Zwischen Scheitern und Triumph

Pollock Die himmlische Tafel

© Liebeskind

Mit seiner Kurzgeschichtensammlung Knockemstiff und dem darauffolgenden Debütroman Das Handwerk des Teufels hat sich Donald Ray Pollock in Sphären geschrieben, von denen man vorher dachte, sie lägen mindestens ein halbes Schriftstellerleben von der Veröffentlichung des Erstlings entfernt. Seite an Seite mit dem etwa gleichaltrigen Daniel Woodrell sitzt er seitdem zu den Füßen des Genre-Gottvaters Cormac McCarthy,  komplettiert die Dreifaltigkeit der düsteren Südstaaten-Literatur und erntet die Früchte seines Schaffens: Kritikerlob und Erwartungsdruck. Sein neuer Roman Die himmlische Tafel liest sich in diesem Kontext als Befreiungsschlag eines Autors, der weder bereit ist, sich dem Druck zu beugen, noch es sich jetzt schon in der für ihn vorgesehenen Schublade bequem zu machen.  Weiterlesen

A Country for Old Men

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© Heyne

Jetzt haben ja wirklich schon alle diesen Roman besprochen. Die Kritiker überschlagen sich quasi seit Erscheinen und versichern sich gegenseitig, schon lange auf die Übersetzung eines neuen James Lee Burke gewartet zu haben. Was stimmen mag. Ich persönlich gehöre nicht dazu. Vielleicht weil ich bei Erscheinen des letzten Burke in unserer Sprache noch gar keine Krimis gelesen habe, vielleicht aber auch weil ich noch nicht lange genug in diesem Genre unterwegs bin. Trotzdem, das ganze Lob macht natürlich neugierig, und nachdem ich „Regengötter“ nun endlich beendet habe, kann ich mich der Euphorie nur anschließen. Aber der Reihe nach. Weiterlesen