Der alte Mann und das Meer

Schulz Onno Viets

© Galiani

Es beginnt, wie soll es auch anders sein, in einer Kneipe. „Facebook analog“. Christopher „Stoffel“ Dr. jur. Dannewitz trifft dort auf seinen Vetter Donald Maria Jochemsen. Vetter Donald ist Künstler und schrieb unter dem Pseudonym „DJ Sacknaht“ ein Theaterstück, das gerade Internet und Feuilleton im Sturm erobert. Jetzt möchte er erstmal eine Auszeit nehmen und seinen amourösen Verpflichtungen nachkommen. Er hat sich mal wieder eine viel zu junge Frau ausgeguckt, die es nun mit einem spontanen Besuch zu überraschen gilt. Seine Herzensdame arbeitet auf einem Kreuzfahrtschiff, der „Flipper IV“, da lässt sich doch Vergnügen mit Vergnügen verbinden. Aber Vetter Donald ist ein pillenfressender Neurotiker. Ohne Leibwächter traut er sich nicht aufs Meer raus. Und wer wäre für den Job besser geeignet als Onno „Noppe“ VIets? Weiterlesen

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Dem Eiffelturm so fern

Guez Paris die Nacht

© Polar

Eigentlich sind Abraham und Goran nur aus dem Haus gegangen, um zu feiern. Ein Bier trinken zu gehen, Freunde zu treffen, Drogen zu kaufen. Doch dann bemerken sie, dass in der Kneipe, in der sie sitzen, irgendetwas vorgeht. Ein ziemlich breiter Typ bewacht die Tür zum Hinterzimmer, durch die immer wieder Männer nach hinten verschwinden. Männer in teuren Klamotten. Die beiden Jungs wittern illegales Glücksspiel, also eine ganze Menge Geld. Zwischen ihnen und einer glorreichen Zukunft scheint nur dieser Türsteher zu stehen. Also tüfteln sie einen Plan aus, wie sie den Laden überfallen können. Doch der Traum vom schnellen Geld lässt sie leichtsinnig werden. Weiterlesen

Hochliterarischer Edeltrash

Maia Krieg der Bastarde

© Droemer

Eigentlich will der Pornodarsteller Amadeu nur kurz bei seinem Chef Salvatore vorbeischauen, um ihm mal die Meinung zu sagen. Und zu kündigen. Er will sich mit seiner Freundin Gina, einer rothaarigen Boxerin, irgendwo eine neue Existenz aufbauen. An der Tür zu dessen Büro wird er dann aber Zeuge, wie Salvatore jemanden erschießt und all sein zusammengenommener Mut ist dahin. Unschlüssig steht er herum, bis er einen kurzen, erstickten Schrei hört. Etwas fällt zu Boden. Salvatore. Herzinfarkt. Wie ein Schlafwandler betritt Amadeu das Büro und schnappt sich das Wertvollste, was er auf die Schnelle finden kann: Eine riesige rote Sporttasche voller Kokain. Weiterlesen

Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Lansdale Kälte im Juli

© Heyne

Wo bekommen Schriftsteller eigentlich ihre Ideen her? Als der texanische Autor und Genre-Grenzgänger Joe R. Lansdale mit seiner Familie ein Haus besichtigt, bemerkt er  ein Einschussloch. Der Makler versichert ihm, dass es dem keine Schießerei oder gar einen Mord zugrunde liegt, aber Lansdales Fantasie hat sich zu diesem Zeitpunkt schon längst selbstständig gemacht. Er kauft das Haus zwar nicht, aber das Einschussloch bleibt ihm erhalten. Es verfolgt ihn bis in den Schlaf. Innerhalb einer Nacht will er die komplette Geschichte von „Die Kälte im Juli“ (Hierzulande erstmals 1997 unter dem Titel „Kalt brennt die Sonne über Texas“ bei Rowohlt erschienen) geträumt haben – inklusiver aller Nebenfiguren. Das muss ein Alptraum gewesen sein. Weiterlesen

Vorschau: Sendung vom 17.05.2015

IMG_8157Besser spät als nie: Heute Abend um 19 Uhr läuft „Der Schneemann“ schon wieder. Ihr könnt wie immer, sofern ihr die Zeit habt, per Livestream reinhören, oder, falls ihr aus der Region Tübingen kommt, einfach die 96,6 ansteuern. Wer die Sendung verschläft, hat die Möglichkeit sie ab Anfang nächster Woche auf meinem Soundcloud in Form von Podcasts anzuhören. Neueinsteiger finden dort auch die Sendungen der vergangenen Monate.

Darum geht es diesmal: Weiterlesen

Der Unsichtbare

ulf miehe1940 wird  Ulf Miehe in Wusterhausen/Brandenburg geboren. Er verbringt seine Kindheit und Jugend in Berlin und zieht später nach Bielefeld, um dort eine Ausbildung zum Buchhändler zu machen. Nachdem er seine Lehre beendet hat, wird Miehe Lektor beim frisch gegründeten Sigbert Mohn Verlag, einem Imprint von Bertelsmann für schöngeistige Literatur. Weiterlesen

Sternstunde der deutschen Kriminalliteratur

miehe puma

© Dumont

Neun Jahre war er für alle nur Häftling Nr. CZ 8731, aber jetzt ist der Puma wieder auf freiem Fuß. Franz Morgenroth, so sein bürgerlicher Name, ist nicht etwa geläutert, im Gegenteil: In seiner Zelle hat der Gangster aus dem Elsass mit dem Raubkatzen-Tattoo den ganz großen Coup geplant. Auslöser dafür war ein Zeitungsausschnitt, ein Foto genauer gesagt. Darauf ist der Großindustrielle Kammerloh zu sehen, wie er zusammen mit seiner Tochter Billie für die Fotografen posiert. Dass Kammerloh stinkreich ist, das weiß der Puma. Deshalb will er ja auch dessen Tochter entführen. Was der Puma allerdings nicht weiß: Kammerloh und seine Tochter haben nicht gerade das beste Verhältnis… Weiterlesen