Alkoholisiertes Schlafwandeln

Mennen Schwarze Sonne

© dtv

Tobi und Malte spielen mit einer Frisbee im Park. Es ist heiß. Tobi ist nicht ganz bei der Sache, immer wieder wandert sein Blick zu der schönen Fremden, die dort regungslos im Gras liegt. Sein pubertierender Körper scheint irgendwie auf sie zu reagieren. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Scheibe irgendwann an ihm vorbeisegelt. Direkt auf die Frau zu. Erst als sie auch auf die wiederholten Entschuldigungsversuche der beiden nicht reagiert, bemerken sie, dass sie nicht mehr lebt. Hinter der Sonnenbrille steckt ein totes Paar Augen. Die Jungs rufen die Polizei, doch als die Beamten eintreffen, ist die Leiche schon nicht mehr da. Da liegen nur noch ihre Sonnenbrille und ein paar gerauchte Zigaretten. Hat es die mysteriöse Frau gegeben? Oder war alles bloß Einbildung? Und vor allem: Wer lässt am helllichten Tag mitten in Berlin eine Tote verschwinden? Weiterlesen

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Mind your Manners!

bruen kaliber

© Polar

Der Mörder in mir“ von Jim Thompson zählt wahrscheinlich zu meinen Top Five of All Time was Kriminalliteratur angeht. Die Geschichte über den Kleinstadtsheriff Lou Ford, einem Marke tragenden Psychopathen und Killer, ist an Abgründigkeit kaum zu überbieten. Der irische Autor Ken Bruen, den die meisten sicherlich durch seine Jack Taylor Reihe kennen, hat diesem Meisterwerk nun ein Denkmal gesetzt. Und was für eins! Es hört auf den Namen „Kaliber“ und ist neben James Ellroys Epos „Perfidia“ vielleicht der dreckigste Polizeiroman, den man dieses Jahr zu Lesen kriegen wird. Als hätte Ed McBains fieser Zwillingsbruder den Versuch gestartet, das legendäre 87. Polizeirevier ins größtmögliche Unheil zu stürzen. Weiterlesen

Es ist was faul im Sunshine State

wileford miami blues

© Alexander Verlag

Der Anfang von Charles WillefordsMiami Blues“ ist mittlerweile schon legendär: Der frisch aus der Haft entlassene Kleinganove Frederick J. Frenger Junior, genannt Junior, bricht einem bettelnden Hare Krishna am Flughafen von Miami ein paar Finger. Der Mann stirbt noch an Ort und Stelle an den Folgen des Schocks. Hoke Moseley vom Miami Police Department, ein Cop mit falschen Zähnen und einer Vorliebe für Cognac, den er meistens aus einem Zahnputzbecher trinkt, soll sich der Sache annehmen. Währenddessen spaziert Junior nichtsahnend ins nächstbeste Hotel, wo er sich vom zwielichtigen Hotelpagen Pablo ein Mädchen aufs Zimmer schicken lässt. „Pepper“ – oder Susan, wie sie im echten Leben heißt – ist ebenso hübsch wie unterbelichtet. Und ganz nebenbei ist ihr Bruder auch noch ein Hare Krishna. Oder besser gesagt: War es. Weiterlesen

Kiss Your Ass Good-Bye

Charles Willeford

© Vice

Charles Willeford wird am 2. Januar 1919 als Charles Ray Willeford III in Little Rock, Arkansas geboren. Bereits drei Jahre nach der Geburt stirbt sein Vater an Tuberkulose, Charles‘ Mutter folgt ihrem Ehemann nur fünf Jahre später mit der gleichen Diagnose nach. Die Großmutter, die im Süden von Los Angeles wohnt, nimmt den Waisenjungen bei sich auf. Doch angesichts der Wirtschaftskrise, der sogenannten „Großen Depression“, fällt es ihr zusehends schwer, für ihn zu sorgen. Bis er 1932, im Alter von gerade mal dreizehn Jahren, Los Angeles verlässt und in einen Zug steigt, um sich entlang der mexikanischen Grenze als jugendlicher Landstreicher mit gefälschter Identität durchzuschlagen. Weiterlesen

Sendung vom 12.07.2015

Im Juli ging es vom regnerischen London über den „Sunshine State“ Florida in ein lyncheskes Berlin. Es gab ein Porträt von Charles Willeford, einem der größten Pechvögel der Kriminalliteratur, ein Interview mit den Herausgebern Simone Salitter und Gunter Blank sowie das (vielleicht) erste umgekehrte Gewinnspiel der Welt, eine Hommage an die Neuausgabe von „Miami Blues“. Aber keine Angst: So richtig konsequent umgekehrt ist es nicht, ihr müsst mir jetzt kein Buch schenken. Der Gewinn geht immer noch an euch. Was ihr tun müsst? Scrollt euch durch!  Weiterlesen

Vorschau: Sendung vom 12.07.2015

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Das wird was! Morgen ab 19 Uhr könnt ihr auf der Wüsten Welle (oder im Livestream) eine ganz besondere Sendung mitverfolgen. Es werden natürlich wie immer aktuelle Krimis vorgestellt, trotzdem gibt es diesmal noch etwas Neues zu bestaunen: Mein erstes Interview. Es dauert ganze 13 Minuten und erklärt auch die verhältnismäßig wenigen Bücher, die es diesmal zu entdecken gibt. Dafür geht es ordentlich in die Tiefe! Was genau auf euch zukommt? Hier ein Überblick: Weiterlesen