Wie ein Spaziergang auf der Autobahn

Thornburg Cutter und Bone

© Polar

Es gibt Bücher, auf deren Seiten das Gewicht der Welt lastet. Die sie in all ihrer Dunkelheit, ihrem Wahnwitz, aber auch ihrer nie wirklich fassbaren Schönheit abbilden. Viele davon tragen große Namen und finden sich in jedem Literaturkanon und jeder gut sortierten Buchhandlung wieder. Aber was geschieht mit denen, die vergessen werden? Im Idealfall, und das muss man so zynisch sagen, stirbt der Autor. „Don’t forget Newton Thornburg hieß es 2011 nach dem Tod des amerikanischen Noir-Autors im Guardian – ein Aufruf, dem hier in Deutschland kaum jemand Aufmerksamkeit schenkte. Abgesehen von Wolfgang Franßen und seinem Polar Verlag, die gerade Thornburgs bekanntestes Werk exhumiert haben: „Cutter und Bone“. Wer an dieses Buch unbedarft rangeht, wird überrollt. Ich spreche aus Erfahrung. Weiterlesen

Irgendein Krieg ist immer

Winslow Tage der Toten

© Suhrkamp

Im Jahr 2005 veröffentlichte Don Winslow mit „Tage der Toten“ einen Meilenstein der jüngeren Kriminalliteratur. Sein Buch ist ein Epos über den amerikanischen „War on Drugs“, den „Krieg gegen Drogen“, der bis heute vor allem im direkten Nachbarland Mexiko ausgetragen wird. Seit  2010 ist der über 500 Seiten umfassende Wälzer dank dem Suhrkamp Verlag auch für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich. Chris Hirthe, der für die Übersetzung verantwortlich war, änderte den Originaltitel „The Power oft he Dog“ – eine Anspielung auf den Höllenhund Kerberos, der in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt bewacht – in „Tage der Toten“. Auch hierbei handelt es sich um eine Anspielung, die sich auf den „dia de los muertos“, den mexikanischen Gedenktag für die Verstorbenen bezieht. Die Fortsetzung des Drogenthrillers, „Das Kartell“ ist gerade bei Droemer erschienen. Weiterlesen

Vorschau: Sendung vom 06.09.2015

IMG_8261Jetzt war hier wirklich lange genug Ruhe. Doch Krankheit und Überforderung werden nicht verhindern, dass ihr wie gewohnt am Sonntag wieder über aktuelle Krimis informiert werdet. Los geht es um 19 Uhr, zugehört werden kann in Tübingen und Umgebung im Radio auf der 96,6, weltweit per Livestream oder im Nachhinein eine Woche lang über die Mediathek der Wüsten Welle. Die einzelnen Sendungsteile werden ein paar Tage später ebenfalls auf meinem Soundcloud-Profil verfügbar sein. Und darum gehts: Weiterlesen