mörder“ gelesen.

Kaliber.17 | Krimirezensionen

Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in Warschau und verübt grausame Ritualmorde an jungen Frauen: Er schneidet seinen Opfern die Kehle durch und lässt sie qualvoll ausbluten. Während die ersten Toten aus dem Rotlichtmilieu stammen, ist das dritte Opfer ein Mädchen aus gutem Hause. Anna Hwierut, die noch mit den traumatischen Folgen ihres letzten Falls zu kämpfen hat, sucht fieberhaft nach einer Verbindung zwischen den Mädchen, doch die Ermittlungen führen zusehends ins Nichts … Bis unverhofft eine neue Spur auftaucht – ist ein Polizist in die Morde verwickelt?

Warschau hat Anna Hwierut wieder. Zu Beginn des Romans So dunkel die Nacht kehrt die Protagonistin aus dem dienstlich befohlenen Genesungsurlaub zurück in ihr Kriminalkommissariat, immer noch schwer traumatisiert von den grausamen Erlebnissen am Schluss des ersten Teils der Trilogie von Izabela Szolc, Ein stiller Mörder. Ihr Vorgesetzter hält sie für noch nicht wieder diensttauglich und verordnet ihr psychologischen Beistand, den…

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Die Zukunft steht in den Sternen

Olga Tokarczuk Gesang Fledermäuse

© Schöffling

Mir nach, Leser!“ heißt es am Ende des ersten Teils von Michail Bulgakows fantastischer Farce „Der Meister und Margarita“, einem der bedeutendsten Werke moderner russischer Literatur. Ich gehe davon aus, dass die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk sich dessen bewusst war, als sie den Titel für das Eröffnungskapitels ihres Romans festlegte: „Und jetzt aufgepasst!“, ermahnt sie uns direkt zu Beginn der Lektüre. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass wir es hier mit einer Hommage an den großen Satiriker Bulgakow zu tun haben – die Autorin stellt gleich auf der ersten Seite klar, in welcher Tradition ihr Roman steht. Denn auch wenn „Der Gesang der Fledermäuse“ keineswegs den Zynismus des viel zu jung verstorbenen Regimegegners und Ausnahmeschriftstellers versprüht, ist Olga Tokarczuk ein überaus skurriler, witziger und hintersinniger Krimi voll gesellschaftskritischer Untertöne gelungen. In jeder Zeile spürt man die Auflehnung gegen bestehende Normen und Werte und das stumpfe Verfolgen traditionsreicher Verhaltensmuster, die derart in die Köpfe der Menschen eingewachsen sind, dass sie niemand mehr in Frage stellt. Unser Blick auf die Welt wird ordentlich durchgeschüttelt. Weiterlesen

Izabela Szolc | Ein stiller Mörder

Auch Kurt von Kaliber.17 hat für das Osteuropa-Spezial „Ein stiller Mörder“ von Izabela Szolc gelesen.

Kaliber.17 | Krimirezensionen

Ein stiller Mörder ist ein recht schmales Buch von nur rund 200 Seiten, aber die Autorin Izabela Szolc packt einiges hinein an spannender Handlung, interessanten Hintergründen, an dichter Atmosphäre und klugen Reflexionen, auch über die vordergründige Handlung hinaus. Sie beschreibt den schwierigen Alltag einer jungen Frau in ihrem Beruf als Kriminalkommissarin in einer von Männern geprägten Arbeitswelt und in ihrem Privatleben als alleinerziehende Mutter eines Jungen am Beginn der Pubertät. In beiden Rollen ist die Hauptfigur des Romans stark gefordert und sie erlebt hier wie dort auch Momente des Scheiterns, schließlich aber erweist sie sich als ungewöhnlich starke Frau, die sich bei aller Verletzlichkeit durchsetzt und allen Widrigkeiten und auch allen Zweifeln zum Trotz ihren Weg geht.

Die parallelen Ermittlungen in zwei Mordfällen erfordern Annas volle Aufmerksamkeit und bringen zuletzt nicht nur sie, sondern auch ihren Sohn in Lebensgefahr. Ein verrückter Geigenvirtuose, ein selbstmordgefährdeter, vermeintlicher Sexualstraftäter oder ein bislang unerkannter Dritter…

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Warsaw by Night

Szolc Ein Stiller Mörder

© Prospero

Ein 17-jähriger Junge ist seit Tagen nicht mehr Zuhause aufgetaucht und seine Eltern machen sich langsam Sorgen. Kommissarin Anna Hwierut und ihr Kollege Szelig wollen gerade die Ermittlungen aufnehmen, als die Weichsel die Leiche eines alten Mannes anspült. Nun haben die beiden Ermittler einen Vermissten, dessen Aufenthaltsort sie nicht kennen, von dem sie aber wissen, von welchen Ort er weggelaufen ist, und einen Toten, der in der Gerichtsmedizin liegt, bei dem aber unklar ist, wo er überhaupt herkommt. Wenn das keine guten Voraussetzungen sind. Nebenbei kämpft Anna mit ihrem pubertierenden Sohn, der sich ebenso nach ihrem Ex-Mann sehnt, wie er ihn als Vater ablehnt, und den Großeltern, die darum werben, den Jungen über die Ferien bei sich aufnehmen zu dürfen. Einen psychopathischen Killer, der sie aus irgendeinem Grund unbedingt sprechen möchte, hätte es da wirklich nicht auch noch gebraucht. Weiterlesen